Statt dem Lover kam die Kripo: Schwuler verurteilt

Ich habe mich auf alles eingelassen, um möglichst schnell aus der Sache rauszukommen.“ Die Sache, die ein 21-jähriger Mann über sich hat ergehen lassen, geschah im Homosexuellen-Milieu und war gespickt mit krimineller Energie. Derjenige, der sie ihm angetan hat, muss nun hinter Gitter. Zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilte das Schöffengericht Bad Kissingen einen 40-jährigen Mann wegen sexueller Nötigung und versuchter Erpressung.

Der Angeklagte aus dem Landkreis hatte sein Opfer über ein Internet-Forum kennengelernt. „Alter, Aussehen und Wellenlänge haben aber für mich nicht gepasst“, erzählte der 21-Jährige dem Richter. Er habe deshalb sexuelle Kontakte mit dem 40-Jährigen abgelehnt.

Doch der halb so alte Mann hatte es dem Angeklagten anscheinend angetan. Unter neuem Nickname und mit dem Foto eines anderen und deutlich jüngeren Mannes hatte der 40-Jährige erneut mit dem 21-Jährigen Kontakt aufgenommen. „Ihr Tun war von Anfang an auf Täuschung angelegt“, warf der Staatsanwalt dem Angeklagten vor.

Der 21-Jährige hatte den vermeintlichen Lover dann in einer Januarnacht aufgesucht und sich, wie per SMS vereinbart, schon im Flur seiner Kleidung nahezu entledigt. „Als ich ihn dann im Wohnzimmer sah und erkannte, war ich total baff“, so das Opfer. Er habe die Wohnung sofort wieder verlassen wollen, doch der mehrfach vorbestrafte Angeklagte habe ihn gehindert. „Er hat mir die Klamotten und Autoschlüssel weggenommen.“

Dass das Opfer mit einem Küchenmesser die Rückgabe erzwingen wollte, hatte den 40-Jährigen nicht beeindruckt. Dreist gab er sich als Polizist aus und erzählte von einer Videokamera in seiner Wohnung, die den 21-Jährigen mit dem Messer in der Hand nun aufgezeichnet hätte. Der Jüngere ließ sich durch dieses Täuschungsmanöver dermaßen verunsichern, dass er schließlich zum Analverkehr und anderen sexuellen Handlungen einwilligte.

Als am Tag darauf der 40-Jährige erneut Sex mit dem Jüngeren gefordert hatte und zudem von ihm Geld zu erpressen versuchte, hatte das Opfer Strafanzeige erstattet. Beim nächsten geplanten Date stand im Flur des Täters dann die Kripo.

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