RÖMERSHAG

Starke Partner in Sachen Altersarmut

Stehen im Regen: Burkhard Damrau und Dieter Richter, Kabarettisten der Leipziger Pfeffermühle, im Gasthaus Breitenbach.
Stehen im Regen: Burkhard Damrau und Dieter Richter, Kabarettisten der Leipziger Pfeffermühle, im Gasthaus Breitenbach. Foto: E. Herdt

„Die Deutsche Rentenversicherung – Ihr starker Partner in Sachen Altersarmut!“ Mit diesem Werbespruch verkaufen Dieter Richter und Burkhard Damrau Altersvorsorge. Die beiden Kabarettisten der Leipziger Pfeffermühle decken in ihrem Programm „Da Capo“ die Absurditäten des Altwerdens und der Rentenansprüche auf, scharf gewürzt und mit viel Biss.

Mit Konfettiregen und „Stimmung“ wird den Zuhörern im vollbesetzten Saal im Gasthaus Breitenbach im Verkaufsgespräch erklärt, was sie von der Rente zu erwarten haben. Die Meisten hätten eine völlig antiquierte Vorstellung. Damit räumen die Kabarettisten auf. Rente sei die reine Symbolik machen sie klar. Sie werde nur in Einzelfällen ausgezahlt.

Nach einem Sporttest mit dem Publikum kommen die Rentenexperten ohnehin zu dem Schluss, dass das Römershager Publikum die Altersvorsorge nicht brauche. Sie verabschieden sich mit einem geträllerten „Rentenlos, sie sind ihre Rente los“ um wenige Sekunden später als Bewohner eines „offenen Altersvollzugs mit Freigang“ auf Sächsisch über die Gebrechen und sonderbaren Dinge des Altwerdens zu philosophieren. Immerhin sei das „Altwerden die beste Methode für ein langes Leben“.

Den Arbeitsmarkt haben Dieter Richter und Burkhard Damrau auch im Griff. Wer heute eigentlich noch produktiv arbeitet? Der Schwarzarbeiter sei derjenige, der die Wirtschaft antreibt. Dabei sei er aber zu teuer. Eine polnische Putzfrau koste nur die Hälfte an Gehalt und sei auch noch besser qualifiziert. Denn sie habe eine abgeschlossene Ausbildung zur Lehrerin und könne daher neben dem Putzen den Kindern gleich noch kostenlose Nachhilfe geben.

Und für die 20 Euro, die der deutsche Handwerker die Stunde bekommt, fliese der Pole das ganze Bad und poliere einem noch die Zähne, schließlich sei er eigentlich Zahnarzt. Was mache man in Polen, wenn dort die Zahnärzte fehlten, weil die sich in Deutschland als Fliesenleger versuchen? Man hole sich die Arbeitskräfte aus der Ukraine. Die Ukrainer beglichen die Differenz dann mit den Usbeken. Und am Ende bleibe ein leeres „Absurdistan“, ein schönes Urlaubsdomizil für den deutschen Schwarzarbeiter.

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