BAD KISSINGEN

Schwarzer Karfreitag für einen Drogenabhängigen

Das war ein besonders schwarzer Karfreitag für einen drogenabhängigen Mann aus Bad Kissingen. Weil er „affig“ war, also massive Entzugserscheinungen hatte und kein Heroin mehr zur Hand hatte, stieg der Mann im April vergangenen Jahres in einen Handy-Shop in der Innenstadt ein. Dabei schlug er mit einer Steinfliese ein Loch in das Schaufenster und verursachte so einen Schaden von 350 Euro.

Im Laden nahm er mehrere Mobiltelefone an sich und raubte zudem das Bargeld aus der Kasse. Die Diebestour ergab insgesamt einen Wert von rund 400 Euro. „Ich hatte kein Geld mehr und brauchte dringend neuen Stoff“, sagte der geständige Angeklagte nun vor Gericht.

Seit Jahren heroinabhängig

Seiner langjährigen Abhängigkeit vom Heroin ist auch der Diebstahl von Zigaretten und Alkohol im Oktober vergangenen Jahres in einem Kissinger Supermarkt geschuldet. Im Fall des Einbruchs in den Handy-Laden hatte der 35-Jährige das Diebesgut zu Geld gemacht, um sich neue Drogen kaufen zu können, im Fall des Diebstahls im Supermarkt konnten die Waren sicher gestellt werden.

An jenem Karfreitag, so der Angeklagte, „wusste ich nicht mehr, was ich tat“. Der Mann hatte mehrere Tabletten eines stark betäubenden Psychopharmaka zu sich genommen, und dazu reichlich Alkohol getrunken. Das ebenfalls abhängig machende Medikament hatte der Angeklagte, so war in einer Verhandlungsunterbrechung zu erfahren, problemlos von einem Hausarzt der Region verschrieben bekommen.

Therapie in Suchtklinik

Der 35-Jährige hat bereits eine weitreichende kriminelle Karriere hinter sich und saß mehrere Jahre in Haft. „Einfach so weiterleben macht keinen Sinn mehr“, sagte der Angeklagte. Das Gericht bot ihm eine letzte Chance, seinem Leben eine andere Richtung geben: Der Mann wurde zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, wovon er sechs in einer Fachklinik für Suchtkranke verbringen kann.

Bei erfolgreich absolvierter Therapie kann der Rest der Strafe anschließend zur Bewährung ausgesetzt werden. Diese Rechtsprechung ist Teil des so genannten Therapie-statt-Strafe-Paragrafen des Betäubungsmittelgesetzes.

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