RANNUNGEN

Silvaner schmeckte noch vorzüglich

Stolze Planmädchen: Einen großen und drei kleine Kränze haben die Mädchen aus Immergrün für den Planbaum geflochten. Foto: Daniel Wiener

„Wie samma? – Gut samma!“ So schallte es schon von weitem, als die Planmädchen von ihrer Waldexkursion zum Planplatz am Kriegerdenkmal zurückkehrten. Immergrün hatten sie gesammelt, für die Kränze, die den Planbaum am kommenden Samstag schmücken sollen und für die kleinen Kränze in der Kirche.

Die Burschen hatten derweil Schaufeln in der Hand, um das Loch für den Planbaum auszuheben. Das ist zwar vorbetoniert, wurde aber nach dem letzten Plan 2000 wieder mit Erde und Sand verschlossen. Es ist eine mächtige Grube, mit schrägem Einfallsschacht, um den Stamm schon zu Beginn in die richtige Position zu bringen.

Drei Meter tief ist die Grube und erst nach fünf Stunden stießen die Burschen auf die ersehnte „Schatzkiste“. Diese war vor zehn Jahren am tiefsten Punkt deponiert worden, um nun wieder zu Tage zu treten. Wein und Schnaps hatten die Planburschen von damals in die Kupferkartusche gelegt und eine Tageszeitung. Da jedoch Wasser eingedrungen war, war von der Zeitung nur noch eine unkenntliches Fragment übrig geblieben. Der Wein, ein 1999er Michelauer Silvaner, schmeckte jedoch noch vorzüglich, wie Planvereins-Vorsitzender Matthias Leurer der gespannten Burschenschaft verkündete.

Zwar waren fast alle der 63 Planburschen angetreten, doch je tiefer das Loch wurde, desto weniger Personen hatten Platz zum Schaufeln. Die anderen konnten sich derweil beim Abtransport des Materials oder Herbeischaffen von Brotzeit verdingen.

Die Mädchen flochten nach der Rückkehr aus dem Wald die Kränze. Vier Meter Durchmesser hat allein der Hauptkranz. Drei weitere kleinere werden dann ebenfalls den Planbaum zieren. Bei der Materialbeschaffung hatten sie sich jedoch etwas verschätzt. Fast doppelt so viel Immergrün wie benötigt war vorhanden. Gestützt hatte man sich auf die Zahlen von vor zehn Jahren, als das Immergrün nicht gereicht hatte. Damals waren es aber weit weniger Planpaare und somit auch weniger Sammlerinnen.

Mit dieser Aktion wurde gleichzeitig auch der Countdown eingeläutet. Am Montag und Dienstag wird die Mehrzweckhalle eingerichtet, denn dort werden die Abendveranstaltungen stattfinden. Am Mittwoch und Donnerstag wird der Planplatz hergerichtet und geschmückt. Am Freitag wird dann um 10 Uhr die Spitze für den Planbaum gefällt. Diese wird an den eigentlichen Stamm angeschäftet.

Der Planbaum wird am Samstag um 4 Uhr aus dem Wald geholt. Um 13 Uhr soll mit dem Aufstellen begonnen werden. Dieser Akt wird mindestens zwei Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

Aufgestellt wird der Planbaum übrigens nicht von den Planburschen, sondern von der Dorfbevölkerung. Die Burschen und Mädchen tragen dann nämlich schon ihre Tracht und warten darauf, den ersten Plantanz angehen zu können.

Alle packten an: Mit vereinten Kräften wurde das Loch für den Planbaum ausgehoben. Foto: Daniel Wiener

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