MÜNNERSTADT

Pilgerweg mitten durch Mürscht

Ein mittelalterlicher Pilger, wie der hier dargestellte, war der Abt Albert von Stade. Er ging im 13. Jahrhundert nach Rom. Ein neuer Weg soll seinen Spuren folgen.
Ein mittelalterlicher Pilger, wie der hier dargestellte, war der Abt Albert von Stade. Er ging im 13. Jahrhundert nach Rom. Ein neuer Weg soll seinen Spuren folgen. Foto: ARCHIVFOTO Liebelt

(old) Pilgern ist in – spätestens seit Hape Kerkelings Erfolgsbuch „Ich bin dann mal weg“. Gut 100 000 Menschen aus der ganzen Welt tun es Jahr für Jahr dem Entertainer nach und machen sich auf den Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela. Möglich, dass der berühmte Pilgerweg bald Konkurrenz bekommt durch den Romweg des Abts Albert von Stade. Und der führt mitten durch Münnerstadt.

Aus welchen Gründen auch immer die Leute losziehen, eines müssen sie doch alle: essen, trinken und irgendwo übernachten. Und deshalb ist der neue Rompilgerweg vor allem aus touristischem Blickwinkel interessant, auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis die Sache endgültig steht. Bürgermeister Helmut Blank jedenfalls wird am Freitag, 30. Januar, mit in den Harz nach Hornburg und Wernigerode fahren, um der Gründungsversammlung des des Vereins „Förderverein Romweg“ beizuwohnen.

40 Stationen

Fast 40 Stationen hatte der Abt aus Stade in seinem Tagebuch erwähnt, als er Mitte des 13. Jahrhunderts die laut „Google Map“ über 2000 Kilometer lange Strecke zu Fuß zurückgelegt hatte. Rast hatte er dabei unter anderem in Bad Neustadt, Münnerstadt und Schweinfurt gemacht.

28 Städte und Gemeinden waren es insgesamt auf deutscher Seite. Sie alle werden zur Gründung des Fördervereins eingeladen. Es sind Stade, Celle, Rietze, Braunschweig, Hornburg, Wernigerode, Hasselfelde, Nordhausen, Bad Langensalza, Gotha, Schmalkalden, Meiningen, Bad Neustadt, Münnerstadt, Schweinfurt, Würzburg, Ochsenfurt, Aub, Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Offingen, Donauwörth, Augsburg, Igling, Schongau, Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald.

Förderung durch EU-Mittel

Ziel des Projektes, das auch mit EU-Mitteln gefördert wird, ist es jetzt, den Weg als offiziell anerkannte Pilgerstrecke auszuweisen. Schließlich gab es bereits im 15. Jahrhundert eine Wanderkarte, auf deren Grundlage der Altstraßenforscher Jochen Heinke aus Sondheim-Stetten den Streckenverlauf im Bereich Thüringer Wald und Rhön ermittelte.

Auf Interesse ist das, nach dem Ziel der Pilgerreise in Rom, auch „Via Romea“ genannte Vorhaben auch auf italienischer Seite gestoßen. So plant Professor Giovanni Caselli, der mit der Universität Florenz zusammenarbeitet und bereits einen Arbeitskreis gegründet hat, für das Frühjahr eine Busreise von Mittenwald bis Stade.

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