BAD BRÜCKENAU

Vermisstensuche forderte vollen Einsatz

Spaß beim Üben: Maria Klug von der SEG Bad Brückenau mit „Freund“ bei der Großübung im Wald. Foto: Rotes Kreuz

Wie geht man eigentlich bei einer Vermisstensuche vor? Was ist zu beachten und wie verhält man sich richtig? Um solche Fragen zu beantworten, fand eine Übung der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes Bad Kissingen gemeinsam mit der Sanitätsbereitschaft Bad Brückenau statt.

Das Szenario: Claudia ist verzweifelt. Die drogenabhängige junge Frau hinterlässt einen Abschiedsbrief, in dem sie erklärt, sich im Römershager Forst das Leben zu nehmen. Die Familie versucht, in Eigeninitiative die 25-Jährige zu finden, und bleibt selbst im Wald verschollen. Die Nachbarn informieren die Behörden.

Glücklicherweise ist dies nur eine fiktive Geschichte für die Übung der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes Bad Kissingen und der Sanitätsbereitschaft Bad Brückenau. Unter Umständen könnte aber genau so eine ernst zu nehmende Meldung lauten.

Gegen 18.30 Uhr treffen 30 ehrenamtliche Rettungskräfte des Roten Kreuzes am Pilsterparkplatz ein. Bei einer solchen Suche werden die Arbeitsbereiche aufgeteilt: Die Helfer aus Bad Brückenau bereiten Patientenzelt und Liegen vor, sowie medizinische und technische Grundversorgung.

In der Zwischenzeit arbeitet die Hundestaffel daran, wie sie das Suchgebiet von 400 000 Quadratmetern eingrenzen kann. Denn: Eine vernünftige Ortsangabe über den Verbleib der Vermissten haben sie nicht.

Mit technischer Hilfestellung werden vor Ort Gebietskarten erstellt und geografische Abschnittsgebiete festgelegt. Die Suchtrupps organisieren sich, Karten werden verteilt sowie der Funkkontakt zwischen Trupps und Einsatzleitung hergestellt. Dann kann die Suche beginnen. Und diese entwickelt sich immer mehr zu einem Wettlauf mit der Zeit. Denn: Die Nacht droht hereinzubrechen und die Suche noch weiter zu erschweren.

In unbefestigter Natur verschaffen sich die Hundeführer einen ersten Eindruck vom Gebiet. Neben den Beschaffenheiten in der Natur, wie dichtem Wald, hohem Gras oder Heckenbewuchs, ist vor allem die Windrichtung bei der Suche entscheidend. Für die Hunde ist es wichtig, die Witterung entgegen der Laufrichtung aufzunehmen, und somit kraftschonend.

Die Suche endet abrupt, als die Hunde Alarm schlagen. Während bei der Suche noch wenig zu tun war, haben die Helfer nun mehrere Situationen, um die sie sich kümmern müssen. Unter den Situationen vor Ort sind unter anderem zwei unverletzte Kinder, die sich verlaufen und am Ort verharrt haben und eine Unterschenkelfraktur davongetragen haben. Trotz der Übung ist die Präzision bei der Behandlung äußerst wichtig. Nach der Erstversorgung melden die Suchkräfte die Informationen ihrer Einsatzleitung mit Zustand der Personen sowie die Durchgabe des Aufenthaltsortes.

An den Sanitätskräften ist es dann, so nahe an den Ort der Verletzten zu gelangen, wie möglich. Danach ging es zu Fuß mit Trage und Notfallrucksäcken weiter.

Die vermisste Claudia selbst findet man stark desorientiert, aber bei Bewusstsein, in einer offenen Feldscheune. Gegen 21.30 Uhr ist die Übung beendet. Sowohl die Rettungshundestaffel als auch die Sanitätsbereitschaft wertete die Übung als gelungen.

Warten auf den Einsatz: Goldenretrieverhündin Dana.

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