BAD KISSINGEN

Walkürenkörper und wallende Bärte

Walkürenkörper und wallende Bärte
(far) Sobald einer mal Geschichte ist, hat er das Schlimmste hinter sich, sollte man meinen. Doch leider stimmt das nicht immer. Der ältere Herr im Bild hat einiges hinter sich. Es steht aber nicht fest, ob das Schlimmste schon dabei war. Der ehrenwerte Mann versieht seinen Dienst zusammen mit einer Kollegin und einem Kollegen als allegorische Figurengruppe der Hygieia und hat in dieser Eigenschaft schon an mehreren Standorten Würde ausgestrahlt. Laut Kissingen-Band der Reihe Denkmäler in Bayern schuf Michael Arnold die Gruppe 1857 zunächst für einen Platz beim früheren Grand Hotel Am Kurgarten 6. Von dort wanderten die Personifizierungen der Gesundheitsgöttin Hygieia und der Quellen Rakoczy nebst Pandur ans südliche Ende des Kurgartens, wo sie bis in die 1950-er Jahre wenigstens halbwegs Beachtung fanden. Dann widersprachen sie dem Geschmack der Zeit so sehr, dass man sie ganz entfernte. Erst 1993 kamen sie an der Lindesmühlpromenade wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Doch wirklich geändert haben sich die ästhetischen Auffassungen nicht. Ausladende Walkürenkörper und wallende Honoratiorenbärte gefielen vielleicht früher auf Wagnerbühnen. In eine von Jugendwahn und Fitnesswut geprägte Welt passen sie nicht. Deshalb bilden die Drei von der Heilquelle irgendwie das am wenigsten beachtete unter den vielen Denkmälern Kissingens. Foto: Siegfried Farkas
Sobald einer mal Geschichte ist, hat er das Schlimmste hinter sich, sollte man meinen. Doch leider stimmt das nicht immer. Der ältere Herr im Bild hat einiges hinter sich. Es steht aber nicht fest, ob das Schlimmste schon dabei war. Der ehrenwerte Mann versieht seinen Dienst zusammen mit einer Kollegin und einem Kollegen als allegorische Figurengruppe der Hygieia und hat in dieser Eigenschaft schon an mehreren Standorten Würde ausgestrahlt. Laut Kissingen-Band der Reihe Denkmäler in Bayern schuf Michael Arnold die Gruppe 1857 zunächst für einen Platz beim früheren Grand Hotel Am Kurgarten 6. Von dort wanderten die Personifizierungen der Gesundheitsgöttin Hygieia und der Quellen Rakoczy nebst Pandur ans südliche Ende des Kurgartens, wo sie bis in die 1950-er Jahre wenigstens halbwegs Beachtung fanden. Dann widersprachen sie dem Geschmack der Zeit so sehr, dass man sie ganz entfernte. Erst 1993 kamen sie an der Lindesmühlpromenade wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Doch wirklich geändert haben sich die ästhetischen Auffassungen nicht. Ausladende Walkürenkörper und wallende Honoratiorenbärte gefielen vielleicht früher auf Wagnerbühnen. In eine von Jugendwahn und Fitnesswut geprägte Welt passen sie nicht. Deshalb bilden die Drei von der Heilquelle irgendwie das am wenigsten beachtete unter den vielen Denkmälern Kissingens.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Heilquellen
  • Kurgärten
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!