Bad Kissingen

Warum das Rakoczy-Feuerwerk für viele heuer kleiner wirkte

Am Tag nach dem Rakoczy-Fest wurde in Bad Kissingen über das Abschlussfeuerwerk diskutiert. Dass es diesmal als weniger eindrucksvoll wahrgenommen wurde, hat Gründe.
Das Abschlussfeuerwerk liefert nach dem Rakoczy-Fest Anlass für Diskussionen. Foto: Peter Rauch

"Aaah" und "Oooh" - das sind die Reaktionen, die Veranstalter von Feuerwerken in Bezug auf ihre Darbietungen am liebsten hören. Beim Bad Kissinger Rakoczy-Fest, dessen Ende traditionell mit einem großen Feuerwerk eingeleitet wird, mischten sich diesmal unter die "Aaahs" und die "Ooohs" auch einige Stimmen der Enttäuschung.

Thomas Lutz und Bruno Heynen, die Organisatoren des Fests, haben das registriert. Sie kennen aber auch Gründe, warum diesmal eine gewisse Enttäuschung unvermeidbar war. Wie Lutz und Marcus Moroff  aus dem schwäbischen Gerlingen, der die Macher des Fests seit ein paar Jahren als Sicherheitsberater für Veranstaltungen und ihre Abläufe berät, am Montag erklärten, hat das hauptsächlich mit Sicherheitsanforderungen zu tun.

An die 400 Meter weiter draußen

Wie berichtet, war der Abschussort für das Feuerwerk vergangene Woche aus Sicherheitsgründen an die 400 Meter hinaus nach Norden hin zum Flugplatz verlegt worden. Der ursprüngliche Abschussort nahe des Schweizerhausstegs lag in Waldnähe. Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen in der vergangenen Woche habe die allerhöchste Waldbrandwarnstufe gegolten. Deshalb sei das Feuerwerk an dieser Stelle "fast komplett in Frage gestellt" gewesen. 

Die Verlagerung Richtung Flugplatzgelände habe sich im Gespräch mit dem Gewerbeaufsichtsamt Würzburg und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ergeben. Damit war Waldbrandgefahr kein Problem mehr. Eine Alternative zur Verlegung habe es nicht gegeben. Höchstens die, das Feuerwerk ganz sein zu lassen.

Schonung von Ressourcen

Moroff spricht auch noch von einem zweiten Grund für die Verlegung: Im vergangenen Jahr habe man vor dem Feuerwerk die Wiese gewässert, von der aus abgeschossen wurde. "80 000 Liter Wasser" seien dafür nötig gewesen, berichtet der Sicherheitsberater. Darauf habe man in diesem Jahr verzichtet, um Ressourcen zu schonen.

Für sich selbst genommen sei das Feuerwerk in diesem Jahr nicht anders gewesen, als seine Vorgänger. Weil es aber weiter draußen abgeschossen wurde, habe sich die Perspektive für die Menschen in der Stadt geändert. So sei das Feuerwerk zwar nicht faktisch, aber vom Eindruck aus der Stadt her eben optisch kleiner gewesen als sonst.

Der sonntägliche Regen half nichts mehr

Der Einwand, es habe doch nicht allzu lange vor dem Feuerwerk, also in der Nacht zum Sonntag und dann noch einmal am Sonntagabend, kräftig geregnet, greift nach Lutz' Worten nicht. Es sei nicht denkbar gewesen, die geänderte Genehmigung kurzfristig am Sonntag wieder umzudrehen. Außerdem benötige der Aufbau eines professionellen Feuerwerks genügend zeitlichen Vorlauf.

Marcus Moroff ist bereits ein paar Jahre als Sicherheitsberater für das Rakoczy-Fest tätig. Bemerkbar gemacht habe sich das schon in unzähligen kleinen Details, berichtet der Gerlinger. Ein wichtiges Thema seien Engstellen. Eine der früheren Engstellen sei auf seinen Rat hin zum Beispiel durch die Verlagerung der Cocktailbar weg von der Ludwigstraße und hin zum Rondell beseitigt worden. Ein anderes Ergebnis seiner Beratung seien die Durchsageeinheiten in der Stadt gewesen. Als am Sonntagabend der Regen einsetzte, waren die ganz offensichtlich hilfreich.

