Hammelburg

Truck auf dem Marktplatz erzählt von Flüchtlingsschicksalen

Der Flucht-Truck des katholischen Missionswerks Missio hat auf dem Marktplatz Station gemacht. In dem Fahrzeug, das seit 2012 durch den deutschsprachigen Raum tourt, macht eine Ausstellung Flucht und Vertreibung am Beispiel des Kongo persönlich erlebbar.
Dazu schlüpft jeder Besucher in eine von acht exemplarischen Biografien.

In sechs Räumen durchlaufen die Teilnehmer typische Stationen eines Flüchtlings aus dem Kongo. Ein kleiner Gemeindesaal in einem Dorf ist der Ausgangspunkt. Dort erlebt der Besucher einen Überfall einer Rebellengruppe. Er zwingt ihn zur Flucht. An interaktiven Bildschirmen muss jeder entscheiden, welche persönlichen Sachen er in dieser Situation auf die Schnelle mitnehmen soll. Davon hängt auch der weitere Verlauf der Biografie ab.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ein Zeugnis so wichtig ist", meinte ein Schüler der Klasse 9 a der Hammelburger Realschule, die die Ausstellung als erste Gruppe besichtigte. Mit Dokumenten kann ein Flüchtling seine Herkunft und Qualifikation leichter nachweisen. Denn nach einer Fahrt auf einer Lkw-Pritsche zwischen Kanistern und Behältern, die im Truck nachgebildet ist, muss sich der Flüchtende in der Stadt Bukavu durchschlagen. Seine Entscheidungen beeinflussen, wie es ihm dort ergeht. Die Ausstellung endet mit einem Aufruf, sich für Flüchtlinge zu engagieren.

Der Kreiscaritasverband hat den Truck nach Hammelburg geholt, um Besucher für die Situation von Flüchtlingen zu sensibilisieren, wie Ruth Hartmann erklärte. Drei Bewohner der Asylunterkunft in Euerdorf erzählten den Schülern daher zusätzlich aus ihrem Leben.

Die Ausstellung ist noch am heutigen Mittwoch, 10. Juni, von 8.30 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Hammelburg zu sehen. Ein Rundgang dauert etwa 15 Minuten. Serge Aka, pä dagogischer Mitarbeiter des Projekts, führt Besucher in das Thema ein.

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