KREUZBERG

Tapfer durch den feuchten Winter

Flott unterwegs: Durch den Buchenwald ging es mit Schneeschuhen hinauf zum Kreuzberg. Pater Augustin Parambakathu (links) und der Rhön-Yeti André Schmitt (Zweiter von rechts) führten die Tour an. Foto: Marion Eckert

Auch wenn Regen und Tauwetter die Schneemassen auf dem Kreuzberg empfindlich reduzierte, fand die von Pater Augustin Parambakathus initierte Benefiz-Schneeschuhtour mit dem Rhön-Yeti zugunsten des Indienprojektes „Ein Haus zum Lernen“, statt.

Zwar gab es am Sonntagvormittag bange Anfragen, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet, doch Pater Augustin und der Rhön-Yeti Andre Schmitt waren sich einig, dass die Tour bei jedem Wetter stattfindet. Überrascht war Pater Augustin, dass sich mehr als 30 Personen einfanden, die der feuchten Witterung trotzten. Und tatsächlich – während der einstündigen Tour über den Kreuzberg regnete es nicht, lediglich der Nebel kroch feucht in die Kleidung.

„Bei schönem Wetter kann ja jeder“, meinte Pater Augustin. Zuerst warf er aber doch einen skeptischen Blick auf die Schneeschuhe. Völlig unklar war wie diese Teile an die Schuhe montiert werden. Doch dank Unterstützung hatte schließlich jeder Teilnehmer seine Schuhe an den Füßen, die Stöcke waren auf die Länge eingestellt und die Tour konnte beginnen. Natürlich angeführt vom Rhön-Yeti, der jedoch nicht im Kostüm sondern in Funktionskleidung die Tour führte.

„Wir gehen langsam los. Erstmal an die Schneeschuhe gewöhnen und ein Gefühl dafür bekommen“, hieß es. Zu Beginn der Tour dankte der Pater den Teilnehmern, dass sie zugunsten des Projektes „Ein Haus zum Lernen“ die Tour auf sich nehmen, um so etwas Gutes zu tun. Pater Stanislaus Wentowski vom Kloster Kreuzberg wünschte den Schneeschuhwanderern viel Vergnügen mit dem Schnee am Kreuzberg, wollte selbst aber keine Schneeschuhe anziehen.

Dann ging es los. Der Schnee reichte aus um tüchtig bergan zu stapfen. Durch den Buchenwald ging es auf die Hochfläche. Immer einer hinter dem anderen, arbeitete sich die Gruppe durch Schnee und den Nebel. Gitti und Uwe Zahn aus Obertshausen bei Offenbach waren begeistert. „Eine tolle Idee“. Sie haben auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft von Pater Augustins Aktion erfahren und beschlossen teilzunehmen. „Wir sind alle vier Wochen in Bischofsheim, das hat diesmal gut gepasst.“ Auf Schneeschuhen haben Gitti und Uwe Zahn noch nie gestanden. „Eine toller Erfahrung“ bestätigten beide. „Es ist eine echte Alternative zum Skifahren“, meinte Gitti Zahn.

Auch für Traudl Niederreuther aus Unterweißenbrunn war es die erste Schneeschuhtour. „Eigentlich bin ich Skifahrerin. Aber ich war bei der Barfußwanderung mit Pater Augustin dabei, dann auch jetzt bei der Schneeschuhtour.“ Die Unterweißenbrunnerin ist von der Idee begeistert, solche sportlichen Aktionen anzubieten, um Geld für Pater Augustins Indienprojekt zu sammeln. „Weil es für einen guten Zweck ist, bin ich dabei“, betont sie.“

Ebenfalls ein Teilnehmer der Tour war der Bad Kissinger Extremsportler Walter Lauer. Der Mountainbike- und Outdoor-Freak sah die Tour als willkommene Abwechslung. „Eigentlich wollte ich Fahrradfahren.“ Im Internet stieß er auf die Ankündigung der Tour. Gemeinsam mit Klaus Neumann beschloss er sich der Tour anzuschließen. Natürlich war die Runde für ihn nur was zum aufwärmen. „Hinterher geht's noch in die Sauna und zum Krafttraining“, sagte Lauer.

Auch für Steven Brodführer war die Tour etwas kurz. Er war mit seinem Vater Jochen mit von der Partie und wäre gern noch weiter gelaufen. „Ich suche die sportliche Herausforderung und solche Events“, so der 18jährige. Als er von der Schneeschuhtour hörte, war für ihn klar, dass er und sein Vater dabei sind. „Es ist sehr empfehlenswert. Wir werden auf jeden Fall noch mal auf Tour gehen“, bestätigte Jochen Brodführer.

Und Pater Augustin, wie erging es ihm im Schnee? Er stampfte tapfer durch die Winterlandschaft und fand, dass Schneeschuh-Laufen eine sicherere Sache sei als Skifahren. „Man rutscht nicht weg. Ich habe mich sicher gefühlt.“ Schnee ist ihm aus seiner Heimat Indien nicht vertraut, kommt er doch aus Südindien. Doch den Rhöner Winter mit viel Schnee, den mag er schon. „Es hat mir wirklich Spaß gemacht, man ist mit Schneeschuhen flexibel.“ Was ihn besonders freut ist die Bereitschaft der Menschen sich für sein Projekt zu engagieren. 442 Euro konnte er an Spenden von den Teilnehmern der Schneeschuhwanderung entgegennehmen.

Die Bilder von der Schneeschuhwanderung wird er zu seinen Mitbrüdern nach Indien schicken, damit sie sich vorstellen können, was in Deutschland für Aktionen auf die Beine gestellt werden, um in Indien Einrichtungen wie „Ein Haus zum Lernen“ zu schaffen. „Die Kinder dort können sich Schnee überhaupt nicht vorstellen.“

Dank ging an Andre Schmitt, der die Ausrüstung für die Teilnehmer zur Verfügung stellte, die Tour organisierte und führte. „Uns geht es so gut, ein kleines bisschen von unserm Glück und Wohlstand können wir mit diesen Aktionen, wie der Barfußwanderung und der Schneeschuhwanderung abgeben.“ Schmitt hat sich zum Ziel gesetzt wenn möglich zwei weitere Häuser zu finanzieren.

14 000 Euro werden für ein Haus benötigt, die wurden im diesem Jahr mit diversen Aktionen schon gesammelt. „Das Spendenprojekt geht weiter, damit noch mehr Gemeinden bedacht werden können“, so Schmitt. Ideen hat er schon für künftige Aktionen. Auf jeden Fall soll bei genügend Schnee im Januar oder Februar eine weitere Schneeschuhtour angeboten werden.

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