BAD BRÜCKENAU

Wenn die Brille nicht mehr reicht

„Ein Auge auf etwas werfen“, „Im Auge des Betrachters“, „So weit das Auge reicht“ – es gibt viele Redewendungen, die sich mit dem Augenlicht befassen. Doch was, wenn das Auge eben nicht mehr weit reicht?

In diesem Fall gibt es mehrere Möglichkeiten für Betroffene, sich den Alltag mit Hilfsmitteln zu erleichtern. Einige davon werden am 1. März in Bad Brückenau ausgestellt. Im Rahmen eines Begegnungs- und Informationsnachmittags des Bayrischen Blinden- und Sehbehindertenbunds (BBSB) stellt die Firma S&T Nolde entsprechende Produkte vor. Beginn der Ausstellung ist um 14.30 Uhr im Cafe Dominikana in der Georgi-Kurhalle.

Sprechende Thermometer

Die Bandbreite der Hilfsmittel für Sehbehinderte und Blinde ist groß. Vor allem Alltagsgegenstände mit Sprachausgabe können ihr Leben sehr erleichtern. Und das Sprechen beibringen kann man vielen Dingen, erklärt Karl-Heinz Paul, Sehbehinderten-Berater des BBSB für die Region: „Da sind alle Sachen dabei, zum Beispiel Fieberthermometer, Blutdruckmessgeräte oder Küchen- und Personenwaagen.“

Auch was die neueste Technik angeht, muss niemand wegen einer Sehbeeinträchtigung zurückstecken. Vergrößerte Tasten und kontrastreichere Bildschirme erleichtern die Benutzung solcher Geräte. Auch im Bereich der Computer gibt es spezielle Geräte für die Bedürfnisse von Sehbehinderten. Sie sind ebenfalls mit einem Sprachprogramm ausgestattet. Oft können sie angewählte Dateien und Seiten vorlesen. Erhältlich sind auch Programme, mit denen Details auf dem Bildschirm stark vergrößert werden können, um sie besser lesbar zu machen.

Auch wer konventionelle Medien wie Bücher, Zeitschriften und Zeitungen bevorzugt, findet in der Ausstellung geeignete Hilfsmittel. „Da gibt es zum einen Lupen, die für eine bis zu zwölffache Vergrößerung sorgen oder auch Zeilenvergrößerer,“ nennt Karl-Heinz Paul zwei Möglichkeiten.

Rechnung scannen und vorlesen

Hier hat auch die Sprachausgabe wieder einen Auftritt, in Form der Vorlesesysteme. Dabei handelt es sich um Maschinen, die jede Sorte Text einscannen und wiedergeben. Selbst Rechnungen, Post oder Bankauszüge können so verarbeitet werden. Das gibt einen großen Teil Selbstständigkeit zurück.

Alle Hilfsmittel, die auf der Ausstellung vorgestellt werden, können auch direkt vor Ort erworben werden. Eine Ausstellung dieser Art ist im Landkreis Bad Kissingen eine Premiere. Wenn es gut läuft und die Idee auf viele Interessenten stößt „könne man sich auch vorstellen, die Ausstellung auszubauen“, sagt Karl-Heinz Paul. Es gebe ein noch viel größeres Spektrum an Hilfsmitteln, die man vorführen könnte. Doch zunächst wolle man mit der Ausstellung klein anfangen.

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