RAMSTHAL

Wellen des Urzeit-Ozeans sind nun sichtbar

Blick in die Erdgeschichte: Der alte Ramsthaler Steinbruch wurde jetzt freigelegt. Foto: Charlotte Wahler

Offenbar sind noch nicht alle Grundbesitzer, deren Flächen in der geplanten Windparkanlage liegen, bereit, einen Pachtvertrag zu unterschreiben. Stellvertretender Bürgermeister Rainer Morper berichtete von den Aktivitäten der Betreiberfirma Naturkraft. „Es geht voran mit kleinen Schritten.“
Womöglich hätten sich Unklarheiten ergeben wegen dem Biogasanlagenprojekt, das ein weiterer Betreiber errichten will. Die beiden Vorhaben hinsichtlich regenerativer Energien seien momentan noch in Verhandlung. Vom Regionalen Planungsverband habe man noch keine Rückmeldung bekommen.

Bürgermeister Franz Büttner merkte an, dass im Kreistag ein Treffen dieses Gremiums für Juli angekündigt worden sei. Bis dahin müssten neue Ergebnisse vorliegen.

Morper berichtete, dass wegen des militärischen Sperrgebietes, das am Altreichthal noch in den Landkarten verzeichnet ist, ein Brief an mehrere Bundes- und Landespolitiker verschickt werde, in dem um Unterstützung für die Herausnahme der militärischen Gebietsfestlegung gebeten wird. Nach dem Abzug der Amerikaner werde die Fläche dafür nicht mehr gebraucht. Aber auch wenn das militärische Sperrgebiet sich nicht so leicht aus den Plänen entfernen lassen sollte, behindere das die Windenergienutzung nicht, betonte Morper.

Der gemeindliche Anteil an den Landschaftspflegemaßnahmen beträgt heuer 4411 Euro, so Büttner. Die Freistellung des Steinbruches am Haskenstein habe dabei einen Großteil des Betrages ausgemacht. Freigelegt wurden die Gesteinsschichten am alten Steinbruch, weil das Zusammentreffen von Standstein und Muschelkalk besonders gut sichtbar wird. Im Muschelkalk lässt sich zum Beispiel die Wellenformen des urzeitlichen Ozeans erkennen. Erdgeschichtliche Zusammenhänge erklären sich beim Besuch des Steinbruchs und sind sicher auch in Zusammenhang mit dem Euerdorfer Museum terra triassica, das im Herbst eröffnet werden soll, von Bedeutung. Von dort aus werden sicherlich interessierte Besucher in das Gelände kommen.

Weiterhin wurden der Trockenhang an der langen Leite freigestellt sowie allgemeine Gehölzreduzierungen vorgenommen.

Die Gemeinde müsse von diesen Arbeiten nur 15 Prozent des Gesamtbetrages bezahlen, die Restsumme werde staatlich finanziert, sagte Büttner. Im Gremium wunderte man sich über die hohe Summe, die für die Steinbruchfreilegung aufgebracht worden sei. Der anwesende Landwirt Erich Greubel berichtete, dass die dort beteiligten Landwirte für ihre Arbeiten „höchstens so um die 1000 Euro“ erhalten hätten. Büttner verwies darauf, dass dort sehr große Erdbewegungen stattgefunden hätten, unter anderem mussten auch Ablagerungen alter Abfälle entfernt werden. Alfred Gündling beantragte, dass vom Landschaftspflegeverband genauere Angaben in Bezug auf Maschinen- und Arbeitsstunden eingeholt werden sollten.

Büttner fragte im Gremium an, ob die Weinbaugemeinde sich an der Ausschreibung zur Ausrichtung des 4. Rhöner Wandertags im Jahr 2013 beteiligen soll. Bei dieser Großveranstaltung, die übergreifend die Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen mit einbezieht, werde ein Ort für die zentrale Veranstaltung gesucht. Abgelehnt wurde das Vorhaben, weil es für Ramsthals Strukturen zu groß angelegt sei. Außerdem findet zeitgleich das Rakoczy-Fest in Bad Kissingen statt, an dem sich die Weinbaugemeinde seit Jahren beteiligt.

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