BAD KISSINGEN

Protest und viele offene Fragen zur Erdverkabelung

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Antragskonferenz

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Ein unterirdischer SuedLink ruft weniger Demonstranten auf den Plan, als die zuvor diskutierten Freileitungen. Dafür sind die offenen Fragen zu dem Vorhaben nicht weniger umfangreich. Über sieben Stunden sammelte eine Antragskonferenz der Bundesnetzagentur im Regentenbau, Anregungen, zu denen sich auch Vertreter des Netzbetreibers Tennet äußerten.

Vor der Konferenz demonstrierten auf Einladung des Bund Naturschutz Vertreter aus den betroffenen unterfränkischen Landkreisen gegen SuedLink. „Die Demonstrationen seit drei Jahren sind eine Erfolgsgeschichte“, rief BN-Kreisvorsitzender Franz Zang ins Megaphon. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es mit regionaler Energieversorgung gelingt, die Trasse noch ganz zu verhindern.

Weitgehend konstruktiv verlief die Sammlung von Einwänden im Saal. Die Anhörung zeigte das Dilemma zwischen der Verpflichtung, sich auf einen Korridor festzulegen und anderseits noch genügend Freiheit bei der Auswahl von Untersuchungsräumen zu haben.

Nach Ansicht von Ministerial- und Behördenvertretern berücksichtige die Vorlage für die Korridore von Mellrichstadt oder über Zeitlofs, Dittlofsroda und entlang der Ruine Homburg nach Grafenrheinfeld wichtige Details, wie Wasserschutzgebiete oder Bodendenkmäler, zu wenig. „In der Planfestellung ist das zu spät, dann heißt es, wir haben die Trassen schon“, plädierte Stefanie Berg-Hobohm vom Bayerischen Denkmalamt vorab für detailliertes Kartenmaterial.

Vertreter von Bauernverband und Landwirtschaftsministerium plädierten für eine Bodenüberdeckung der Leitungen von mindestens 1,50 Metern, in Steillagen mit der Gefahr von Erosion sogar noch mehr. „Je tiefer wir graben, desto größer wird der Bodeneingriff“, sagt ein Vertreter des Netzbetreibers. Überwiegend soll demnach die Leitungen in 1,50 Metern Tiefe platziert werden. Umfangreiches Monitoring auch nach dem Leitungsbau forderten Fachleute für mögliche Bodenerwärmung bei Ackerland, Ertragsminderung in Waldschneisen und in puncto Artenvielfalt. Überhaupt solle zum Vergleich der Trassenvorschläge eine Bilanz vorgelegt werden, wie viel Wald jeweils betroffen wäre. Angesichts der Trockenheit in der Region müssten betroffene Äcker durchlässig bleiben. Erstrebenswert sei ein möglichst gerader Verlauf, um Einschränkungen gering zu halten.

Trasse unter der Autobahn

Tennet geht davon aus, dass auch durch Natura-Gebiete Leitungen verlegt werden können, wenn Umwege zu aufwendig sind, oder auf Freileitungen zurückgegriffen wird. Bürgermeister Eberhard Streit (Mellrichstadt) forderte, die Leitung bei Bedarf auf dem Grünen Band um seine Stadt herum zu legen: „Was den Landwirten zumutbar ist, sollte auch dem Naturschutz zumutbar sein“, sagt er. „Eigentlich sollten wir gar nicht über Ausgleichmaßnahmen reden müssen“, forderte Landwirt Manfred Greubel für einen ordentlichen Rückbau der Baustellen und fachgerechte Verkabelung ohne Ertragseinschränkungen.

Widerstand gegen die Leitung will Diplom-Bauingenieur Werner Spiegel durch eine schmale Trasse abwenden. Seine Firma hat für die Stadtwerke Stade eine einen Kilometer lange Versuchstrasse mit einem Leerrohr angelegt, die mit einer Arbeitsbreite von 1,7 Metern auskommt. „Dann können wir in die Standspur der Autobahn gehen“, so der Ingenieur. Allerdings müssten die Kabelhersteller die Forschung unterstützen, ob das System auch bei der angepeilten Stromstärke funktioniert. Den technischen Fortschritt habe man im Auge, allerdings brauche man erprobte Verfahren, so ein Tennet-Vertreter auf dem Podium.

Eine Erklärung hat der Bund Naturschutz dafür parat, warum nach dem Beschluss zur Erdverkabelung nicht mehr so viele gegen SuedLink auf die Straße gehen. Hohe Strommasten seien plakative Reizobjekte, während die Forderung nach dezentraler Stromversorgung mit örtlicher Wertschöpfung eine komplexere Darstellung erfordert.

-> Franken
Überschaubare Proteste: Ein SuedLink mit Erdkabeln ruft weniger Demonstranten auf den Plan, als die Freileitungen.
Überschaubare Proteste: Ein SuedLink mit Erdkabeln ruft weniger Demonstranten auf den Plan, als die Freileitungen. Foto: Wolfgang Dünnebier

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