Bad Kissingen

Was der Betrieb des Brunnens im Kissinger Rosengarten kostet

Es hat etwas gedauert, bis die Stadt Bad Kissingen Informationen zu den Betriebskosten des neuen Rosengartenbrunnens lieferte. Jetzt liegen sie vor. Wenigstens zum Teil.
Für den Multimedia-Brunnen im Bad Kissinger Rosengarten hat die Stadt jetzt erstmals Angaben über Betriebskosten vorgelegt. Den Gesamtaufwand kann man daran aber nicht komplett ablesen.
Für den Multimedia-Brunnen im Bad Kissinger Rosengarten hat die Stadt jetzt erstmals Angaben über Betriebskosten vorgelegt. Den Gesamtaufwand kann man daran aber nicht komplett ablesen. Foto: Siegfried Farkas

Auf Antrag von Richard Fix und der Ausschussgemeinschaft von Bürgern für Umwelt, Grünen, ÖDP und FDP gab die Verwaltung dem Finanzausschuss des Stadtrats am Mittwochabend Antworten auf eine Reihe von Fragen. Dies sollte zwar zunächst nur nichtöffentlich geschehen. Nach kurzer Diskussion reichte die Verwaltung ihre Informationen dann aber doch öffentlich weiter. Zumindest soweit sie nicht die Belange Dritter betrafen.

65 000 Euro für technische Wartung und Reinigung

Konkrete Zahlen nannte Kämmerer Gerhard Schneider nur in Bezug auf die Entwicklung der aus dem Haushalt ersichtlichen Posten für technische Wartung und Reinigung. Im Haushalt 2018 waren dafür 50 000 Euro angesetzt. Für 2019 stehen 65 000 Euro im Etat. Laut Schneider handelt es sich bei den 50 000 um eine geschätzte Größe. Die 65 000 für heuer dagegen ergäben sich aus dem, was die Stadtwerke der Stadt im vergangenen Jahr für die Arbeiten tatsächlich in Rechnung stellten.

Aus dem Stadtrat hieß es, seit dem Start des neuen Brunnens seien schon mehrfach und von mehreren Seiten Informationen über die regelmäßigen Kosten des Brunnenbetriebs eingefordert worden. Richard Fix von der Ausschussgemeinschaft hat seinen jetzt beantworteten förmlichen Antrag im vergangenen November gestellt. 

Nicht auf jede Frage eine Antwort

Auf manche Fragen erhielt Fix im öffentlichen Teil der Sitzung keine oder nur unvollständige Antworten. Bei der Frage nach den Energiekosten für den Brunnen und die Beamervorführungen dort, lag das laut Stadtverwaltung daran, dass die dafür nötigen Messeinrichtungen nicht installiert seien. Nicht bekannt sei auch, wieviel Geld die Stadtwerke zum Beispiel für Salz zur Entkalkung des Brunnenwassers ausgäben.

Dass nicht nur der Stadt, sondern auch der Staatsbad GmbH Kosten für den Betrieb des Brunnens entstehen, bestätigte Schneider grundsätzlich. Wie hoch diese Kosten sind, dazu äußerte er sich im öffentlichen Teil der Sitzung aber nicht.

Lohnt sich der Aufwand?

Über den Aufwand für die Produktion wechselnder Beamer-Shows für die Vorführung auf der Wasserwand des Brunnens gab es im Finanzausschuss nur Schätzungen. Nach Schneiders Angaben ist die Bandbreite sehr groß. Die Kosten für eine Show hingen stark von den Ansprüchen ab. Zweiter Bürgermeister Anton Schick schätzte die Produktionskosten auf 500 bis 1000 Euro pro Minute eines solchen Beitrags. Klaus Werner von der Ausschussgemeinschaft sprach von 8000 bis 10 000 Euro je Neuproduktion. Weil man aus seiner Sicht bestimmt zwei bis drei neue pro Jahr brauche, kämen also 20 000 bis 30 000 Euro dafür im Jahr zusammen. Und all das, so seine Frage, dafür, dass nach seiner Schätzung vielleicht bis zu 150 Menschen so eine Vorführung verfolgen?

Das Konfliktpotenzial des wegen der Gesamtkosten von drei Millionen und einem städtischen Anteil von mehr als einer Million Euro bei manchen Kissingern umstrittenen Brunnens blitzte in der Aussprache jedoch nur kurz auf. 

Vergleich mit altem Fächerbrunnen nur schwer möglich?

Ein Vergleich mit dem als typisches Kissinger Fotomotiv so beliebten alten Fächerbrunnen sei ohnehin nur schwer möglich, sagte etwa Schick. Für den früheren Brunnen lägen keine verlässlichen Zahlen vor. Es sei auch schwer gegenzurechnen, wie sehr die Verbreitung der Brunnenshows über Handybilder und Handyvideos von Besuchern der Stadt werblich nutze. 

Stadtrat Thomas Menz befürchtete, dass jetzt wieder unter dem Stichwort Millionenbrunnen Äpfel mit Birnen verglichen würden. Der alte Brunnen habe ja zum Schluss nicht nur Betriebskosten verursacht, sondern wegen seines maroden Zustands jährlich auch Investitionen zur Erhaltung.

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