WERMERICHSHAUSEN

Von Bukarest nach Wermerichshausen

Passion für Stein: Frédéric d'Ard der „Säule der Erinnerung“.
Passion für Stein: Frédéric d'Ard der „Säule der Erinnerung“. Foto: Stefan Römmelt

Zahlreiche Gäste aus ganz Unterfranken kamen am Samstag nach Wermerichshausen. Der Grund: Der weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte und 1935 in Bukarest geborene Bildhauer und Maler Frédéric d'Ard hatte seine Freunde zur Feier seines 77. Geburtstags eingeladen.

Das wohl schönste Geburtstagsgeschenk hat sich der Künstler bereits einige Tage zuvor selbst gemacht: Mit der neun Meter hohen „Säule der Erinnerung“ aus Fichtenholz möchte d'Ard an verschiedene Einflüsse erinnern, die sein Schaffen beeinflusst haben und immer noch prägen.

Die Spitze der Säule verweist auf Brancusi, den Vater der modernen Bildhauerei. „Er ist der Mentor der rumänischen Bildhauer“, erläutert der 77-Jährige. Ohne Brancusi sei seine Entwicklung nicht denkbar. Eine weitere Größe in d'Ards Leben und Werk: die Freimaurerei, deren Symbole Winkel und Zirkel ebenfalls auf der Säule zu finden sind. Für den Bildhauer besitzt die Arbeit als Freimaurer eine zentrale Bedeutung: „Unser Prinzip: an sich arbeiten, um als Mensch besser werden zu können.“

Außerdem erinnert die „Säule der Erinnerung“ d'Ard an eine Reise, die er vor zwei Jahren mit seiner Lebensgefährtin nach Rumänien unternommen hat. „Im Moldaugebiet haben uns die geschnitzten Tore aus Holz besonders beeindruckt.“ Wenn seine Werkstatt noch größer wäre, hätte die in drei Monaten entstandene Säule durchaus länger ausfallen können. „Aber es war kein Platz mehr in meiner Werkstatt. Ich hätte das Tor offen stehen lassen müssen, und im Winter ging das nicht.“

Über die Errichtung der „Säule der Erinnerung“ freuten sich mit dem Künstler auch Erich Schneider, der Leiter der Schweinfurter Kunsthalle, und Dragos Cocora, Konzertmeister im Ruhestand des Philharmonischen Orchesters Würzburg. Beide sind seit Jahren mit dem Künstler verbunden und waren gerne der Einladung in die Rhön gefolgt, wo d'Ard seit 2004 lebt.

Bis in den Abend hinein unterhielten sich die Wermerichshausener und die auswärtigen Gäste angeregt mit dem Bildhauer. Die über das Anwesen verteilten Skulpturen verfolgten es als Zaungäste sicher mit Wohlgefallen.

Stefan Römmelt

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