WALDFENSTER

Waldfensterer Kirche wird offiziell entweiht

Bkt ksvd Waldfenster Pius-Kirche 01
Eine lange Geschichte: Die Waldfensterer bekommen jetzt eine Kirche, die sich sehen lassen kann. Denn die 1804 errichtete Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (links) wird demnächst erweitert und saniert, die 1962 angebaute St.-Pius-Kirche wird abgerissen. Foto: Sigismund von Dobschütz

Die Kirchensanierung schien in Waldfenster seit Jahrzehnten eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Doch vor kurzem kam Bewegung in die Sache. Das Projekt des Architekten Christoph Mäckler (Frankfurt) scheint jetzt „durch“ zu sein.

Offensichtlich sind seine Pläne und die Bestrebungen des Bischöflichen Bauamts über den Abriss der aus den 1960er Jahren stammenden St. Pius-Kirche und die Sanierung und Erweiterung von Mariä Himmelfahrt, nach vielen Verhandlungen, deckungsgleich.

Die Diözese Würzburg stellt nun knapp 3,4 Millionen Euro für das Waldfensterer Großprojekt bereit. Anfang August wird St. Pius abgerissen. Jetzt muss die Kirche zunächst entweiht werden. Die Profanierung wird mit den Gläubigen am 21. Juli vorgenommen.

Zunächst ein Rundbau

Die Renovierung von St. Pius ist seit fast zwei Jahrzehnten immer wieder Thema. Eigentlich hätte die Kirchengemeinde schon gern um die Jahrtausendwende reagiert und drohende Wasserschäden abgewendet. Denn das Dach der Kirche ist seit ewigen Zeiten undicht. Doch im Jahr 2000 stand zunächst einmal der Bau des neuen Waldfensterer Pfarrgemeindezentrums an.

2007 schließlich schien es ernst zu werden, als der Pfarrgemeinderat beschloss, die Kirchenrenovierung anzugehen. Seinerzeit erklärte der frühere Domkapitular Jürgen Lenssen, dass St. Pius (400 Plätze) abgerissen und an anderer Stelle als Rundbau mit um die Hälfte weniger Sitzplätzen neu errichtet werden soll.

Geschätzte Kosten damals: 2,4 Millionen Euro. Die alte Kirche (70 Sitzplätze), die mit St. Pius verbunden ist, sollte als eigenständiges Gebäude erhalten bleiben. So hätte man zwei eigenständige Kirchen und könne das alte Gotteshaus beispielsweise für Kindergottesdienste nutzen, war damals der Plan.

2015 schließlich lagen dann die jetzt aktuellen, damals aber ganz neuen Planungen auf dem Tisch, die auch die Oberste Denkmalbehörde in München mittrug: St. Pius wird abgerissen und an die aus dem 19. Jahrhundert stammende Kirche wird angebaut. „Mariä Himmelfahrt ist eine Längskirche. Jetzt werden dort an den Seiten zwei Querbalken angebaut“, sagt Pfarrer Stephan Hartmann im Gespräch mit der Redaktion. Von oben gesehen ergebe dies einen kreuzförmigen Grundriss. Mit diesem neuen umbauten Raum bekomme man insgesamt mehr Platz, denn die alte Kirche ist relativ klein.

160 Personen haben Platz

Den Plänen zufolge sollen im neuen Gotteshaus dann 160 Plätze entstehen, erläutert Hartmann. Altäre und Kanzel aus der alten Kirche werden auch wieder ins künftige Gotteshaus einziehen.

Die Grundausstattung wird jedoch, laut Hartmann, komplett erneuert. Dass sich die etwas konkreteren Planungen nun über elf Jahre hinzogen, habe damit zu tun, dass verschiedene Bauweisen im Gespräch waren, so der Pfarrer weiter. Der Abriss von St. Pius ist für den 31. Juli 2018 terminiert. Doch bevor die Arbeiten starten können, muss die Kirche am 21. Juli entweiht werden. Zum Gottesdienst um 18 Uhr wird auch Generalvikar Thomas Keßler als Vertreter des Bischofs erwartet.

Prozession mit Allerheiligstem

Danach wird die Urkunde zur Profanierung verlesen, bevor sich eine Prozession mit dem Allerheiligsten, den Reliquien und der Muttergottes zum Pfarrgemeindezentrum in Bewegung setzt, erklärt Hartmann das feierliche Prozedere.

Denn das Pfarrgemeindezentrum wird voraussichtlich für zwei Jahre der Ort sein, wo die Gottesdienste stattfinden. Der Pfarrer ist optimistisch: „Wir hoffen, dass die Kirche 2020 fertig ist.“

Es gab mehrere Versionen für die Sanierung. 2008 plädierte man für einen neuen Rundbau. Foto: G. Sell

Schlagworte

  • Waldfenster
  • Isolde Krapf
  • Bauweisen
  • Burkardroth-Waldfenster
  • Jürgen Lenssen
  • Kirchliche Bauwerke
  • Thomas Keßler
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!