BAD KISSINGEN

Stephanie Probst: Leben mit Arabern und Friesen

Die jüngste Tierlehrerin Deutschlands: Stephanie Probst, Juniorchefin des Circus Probst, mit ihren Friesenhengsten. Foto: Sigismund von Dobschütz

Noch bis Montag gastiert der in Neustadt an der Weinstraße beheimatete Circus Probst mit seinen 20 Artisten aus aller Welt auf dem Festplatz des früheren Kasernengeländes. „Kultur pur“ heißt die aktuelle Schau aus menschlicher Akrobatik und spannenden Tierdressuren mit afrikanischen Watussi- und ungarischen Steppenrindern, Kamelen und Dromedaren sowie Friesen- und Araberhengsten.

„Die Tiere stehen bei uns an erster Stelle“, versichert Juniorchefin Stephanie Probst (24), eigenen Angaben zufolge Deutschlands jüngste Tierlehrerin. Natürlich gebe es auch in der Zirkusbranche schwarze Schafe.

Sie selbst sei aber eine überzeugte Tierschützerin. „Wir leben mit den Tieren und wir leben von den Tieren.“ Auch Tourneeleiter Laurens Thoen versichert: „In einem guten Zirkus steht das Tier immer an erster Stelle.“

„Die Tiere stehen bei uns an erster Stelle.“

Stephanie Probst, Juniorchefin

„Guter Zirkus“ bedeutet für den Holländer die perfekte Kombination aus artistischer Leistung und menschlicher Wärme. Für ihn ist echter Zirkus nur das persönliche Erlebnis in der Manege. Mit den Shows im Fernsehen kann er nichts anfangen. Die seien viel zu steril. Zirkus sei doch ein Erlebnis für alle Sinne: „Man muss den Schweiß der Akrobaten riechen.“ Denn Zirkus sei harte Knochenarbeit.

Zum Circus Probst gehören 75 Menschen aus 14 Nationen von der Ukraine bis Kuba, Handwerker und Tierpfleger, Fahrer und Musiker. Probst leistet sich sogar noch ein richtiges Sechs-Mann-Orchester. „Pro Tag haben wir Gesamtkosten von 4000 bis 5000 Euro“, verrät der Bürochef. Fünf Tage Bad Kissingen kosten also 20 000 Euro.

Das muss in den Vorstellungen hart erarbeitet werden. Mal gelingt es schlechter, mal besser. Beim aktuellen Sonnenwetter in Bad Kissingen hofft die Zirkusfamilie auf guten Besuch.

Trotz aller Härte des Zirkusgeschäfts will Stephanie Probst mit ihren beiden Geschwistern Sonja (26) und Andreas (21) den Familienbetrieb weiterführen. „Unsere Eltern haben mit viel Mühe und Not den Betrieb aufgebaut.“ Sie selbst kenne doch nichts anderes. Schließlich sei sie im Zirkus aufgewachsen, den Vater Reinhard nach einigen Jahren als Artist vor knapp 30 Jahren gegründet hat. Als Sechsjährige sei sie schon mit eigener Pony-Schau in der Manege aufgetreten. Heute zeigt die 24-Jährige ihre orientalische Dressur mit Kamelen, Dromedaren und feurigen Araberhengsten.

Circus Probst, Vorstellungen am Samstag (16 und 19.30 Uhr), Sonntag (11 und 16 Uhr) sowie Montag (16 Uhr, Familientag); Info und Kartenreservierung unter Tel. (01 75) 7 97 84 49.

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