Ramsthal

Ramsthal: Bürgermeister strebt jetzt Container-Lösung an

Die Raumnot  im Kindergarten soll nun offenbar doch durch einen Container abgefangen werden. Doch es gibt auch Kritik an dieser vorübergehenden Lösung. 
Der Kindergarten in Ramsthal ist zu klein geworden. Foto: Wolfgang Dünnebier

Der Kindergarten sorgt weiter für Diskussionsstoff im Ramsthaler Gemeinderat. Bürgermeister Alfred Gündling plädierte in der sachlichen Aussprache für die Aufstellung eines Containers. Allerdings nur behelfsmäßig für etwa zwei Jahre. Dafür will er jetzt Angebote einholen. Nach ersten Erkundigungen dürften sich die Kosten auf einen mittleren fünfstelligen Betrag belaufen.

Einig war man sich, dass der Aufruf zum Eintrag in eine ultimative Warteliste zur Aufnahme von Kindern Mitte Januar nicht so glücklich formuliert war. Das hatte für Verunsicherung unter den Eltern gesorgt. Kurzfristig hatte Alfred Gündling das Vorhaben als Bestandsanalyse umbenannt.

Roland Herterich plädierte dafür, auf den Container ganz zu verzichten und die sich ab Frühjahr 2021 abzeichnende Überbelegung mit anderen Provisorien abzufangen. "Das Landratsamt stimmt dem Container nur zu, wenn gleichzeitig etwas in Richtung Neubau unternommen wird", stellte Gündling demgegenüber klar.   

Kinderzahl ist strittig

Der Container soll eine Fläche von 73 Quadratmeter besitzen und Sanitärräume beinhalten. Unterkommen sollen darin die Kinder, die bald in die Schule wechseln.  Für beendet erklärte Gündling die Debatte, nachdem Roland Herterich mehrfach in den Raum stellte, dass sich 2021 allenfalls eine Bedarfsspitze von drei Kindern abzeichne und es danach deutlich weniger Kinder werden. Herterich vermisste eine anschauliche grafische Darstellung, wie sich die Kinderzahl auch unter Berücksichtung der Alterstuktur entwickeln soll.                

Kindergarten schon am Limit

"Wie viele Kinder in den kommenden Jahren tatsächlich kommen, wissen wir doch noch gar nicht ", erneuerte Gündling sein Plädoyer für den auf 2,9 Millionen Euro veranschlagten  Neubau.  Mit 55 Kindern fahre der Kindergarten jetzt schon zehn Prozent über dem zugelassenen Limit. "Zur Not haben die Kinder etwas mehr Platz. Es ist ja eng genug", argumentierte Markus Lomb ebenfalls für den Neubau.

Markus Günder argumentierte, dass der Turnraum nicht noch mehr als bisher für die wechselnde Betreuung von Gruppen eingesetzt werden könne. Dies würde ein Nutzungänderung erfordern, die neuen Brandschutz erforderlich mache.

Waldkindergarten angeregt

Unabhängig von dem schon länger eingeschlagenen Weg für einen Neubau sprach sich Andreas Günder dafür aus,  zusätzlich die Gründung eines Waldkindergarten zu prüfen. "In Lohr hat man gute Erfahrung damit", sagte er. Der anfänglichen Bauwagen im Wald seien jetzt Blockhütten gewichen. Acht bis zehn Kinder könnten in einer Gruppe unterkommen. Um so ein pädagogisch wertvolles Konzept auf die Beine zu stellen, bräuchte es aber Eltern, die einen Verein dafür gründen.

Standortfrage für Neubau offen

Im nichtöffentlichen Teil wägte der Gemeinderat noch einmal Pro und Contra von vier ins Auge gefassten Grundstücken für den neuen Kindergarten ab. Es seien aber auch noch Vorgespräche mit den Grundstücksbesitzern erforderlich. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte Gündling auf Nachfrage am Freitag.

Nächster Schritt auf dem Weg zur Lösung des Kindergartensproblems ist nun ein Elternabend am 13. Februar, um 19 Uhr, im Kindergarten. Dort wird sich die Kindergartenleitung mit jenen Eltern unterhalten, die beim Termin Mitte Januar Interesse an der Unterbringung ihrer Kinder bekundet haben. Es geht um die Frage, wie viele Stunden an Betreuung vorgesehen sind. Eingetragen sind 15 Kinder, die teils erst ab 2021 den Kindergarten besuchen wollen.

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