WILDFLECKEN

Singend in die Nähe Gottes

Hilft in den Sommerferien: Pfarrer Alfred Anazodo in der Pfarrkirche St. Josef in Wildflecken. Foto: Helmut Raab

(mut) Als sich Alfred Anazodo in seiner Heimat Nigeria ins Flugzeug setzte, hatte es sommerliche 30 Grad. „Bei meiner Ankunft in Deutschland zeigte das Thermometer gerade mal 13 Grad an.“ Dieser große Temperaturunterschied überraschte den Pfarrer. Schließlich ist in seiner Heimat derzeit Regenzeit und in Deutschland hatte er Hochsommer erwartet.

Bis 9. September betreut Alfred Anazodo als Ferienvertretung die Pfarreiengemeinschaft Oberer Sinngrund. Aufgewachsen ist der 53-jährige Pfarrer mit fünf Geschwistern in Awka in Nigeria. Schon als Kind hatte er den Wunsch, einmal Priester zu werden. Unterstützung fand er bei der Verwirklichung seiner Berufung durch die Eltern und Geschwister.

Zum Priester wurde Alfred Anazodo am 22. August 1987 in seiner Heimatstadt Awka geweiht. Danach war er für fünf Jahre als Kaplan in verschiedenen Gemeinden in Nigeria tätig. Von 1996 bis 2001 hat er an der Universität in Bamberg Liturgiewissenschaften studiert. Sein Studium schloss er 2001 mit dem Doktortitel ab. Die deutsche Sprache hat er sich während seines Studiums angeeignet.

Danach ist er nach Nigeria in die Gemeinde St. Johannes und Paul in der Diözese Awka zurückgekehrt. Er war als Vorsitzender der Liturgiekommission in der Provinz Ontsha tätig. Er hat im igbosprachlichen Gebiet von Awka weitere kirchliche Aufgaben übernommen.

Dass er vom Bischöflichen Ordinariat Würzburg als Aushilfspfarrer für die Pfarreiengemeinschaft „Oberer Sinngrund“ mit den Gemeinden Wildflecken, Oberbach und Riedenberg engagiert wurde, freut ihn sehr. Beeindruckt hätte ihn die freundliche Aufnahme bei den Kirchenbesuchen und der „kräftige Gesang“ der Gottesdienstbesucher in den Eucharistiefeiern.

Er vermisst allerdings ein wenig das in Afrika übliche Gespräch der Christen untereinander und mit ihm nach dem Kirchgang. Mit seinem Gesang bei der „Wandlung von Brot und Wein“ möchte er den Besuchern ein Gefühl von Gottesnähe vermitteln, erzählt der Pfarrer. In den wenigen Wochen seiner Vertretungszeit will er nicht nur den Gläubigen näherkommen, sondern auch die schöne Landschaft der Rhön kennenlernen. Dass er dabei seine Deutschkenntnisse weiter verbessert, ist ein weiterer Wunsch Anazodos.

In Deutschland hat ihn schon während seines Studiums in Bamberg die Sauberkeit, Ordnung und Pünktlichkeit der Menschen beeindruckt. Er spürt diese auch jetzt wieder.

So ist es kein Wunder, dass er nach dieser ersten „Aushilfstätigkeit“ in den kommenden Jahren gerne weitere in der Region folgen lassen würde. Während seiner Aushilfszeit, die am 1. August begonnen hat und am 9. September enden wird, wohnt der Pfarrer im Kinderdorf St. Anton in Riedenberg. Das Autohaus Beck in Wildflecken hat Pfarrer Anazodo während seiner Vertretungszeit kostenlos ein Auto zur Verfügung gestellt.

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