COBURG/HAMMELBURG

Stählerne Studentenbude

Wohnlich: Julia Keidel in dem von ihr eingerichteten Container.
Wohnlich: Julia Keidel in dem von ihr eingerichteten Container. Foto: Valerie Schütz, Madelaine Ruska, Martin Settele

Mit einem besonderen Projekt macht die Hammelburgerin Julia Keidel in Coburg von sich reden. Die 27-Jährige Studentin der Innenarchitektur ist Urheberin der „Studentenbude“.

Im Rahmen der zweiteiligen Ausstellung zum 200-jährigen Bestehen der Universität Coburg informiert ein Übersee-Container auf dem Albertsplatz über die Lebenswelt Coburger Studierender. Eingebaut ist eine typische Studentenbude, bestehend aus einem Wohn-Schlaf-Arbeitsraum, einer Küche und einer Toilette.

Ein riesiger Baukran hievte den Container Anfang Oktober auf den zentralen Platz. Die Einrichtungsgegenstände stammen von Coburger Studierenden. Statistiken geben Auskunft zu Wohnen, Freizeit, Arbeitsbelastung, Essen.

Julia Keidel, vielen bekannt als Vorsitzende der Hammelburger Karnevalsgesellschaft, hatte die Idee zu dem Vorhaben in einem Gruppenseminar zum sechsten Semester. Die Universitätsleitung entschloss sich zur Umsetzung.

Richtig wohnen kann man in der stählernen Studentenbude nicht. „Es fehlen Wasser- und Abwasseranschlüsse das wäre zu aufwändig gewesen“, erläutert Julia Keidel. Zumal der Container nur geliehen ist, und nichts angebohrt werden darf.

In der Ausstellung erfahren Besucher etliches über die Lebensgewohnheiten von Studenten. Ohne allzu viel lesen zu müssen, weil alles grafisch ansprechend aufbereitet ist. Die Erkenntnisse, von Mitstudenten zusammengetragen, verraten zum Beispiel, dass die Hälfte der Universitätsbesucher in Wohngemeinschaften wohnt, die andere Hälfte aber einzeln. Oder dass der Schreibtisch nach Einschätzung der Studenten ihr wichtigster Einrichtungsgegenstand ist. Gefolgt vom Bett und dem Billigregal eines schwedischen Möbelkaufhauses.

Für Julia Keidel ist die Studentenbuden-Aktion ein schöner Abschied von Coburg. Sie schließt ihr Studium nach dem neunten Semester ab, und fängt im Dezember in einem Architekturbüro in einer unterfränkischen Kleinstadt an. Damit ist sie näher an zuhause und kann sich auch der kommenden Faschingssession widmen. Die Innenarchitektur hat sie nicht nur wegen der Gestaltung der Räume gewählt, sondern auch mit Blick auf die Menschen, die darin leben. Der Container kann noch bis 15. November auf dem Albertsplatz in Coburg besichtigt werden.

Aufwändige Anlieferung.
Aufwändige Anlieferung.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Hammelburg
  • Wolfgang Dünnebier
  • Innenarchitektur
  • Semester
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!