Fulda

Südlink: Widerstand in Südhessen wächst

Die Chefs der drei Fuldaer Vorgemeinden wollen sich gemeinsam gegen den Bau der Gleichstromtrasse Südlink über ihr Gebiet wehren. Sie bezweifeln die Notwendigkeit und sehen den Gesundheitsschutz für die Bürger nicht gewährleistet.
Die drei Fuldaer Vorort-Gemeinden Eichenzell, Petersberg und Künzell wehren sich jetzt mit vereinten Kräften gegen die Pläne des Netzbetreibers Tennet, die Starkstromtrasse Südlink möglicherweise durch das Gebiet der drei Gemeinden zu bauen. Sie wollen auch zukünftig gemeinsam gegen die Trassenpläne kämpfen.

Jetzt trafen sich die Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos), Karl-Josef Schwiddessen und Peter Meinecke (beide CDU) mit Vertretern von Bürgerinitiativen. Dabei vereinbarten die drei Rathauschefs, vereint gegen Südlink zu kämpfen. "Es trifft uns gemeinsam. Deshalb äußern wir uns auch gemeinsam", sagt Kolb. Er unterstreicht, dass die drei Kommunen bezweifeln, dass Südlink überhaupt nötig sei.

Bedeutung des Themas zeigen

Die Gemeindevertretungen der drei Kommunen haben schon jede für sich die Pläne abgelehnt. Mit dem vereinten Widerstand wollen die drei Verwaltungschefs der Öffentlichkeit und Tennet klar machen, für wie groß sie die Einschränkungen und Gefahren halten, falls die Starkstromtrasse durch Osthessen gebaut würde.

"Wir müssen unseren Bürgern zeigen, wie wichtig das Thema für sie ist", sagt Schwiddessen. Zusammen sprächen die drei Bürgermeister für 40.000 Einwohner. "Wir müssen weiter Druck machen. Ohne unseren Druck gäbe es auch nicht die Alternativtrassen im Westen des Landkreises", erklärt er.

Schon erheblich vorbelastet

Meinecke mahnt, die drei Kommunen seien heute schon durch Autobahn und ICE-Strecke, durch Erdgas- und Salzlaugenleitung sowie die bestehende 380-Kilovolt-Leitung übermäßig belastet. Eine zweite 380-Kilovolt-Leitung wird vermutlich in Zukunft - unabhängig von der Gleichstromtrasse Südlink - ebenfalls durch die Kommunen führen.

Die drei Bürgermeister fürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen für ihre Bürger durch Südlink. Selbst Wohngebiete, Kindergärten und Schulen würden bei der Trassenplanung missachtet und von Hochspannungsleitungen überspannt. Die Grenzwerte für geladene Teilchen unter Freileitungen seien in Deutschland um ein Vielfaches höher als in der Schweiz, Italien oder den Niederlanden. "Der deutsche Staat schützt seine Bürger offenbar schlechter", beklagt Schwiddessen.

Kritik an der Energiewendepolitik

Er übt auch grundsätzliche Kritik: Die Energiewende sei "eine Flickschusterei und ein Projekt ohne Plan". Es würden jetzt Stromtrassen geplant, ohne dass klar sei, wo die elektrische Energie in Zukunft überhaupt herkomme. Der Bund solle mehr Kraft in die Erforschung der Energiespeicherung investieren, fordert er. Die Umwandlung von Strom zu Erdgas ("Power to Gas") sei eine Alternative zur Trasse. Der Bund müsse einheitlich vorschreiben, wie groß der Mindestabstand zwischen Trasse und Wohnbebauung sei.

Falls die Suedlink-Trasse durch die Stadtregion gebaut werde, würden die drei Kommunen in ihrer Entwicklung erheblich eingeschränkt. Das sei angesichts der ohnehin schwindenden Möglichkeiten ihrer Gemeinden zur Expansion nicht hinzunehmen. "Unsere Gemeinden würden durch den Suedlink zerschnitten", warnt Kolb. Wenn die Trasse wirklich kommen sollte, dann müsse sie als Erdkabel verlegt werden, fordert Meinecke.


Rückblick

Weitere Artikel

Schlagworte

  • CDU
  • Gesundheitsschutz und Vorsorge
  • Gleichstromtrassen
  • Stromtrasse
  • Südlink
  • Tennet
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!