Hammelburg

Schulcampus Hammelburg: Für Gymnasium plus Realschule planen   

Der Neubau des Frobenius-Gymnasiums wird sich wohl weiter verzögern. Warum der Landkreis für das neue Schulzentrum nun ein Konzept aus einem Guss will.
Zahlreiche Synergie-Effekte verspricht sich der Landkreis davon, dass Gymnasium und Realschule langfristig auf dem geplanten Schulcampus vereint sind. Die Kinder hätten es dann beispielsweise nicht weit zum Sportzentrum und zum Schwimmbad (rechts im Bild). Foto: Wolfgang Dünnebier

Für Außenstehende kam es überraschend: In der Sitzung des Kreis-Kulturausschusses am 27. Januar ging's eigentlich nur kurz um den geplanten Bau eines neuen Gymnasiums und den hierzu angekündigten Architektenwettbewerb. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Idee, nun zunächst das gesamte Schulzentrum – also auch den Neubau einer Realschule - "in einem Wurf" (Landrat Thomas Bold) zu überplanen.

Thomas Wirth vom Architekten- und Stadtplanungsbüro arc.grün (Kitzingen) erklärte zwar kurz die Modalitäten für einen Architektenwettbewerb zum Bau des neuen Gymnasiums (Start des diesmal zahlenmäßig begrenzten Wettbewerbs wäre im März 2020 gewesen, Abgabe der Architekten-Angebote im Sommer, Preisgericht im September). Doch dann ging es in der Sitzung relativ schnell um die Frage, ob ein Neubau der Realschule nun gleich mit geplant werden soll.

Am Anfang stand der Neubau des Gymnasiums

Kurzer Schwenk zurück: 2016 waren die Planungen zur Generalsanierung des Frobenius-Gymnasiums angelaufen.  Bis zum Jahr 2018 war stets von einer Runderneuerung des Hauses am alten Standort die Rede gewesen. 2019 hatte der Landkreis dann aber mitgeteilt, dass die grundlegende Sanierung des Schulhauses aus den 1960er Jahren unwirtschaftlich sei und ein Neubau die kostengünstigere Alternative darstellen würde. Daraufhin wurde im Frühjahr 2019 die Idee zu einem "Schulzentrum 2.0" geboren, im Zuge dessen der Landkreis Grundstücke unweit des Sportzentrums erwarb, um dort einen großen Schulcampus anzusiedeln.

Gymnasium, Realschule und Förderschulen könnten dort langfristig vereint werden und man könnte Synergien zu den benachbarten Sporthallen und dem Schwimmbad nutzen, hieß es. Doch zunächst sollte es um den Bau des Gymnasiums gehen. Im Dezember 2019 redete man sich im Kreisausschuss über den Energie-Standard des geplanten Schulhauses noch die Köpfe heiß. Die Planungen für das Gymnasium werden aber jetzt wohl erst mal in der Schublade liegenbleiben – jedenfalls so lange, bis man von Seiten der Realschule weiß, was man in einem eigenen neuen Schulhaus braucht und will.

Besonders wichtig sei eine gute Verkehrsführung zum geplanten Schulzentrum in Hammelburg, hieß es in den Sitzungen des Kreistags. Foto: Wolfgang Dünnebier

Realschule lieber jetzt gleich mitplanen?

Stadtplaner Wirth schlug vor, den Bau des Gymnasiums aufzuschieben und zunächst die neue Realschule mitzuplanen. So könne man Synergien mit einkalkulieren. "Dann wären wir halt mit allem ein Jahr später dran", sagte er. Seiner Ansicht müsste man mit den Verantwortlichen der Realschule sprechen, um "eine Idee zu bekommen", was in dem Neubau vorgehalten werden soll. Das würde sich laut Planer vielleicht ein halbes Jahr hinziehen. Anfang 2021 könnte dann das Preisgericht zum Architektenwettbewerb tagen, wagte er als Einschätzung.

Nicht ganz so optimistisch sah dies der Schulleiter des Frobenius-Gymnasiums, Matthias Ludolph: "Wir haben fünf Jahre gebraucht, angefangen vom pädagogischen Raumkonzept bis zu den heutigen Bauplänen", sagte er und ließ durchblicken, dass solche Pläne auch in der Realschule nicht zügiger entwickelt werden könnten. Ad hoc die gesamte Überplanung des Schulzentrums zu fordern, würde die Realschule, seiner Ansicht nach, unter Zeitdruck setzen.

Drei Varianten zum Schulcampus im Gespräch

Wirth hatte dann schon drei Varianten parat: Variante C (die getrennte Planung der beiden Schulhäuser) wurde in der Diskussion relativ schnell verworfen. Roland Limpert (PWG) und Reimar Glückler (CBB/Freie Wähler) fanden die Variante B interessant, also eine gemeinsame vertiefte Detailplanung für beide Schulhäuser.

Dass beide Schulen auf jeden Fall in die Planung einbezogen werden, wollten zum Beispiel auch Walter Gutmann (CSU) und stellvertretender Landrat Jürgen Englert (SPD). Nach längerer Diskussion konnten bei einer Abstimmung doch alle Stimmberechtigten im Ausschuss der Variante A das Meiste abgewinnen: Das bedeutet, man wird die Planung und den Neubau des Gymnasiums weiterverfolgen, aber auch die Leitung der Realschule miteinbeziehen, um eine schematische Planung des zweiten Schulhauses anzufertigen, erklärte der Stadtplaner das weitere Vorgehen.

So könnten gemeinsame Teilnutzungen besprochen werden. Dabei denkt man unter anderem an die gemeinsame Nutzung einer Aula, eines Pausenhofs, einer Mensa oder eines Gebäudebereichs für zwei Schulverwaltungen.

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