RIEDENBERG

Riedenbergs Gemeindezentrum eingeweiht

In Festbeflaggung: Riedenbergs Gemeindezentrum. Foto: Evelyn Schneider

Die halbe Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, am – für Riedenberg – historischen Ereignis teilzunehmen. Nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit war es gelungen, das Gemeindezentrum, bestehend aus Gemeindekanzlei, Bauhof und Feuerwehrbereich, zu errichten. Am Samstag erfolgte nun die festliche Einweihung.

In einer beispiellosen Gemeinschaftsarbeit der Bürger, der Vereine und vor allem auch der Freiwilligen Feuerwehr konnten die geschätzten Baukosten von zirka 1,2 Millionen Euro mit dem Tag der Fertigstellung auf 946 700 Euro gedrückt werden. Mit allen noch anstehenden Restarbeiten wird die Millionengrenze nicht überschritten werden. „Wir mussten keinen Kredit aufnehmen, allen Unkenrufen der Gegner zum Trotz. Und das ist nur euch Riedenbergern zu verdanken“, freute sich ein gerührter Bürgermeister Roland Römmelt (CSU).

Entsprechend ausgelassen wurde die Einweihung gefeiert. Zunächst sehr festlich in der Kirche, die der gemischte Chor des Gesangvereins umrahmte, sowie der Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Florian Judmann, dann ganz zünftig mit Blasmusik und Brotzeit.

Vorangegangen war dieser herausragenden Gemeinschaftsleistung allerdings eine 40 Jahre andauernde Odyssee aus Planungsphasen, Verwerfungen und auch Streitphasen. Wie der sichtlich stolze Bürgermeister in seiner Festansprache erzählte, befasste sich Riedenberg bereits vor so vielen Jahren mit einem Mehrzweckgebäude. Die hohen Kosten verhinderten vor 40 Jahren die Ausführung. Ein neuer Versuch kam 1990. Die Planung war abgeschlossen und genehmigt, die Förderungen bewilligt. Wieder gab es heftige Diskussionen im Gemeinderat und unter den Bürgern. Mit der Öffnung der Grenze wurden die Fördermittel gestrichen.

2002 aus Haushaltsplan entfernt

In jedem Haushaltsplan stand das Gemeindezentrum weiterhin als Platzhalter ohne Betrag. 2002 wurde es dann, wegen der damals finanziell sehr schlechten Zeiten, gänzlich aus dem Haushaltsplan entfernt. Allerdings mussten die Gemeindearbeiter mit katastrophalen sanitären Anlagen in einem angemieteten Bauhof, zu wenig Platz für die Maschinen und einem zu kleinen Lagerraum, zurechtkommen. Auch der Feuerwehr fehlte es an Platz. Ein Schulungsraum war gar nicht vorhanden.

Als ein neues Feuerwehrauto im Raum stand, das auf Grund der vorgeschriebenen Größe keine Chance hatte, Platz im alten Feuerwehrgebäude zu finden, wagte der damalige Gemeinderat 2008 einen neuen Schritt in Richtung Mehrzweckgebäude. Ein zu dieser Zeit noch sehr risikoreicher Schritt, da die Finanzen der Gemeinde noch sehr kritisch waren. Heftig waren die Auseinandersetzungen über den Standort. Angedacht war zunächst auch ein Platz zwischen Schule und Jugendheim, zwei verschiedene Varianten auf dem heutigen Platz sowie eine Möglichkeit quer vor dem Sportgelände. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde der heutige Bereich festgelegt.

Dann die positive Überraschung im Bereich der Finanzen. Die Regierung von Unterfranken sagte Fördermittel von 240 000 Euro zu. So wurde das Architekturbüro Richter (Brückenau) mit der Planung beauftragt. Die Ausschreibungen waren 2011 fertig. „Dann kam die Gemeinderatssitzung im Februar, die ich nie vergessen werde, und die mich noch heute sprachlos macht“, betonte Bürgermeister Römmelt. „Auf der Tagesordnung stand ein Antrag auf ein Bürgerbegehren gegen das Mehrzweckgebäude. Ich höre noch heute die Worte vom damaligen Bürgermeister Robert Römmelt (SPD), dass besorgte Bürger wegen der hohen Kosten diesen Bürgerentscheid beantragten. Diese Nachricht traf die Gemeinderäte wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das Riedenberger 'Syndrom' schlug wieder zu. Doch unzählige Stimmen aus der Bevölkerung machten uns wieder Mut, weiterzumachen.“

Klares Votum dafür

Es folgten Informationsveranstaltungen beider Lager, die letztlich die Gruppierung des Gemeinderates, bestehend aus Freien Wählern und CSU-Freie Bürger, für sich entscheiden konnten. Mit 75 Prozent, bei einer Wahlbeteiligung von 84 Prozent, sprachen sich die Riedenberger klar für das Projekt aus.

Dann legten die Riedenberger richtig los. Spatenstich war im Oktober 2011. Richtfest konnte im Juni 2012 gefeiert werden. Letzten Samstag konnte nun die Einweihung erfolgen.

Übergabe: Architekt Stefan Richter (rechts) überreicht Bürgermeister Roland Römmelt den Schlüssel zum neuen Gebäude. Evelyn Schneider Foto: Foto:

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