HAMMELBURG

Rap mit Herz trifft auf Funk und Jazz

Heizte die Stimmung an: das Neustädter Gespann Dandelion.
Heizte die Stimmung an: das Neustädter Gespann Dandelion. Foto: Tatjana Simon

Auch wenn das wechselhafte Wetter der vergangenen Woche eher wie im April anmutete, wurde den Wasserhausbesuchern am Freitag klar, dass der Sommer endgültig angekommen ist. Zumindest musikalisch. Eine bunte Mischung aus Reggae, Funk, Jazz und Hip Hop standen mit den Bands Dandelion, G.org und Mihalys Theorie auf dem Programm.

Dieser vielsprechende Künstlerreigen muss wohl auch den Wettergott überzeugt haben. Kurz vor Veranstaltungsbeginn schienen die Wolken wie weggeblasen und es kam fast ein Hauch von Festivalfeeling auf. Die ersten Gäste labten sich an den Sonnenstrahlen im beschaulichen Biergarten des Vereinsheims und stimmten sich mit kühlen Getränken auf die heiße Show ein. Dem gemütlichen Ambiente ist es wohl auch anzulasten, dass fast ein wenig Widerwille aufzukommen schien, als es hieß: „Alle reinkommen, es geht los“.

Doch schon mit den ersten Tönen des Neustädter Gespanns „Dandelion“ wich dieser Unmut ungezügelter Partylaune. Die sommerlichen Reggaeklänge gingen auch in die Beine des letzten Müßiggängers, so dass schon bald der komplette Saal der Tanzwut anheim fiel. Mit allerlei Klamauk und Mitmachaktionen sorgte das Quintett rund um die sympathische Sängerin Iris für einen gelungenen Konzertauftakt und allerlei Erwartungen an die folgende Band.

Diesen Erwartungen zeigten sich G.org durchaus gewachsen und schmetterten dem Publikum ihre ganz eigene Interpretation von Hip Hop entgegen. Die beiden Frontmänner, die sich selbst nur „Edgar Allan Flo“ und „George le Galle“ nennen, rappen nicht etwa, wie szenetypisch zu dicken Beats aus der Konserve, sondern haben sich eine eher ausgefallene Backingband angelacht. Und so trifft Rap mit Herz und Verstand auf handgemachten Jazz und Funk. Angetan von dieser gelungenen Mixtur der Schweinfurter ließ sich die begeisterte Menge in die Arme der dritten Kapelle treiben.

„Mihalys Theorie“ haben sich dem sogenannten Funk Hop verschrieben. Hier treffen Hip Hop und Funk aufeinander. Und auch bei ihnen geben großartige Musiker den Takt an. Allerdings reizte diese Combo den Platz auf der kleinen Bühne fast gänzlich aus. Zu neunt waren sie angereist. Und das auch nur, da zwei Mitglieder der eigentlich elfköpfigen Band kurzfristig absagen mussten. Nichtsdestotrotz flanierten die beiden MCs in gekonnter Hip-Hop-Manier auf der Bühne und zeigten, wie Rap aus Schweinfurt klingen kann.

Ohne sich eine Verschnaufpause zu gönnen, schwang sich einer der beiden Frontmänner von „Mihalys Theorie“ sogleich nach dem Auftritt an die Turntables und beglückte die nicht müde zu kriegende Feiergemeinschaft mit den Klassikern seiner Plattensammlung. Schließlich entließ er die tapferen Musikenthusiasten nach etlichen durchtanzten Stunden zu den Klängen von David Hasselhoffs „Looking for Freedom“ in die Freiheit der kalten und vernieselten Nacht.

Zwar stehen in den nächsten Wochen für das Team der Musikinitiative erst mal keine Konzerte an, pausieren werden die Mitglieder jedoch keinesfalls. Während der Europameisterschaft laden sie zum Public-Viewing ein und zeigen alle Spiele mit deutscher Beteiligung, das Halbfinale und natürlich das Finale auf Leinwand. Foto: Nicole Oppelt

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