RANNUNGEN

Rannunger Planbaum für 720 Euro versteigert

Eingelegt: Der Planbaum in Rannungen wurde versteigert. Foto: Wiener

(ner) „Es ist alles gut gegangen!“ Erleichtert betrachtete Planvereins-Vorsitzender Matthias Leurer am Silvestermorgen den am Boden liegenden Planbaum. Die Nervösität war am Anfang groß, wusste man doch von früheren Aktionen, dass das Einlegen des Planbaums gefährlicher sein kann, als das Aufstellen.

Mit dem Einlegen des Planbaums ging das alle zehn Jahre stattfindende Planjahr in Rannungen zu Ende. Der Planverein wird trotzdem noch bis 2019 existieren, weil die Planburschen bis dahin alljährlich den Weihnachtsbaum aufstellen werden. 2020 wird dann ein neuer Planverein für das nächste Fest gegründet.

Die Kälte machte den Planburschen beim Einlegen schwer zu schaffen, weil das Keilholz festgefroren war. Zu insgesamt 17 Ster Holz wurde das Befestigungsmaterial hernach aufgeschichtet. Bevor der ausbetonierte Schacht wieder verschlossen wurde, wurde eine Kiste mit den Beigaben in rund drei Meter Tiefe versenkt. Wein, Schnaps, Bier, eine Festschrift und eine Tageszeitung lagen darin. Dieses Mal hatte man die von Fabian Erhard gefertigte Kiste doppelt versiegelt und die Beigaben zusätzliche in eine Kupferrolle gelegt, nachdem die Urkunden des Jahres 2000 von Feuchtigkeit zersetzt worden waren.

Vergessen war an diesem Tag der Dauerregen, der im Oktober das Aufstellen des Planbaums begleitet hatte. Vielmehr wurde in Erinnerungen geschwelgt, wie schön die Plantänze waren. Drei Planburschen hatten das Fest zum zweiten Mal als Aktive erlebt. Johannes Back, Frank Mauder und der Planvereinsvorsitzende selbst sind in den vergangenen zehn Jahren nicht unter die Haube gekommen und waren somit erneut berechtigt, beim Planfest mitzumachen. Die Mädchen waren alle erstmals dabei. Nahezu aufgebraucht sind die zehn Hektoliter Bier, die eigens fürs Planfest gebraut wurden. Ein Höhepunkt war zum Abschluss nun die Versteigerung des Planbaums. Wilfried Bretscher als Vorsitzender der Waldkörperschaft rief zu den Geboten auf. Seine Vereinigung hatte den Baum für das Fest gestiftet, den Erlös darf der Planverein einstreichen. Ein Teil davon wird gespendet, versicherte Leurer.

Zur Versteigerung gelangten ein zwölf Meter und ein 6,50 Meter langes Stück der 100 Jahre alten Douglasie. Insgesamt waren es 2,56 Festmeter, die normalerweise zu 260 Euro gehandelt werden. Das war dann auch der Einstiegspreis, der in 20-Euro-Schritten hochgetrieben wurde. Nachdem Bürgermeister Friedolin Zehner und Gemeinderat Werner Keller lange mitgehalten hatten, entwickelte sich am Ende ein Zweikampf zwischen Erwin Back und Sebastian Röder, der die Gebotsvereinigung Scherzergasse vertrat. Mit 720 Euro erhielt er am Ende den Zuschlag.

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