BAD BRÜCKENAU

Stadträte lehnen Eisenbahn ab

Ein Zug auf den Schienen im Sinntal? Etliche Stadträte forderten einen klare Positionierung für den Radweg. Foto: Pia Richter

Ein paar Tage hatte vorsichtiger Optimismus geherrscht, jetzt nur noch Ernüchterung: Im Bad Brückenauer Stadtrat wurde das Ansinnen von Fahrgastverband Pro Bahn, Bund Naturschutz und Verkehrsclub Deutschland diskutiert, auf der stillgelegten Strecke der Sinntalbahn wieder Züge fahren zu lassen. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) musste Vorwürfe über sich ergehen lassen.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass die alte Bahnstrecke wiederbelebt werden soll. Vorbild könnte die Ilztalbahn bei Passau sein, die mit viel ehrenamtlichem Engagement fit gemacht und vergangenes Jahr den Sommer über erfolgreich betrieben wurde.

Meyerdierks hatte sich damals so gegenüber der Main-Post geäußert: „Bevor sich wieder jahrzehntelang nichts tut, soll lieber die Bahn wieder fahren.“ Eine klare Absage an das Projekt war das nicht.

Diese Aussage fiel ihr nun auf die Füße. Besonders die Stadträte Birgit Poeck-Kleinhenz und Jürgen Pfister (beide PWG) übten in der vergangenen Sitzung Kritik. Pfister: „Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden hätten ganz klar sagen müssen, dass sie auf der Trasse einen Radweg wollen.“

Erklärtes Ziel der in der Brückenauer Rhönallianz vereinigten Kommunen ist es ja, von Jossa bis Wildflecken einen gut befahrbaren Radweg zu schaffen. Dazu wird die stillgelegte Bahntrasse benötigt.

Poeck-Kleinhenz forderte die Bürgermeisterin auf, sich jetzt zu positionieren. Deren Antwort: „Es wäre schön, wenn wir das könnten. Aber wir haben keine Handhabe. Solange es einen Interessenten für die Strecke gibt, ist alles blockiert.“

Die PWG-Stadträtin hakte nach. Sie zweifelte am touristischen Wert der wieder belebten Sinntalbahn: Die Ilztalbahn habe als Endpunkt Passau, die Rhönbahn, die von Gersfeld aus fährt, ende in Fulda: „Die Sinntalbahn endet irgendwo im Nirwana bei Wildflecken.“

Meyerdierks entgegnete: „Bei der Ilztalbahn war die Sache auch schon durch. Niemand hätte gedacht, dass die seit zehn Jahren stillgelegte Bahn noch einmal mit großem Erfolg fährt.“

Der Förderverein der Ilztalbahn habe 700 Mitglieder, die die Strecke wieder fit gemacht haben. Derzeit sei Pro Bahn bestrebt, so einen Förderverein auch für Sinntal aufzubauen: „Sie lassen das Projekt sicher fallen, wenn sie merken, dass kein Interesse da ist.“ Denn den Radweg wollten eigentlich alle.

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