Geschehen verlagerte sich

Unabhängig vom Feuerwerk erlebten Kenner des Fests am Sonntagabend übrigens eine für Rakoczy ungewohnte Situation. Während nach dem heftigen Regen die meisten Bühnen in der Stadt ihren Betrieb einstellten, steppte auf der Medienwiese noch der Bär. 

Fotoserie

Autogramme und Feuerwerk

zur Fotoansicht

Fotoserie

Festzug 1

zur Fotoansicht

Fotoserie

Festzug 2

zur Fotoansicht

Rückblick

  1. Warum das Rakoczy-Feuerwerk für viele heuer kleiner wirkte
  2. Reitverein zeigt Formationsritt
  3. Rakoczy-Fest: Der Regen kam erst am Ende
  4. Rakoczy-Festzug blieb komplett im Trockenen
  5. Abrocken mit Rakoczy auf der Medienwiese
  6. Mit den Persönlichkeiten des Rakoczy-Fests auf Du und Du
  7. Wenn die Ballgäste des Fürsten durch den Kurgarten spazieren
  8. Rakoczy an der Saale: Tausende Lichter sorgen für Atmosphäre
  9. Kissingens Historische zum ersten Mal vor der Spielbank
  10. Rakoczy startet mit Kaiserwetter
  11. Bad Kissingen: Standesgemäße Bettwäsche für Fürst Rákóczi
  12. Was Theodor Fontane über Kissingen sagte
  13. Wie Bad Kissingen sein Fest der Feste feiert
  14. Rakoczy-Praline Nummer sechs: Mokka und Kardamom für Beatrix
  15. Rakoczy-Fest: Heuer schmückt Theodor Fontane den Pin
  16. Die neue Quellenkönigin will lieber ein Ballkleid als ein Brautkleid
  17. Die Neue stammt aus Aura
  18. Rakoczy-Feuerwerk: Viel Aufwand für zwölf Minuten
  19. Tanz bis in die Nacht auf der Medienwiese
  20. Zehntausende feiern mit Fürst Rákóczi
  21. Erste Bilderauswahl vom Festzug zum Rakoczy-Fest
  22. Wo Kaiser und Könige mit Normalsterblichen reden
  23. Main-Post und TV-Touring sorgen für Partystimmung auf der Medienwiese
  24. Fürst Rakoczy lädt zum Ball der Eitelkeiten
  25. Historische Persönlichkeiten müssen in die Wandelhalle umziehen
  26. Lichtermeer an der Saale und Reitkunst im Luitpoldpark
  27. Rakoczy startet mit hochsommerlichen Temperaturen
  28. Rakoczy-Fest: Die Stadt steht Kopf
  29. Was Frauen von Sisi wissen wollen
  30. Geschichte lernen mit einer Praline
  31. Kaiser, Könige und Schwarzkittel
  32. Carina I. trägt Dunkelblau
  33. Was Friedrich von Hessing Kissingen hinterließ
  34. Eine Königin mit Bodenhaftung
  35. Tragende Säule für das Heimatfest der Kissinger
  36. Carina Wehner wird neue Quellenkönigin
  37. Autogrammstunde ist kein Fall für die Polizei
  38. Einmal gab's doch größeren Streit
  39. Autogramme, Lämpchen und Feuerwerk zum Festausklang
  40. Rakoczy feiert unbeschwert und regenfrei
  41. Festzug zu Rakoczy: Veranstalter sprechen von 15 000 Besuchern
  42. Eintauchen in die Welt von Rákóczi
  43. Wenn auf der Medienwiese die Stimmung kocht
  44. Lustwandeln in der Weltbadzeit
  45. Ballgäste zeigen sich dem Publikum
  46. Ludwig II. und das Gruppenbild
  47. Lasershow als Entschädigung
  48. Bei Rakoczy feiern auch die Kleinen groß
  49. Regen macht Rakoczy doch zu schaffen
  50. Tyras III heißt eigentlich Rosa Müller

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bad Kissingen
  • Siegfried Farkas
  • Bruno Heynen
  • Enttäuschung
  • Feier
  • Feuerwerk
  • Gewerbeaufsichtsämter
  • Ludwigstraße
  • Rakoczy-Fest
  • Sicherheitsberater
  • Thomas Lutz
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!