Thundorf

Thundorf: Gibt es für die Kommunalwahl 2020 noch eine Liste?

Bürgermeister Egon Klöffel zog bei der Nominierungsversammlung in seinem Heimatort gegenüber Edwin Braun den Kürzeren. Geschlagen geben will er sich deswegen nicht.
Bei der Nominierung zur Kommunalwahl 2014 bekam Kandidat Egon Klöffel (rechts) die meisten Stimmen in Thundorf. Diesmal ist Edwin Braun der Gewinner. Unser Bild entstand im Oktober 2016, als Edwin Braun als Gemeinderatsmitglied vereidigt wurde. Foto: Archiv Philipp Bauernschubert

Freilich habe ihn das Votum vom 12. November im Thundorfer Sportheim "getroffen". Daraus macht Gemeindechef Klöffel keinen Hehl. Für ihn als Kandidaten für die Wahl 2020 hoben lediglich elf Wahlberechtigte die Hand, während Edwin Braun die doppelte Stimmenzahl für sich verbuchen konnte. "Man überlegt, ob man fünfeinhalb Jahre lang die richtige Politik gemacht hat", sagt der 55-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion. Denn er habe versucht, im Gemeinderat jeden Ortsteil gleich zu behandeln. "Was in den Bürgerversammlungen als dringlich benannt wurde, haben wir alles aufgearbeitet", sagt Klöffel.

Das Ergebnis der Abstimmung im Sportheim muss den Bürgermeister gleich mehrfach schmerzen. Zum einen dürfte es für ihn nicht leicht zu verwinden sein, wenn man als Amtsinhaber selbst im Heimatort so wenig zählt. Zum anderen riss diese Abstimmung eine alte Erinnerung an 2014 auf. Denn auch damals trat Edwin Braun bei der Nominierungsveranstaltung in Thundorf als Konkurrent zu Egon Klöffel an, den die CSU seinerzeit als Nachfolger von Anton Bauernschubert favorisierte. Klöffel siegte allerdings damals ganz klar (27:13). Dass Klöffel dem einstigen Kokurrenten nun haushoch unterlag, muss ihn schwer treffen.

Meinungen gehen auseinander

Warum Klöffel so wenige, Braun so viele  Stimmen bekam, darüber gehen die Meinungen, nach Gesprächen mit Insidern, auseinander. Es gebe etliche Bürger, die unzufrieden seien mit der Politik des Amtsinhabers, sagen die einen und meinen, dass er, neben seinen drei Berufen als Schreiner, Brauer und Bestatter, eben zu wenig Zeit für das kommunale Amt übrig habe. Klöffel habe seine Amtszeit "zu ruhig angehen lassen", glauben andere. Sicher habe er die drei Gemeindeteile stets im Auge. Dennoch werde dort zu wenig  weiter entwickelt.

Nach Ansicht des Bürgermeisters sei das Ergebnis der Abstimmung teilweise auch organisatorisch bedingt gewesen. Denn möglicherweise hätten viele Thundorfer gar nicht gewusst, dass Aufstellungsversammlung ist, weil der Termin lediglich in den örtlichen Gemeindenachrichten angekündigt worden sei. Laut Klöffel dürfte auch der am Abend der Zusammenkunft stattfindende Martinszug in gewissem Sinn dazu beigetragen haben, dass weniger Leute als sonst den Weg ins Sportheim fanden.

Theinfelder Liste steht noch aus

Vielleicht hätten die Leute auch nicht genau gewusst, ob er wieder kandidieren will, hält Klöffel für möglich. Denn er habe nur im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung verlauten lassen, dass er wieder kandidieren will. Mit der CSU an sich habe das Ergebnis nichts zu tun, glaubt Klöffel. Denn der Ortsverband zähle aktuell nur noch elf Mitglieder. Und die Wählergemeinschaft Thundorf, die am 12. November im Sportheim nominierte, sei eine "freie Organisation", zu der jeder kommen könne. 

Die Wählergemeinschaft Rothhausen schickte jetzt am 17. November die stellvertretende Bürgermeisterin Judith Dekant ins Rennen um den Bürgermeistersessel. Anfang Dezember müssen sich auch die Theinfelder noch entscheiden, wen sie für die Kommunalwahl 2020 nominieren.

Stichtag Mitte Dezember 

"Ich sehe schon noch Möglichkeiten", sagt Klöffel und lässt anklingen, dass er sich notfalls auch um eine neue Liste bemühen will. Denn schließlich sei noch Zeit bis zum 17. Dezember. Dann sei nämlich der erste Stichtag für die Abgabe von Kandidatenlisten. Am 23. Januar ist dann der letzte Stichtag für die Abgabe gültiger Wahlvorschläge anberaumt. Für einen neuen Wahlvorschlag bräuchte Klöffel, entsprechend der Thundorfer Einwohnerzahl, 50 Unterstützer.

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