LKR. BAD KISSINGEN

Rumänisches Pflegekind: Bemühen um menschliche Lösung

„Sie ist uns so sehr ans Herz gewachsen.“ Maries Pflegefamilie hat große Sorge, dass das Kind nächstes Jahr zurück nach Rumänien muss.
„Sie ist uns so sehr ans Herz gewachsen.“ Maries Pflegefamilie hat große Sorge, dass das Kind nächstes Jahr zurück nach Rumänien muss. Foto: FOTO Susanne Wahler-Göbel
(swg) Im Zusammenhang mit den Berichten über ein rumänisches Pflegekind im Landkreis Bad Kissingen, das in sein ihm fremdes Heimatland zurückgeführt werden soll, ist ein zweiter Fall bekannt geworden. Wie die 41-jährige Pflegemutter im Gespräch mit der Main-Post mitteilte, hat sich eine weitere Frau aus Bayern mit einer ähnlichen Geschichte bei Spiegel-TV-Reporter Detlev Konnerth gemeldet. Der aus Rumänien stammende Journalist hatte über das Schicksal des hiesigen Kindes berichtet.

Das Kleinkind aus einer bayerischen Stadt befinde sich seit einem halben Jahr bei einer deutschen Familie und solle nun nach Rumänien zurückgeführt werden, obwohl die leiblichen Eltern das Kind nach der Geburt in Deutschland zurückgelassen haben, so Konnerth gegenüber dieser Zeitung. Für den Reporter ist damit klar: „Das Kind kommt in Rumänien in ein Heim.“

Der Pflegefamilie liege ein Schreiben des rumänischen Generalkonsulats vor, dass das Kind Deutschland verlassen müsse, so der 52-jährige Fernsehreporter. Die Pflegemutter habe sich deshalb mit der Bitte um Unterstützung an ihn gewandt. Zudem habe sie um Kontaktaufnahme mit der Pflegefamilie im Landkreis Bad Kissingen gebeten.

Konnerth übt im Gespräch mit der Main-Post erneut harsche Kritik an der Vorgehensweise der rumänischen Behörden. „Der rumänische Staat sagt, rumänische Kinder gehören nach Rumänien und fertig.“ Da er die Zustände in rumänischen Kinderheimen kenne, „werde ich bei diesem Thema nicht locker lassen“, so der 52-Jährige mit Nachdruck.

Im Fall des Mädchens aus dem Bäderkreis bekräftigt Konnerth seinen Verdacht, dass die leiblichen Eltern unter Druck gesetzt wurden, „von wem auch immer“. Anders sei es nicht nachvollziehbar, „weshalb sie das Kind plötzlich zurück haben wollen, wo sie doch wissen, dass es ihm hier gut geht und wo sie noch zehn weitere Kinder haben“.

Stefan Seufert vom Landratsamt stuft den Fall des knapp dreijährigen Mädchens weiter als „schwierig und verzwickt“ ein. Er befürchte, dass das rumänische Generalkonsulat in dieser Sache hart bleibe, „da die rechtliche Ebene klar ist“. Seine Behörde bemühe sich aber weiter, eine menschliche Lösung für das Kind auf diplomatischem Weg zu finden.

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