BAD KISSINGEN

Wie man mit Märchen Spenden sammelt

Rotkäppchen reloaded: Die Märchenautoren des JSG mit Dr. Ulrich Armbrecht, Schulleiter Frank Kubitza und Deutschlehrerin Diana Völker bei der Übergabe der Spendengelder. Foto: JSG

Als die Klasse 5a des Jack-Steinberger-Gymnasiums sich im vergangenen Frühjahr im Rahmen des Deutschunterrichts mit dem Thema „Märchen“ beschäftigte, wurde allen Beteiligten schnell klar, dass es viel Spaß machen kann, die berühmten Märchenklassiker nicht nur zum wiederholten Mal zu lesen oder sie zum ebenso wiederholten Mal so zu hören, wie man sie schon immer gehört hat , sondern sie mal so richtig „auf den Kopf zu stellen“ und in neuem Licht erstrahlen zu lassen.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten von ihrer Deutschlehrerin Diana Völker die Aufgabe, sich nach eigenem Geschmack ein bekanntes Märchen auszusuchen und es einmal ganz anders zu erzählen, zum Beispiel aus der Sicht eines der Beteiligten statt lediglich aus Erzählersicht. Dabei gingen die Schüler erfrischend respektlos – im positiven Sinn des Wortes – mit den Märchenklassikern um und stellten Inhalt und Personen mitunter ziemlich auf den Kopf: Die Hexe in „Hänsel und Gretel“ war zum Beispiel auf einmal eine herzensgute alte Frau mit schwindender Zauberkraft, die ihr hübsches Pfefferkuchenhäuschen gegen zwei zerstörerische Schwererziehbare verteidigen muss. Das arme, um das Versprechen der Müllerstochter gebrachte Rumpelstilzchen mit seinem langen Haar dagegen kam endlich zu seinem wohlverdienten Happy End, um nur zwei der von den jungen Leuten bearbeiteten Märchen anzuführen. Da gab es viele verblüffende und phantasievolle Lösungen, die die Phantasie der jungen Leute dokumentierten

Kreative Energie erkannt

Als die Klasse erkannte, wie viel kreative Energie diese Schreibaufgabe freigesetzt hatte, entstand bei den Schülerinnen und Schülern zunächst die Idee und schließlich der Wunsch, die „gesammelten Werke“ gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin Diana Völker in einem Heft zusammenzuführen und für eine kleine Spende an Verwandte und Interessierte zu verkaufen, um den Erlös dann wiederum einem wohltätigen Zweck zuzuführen. Die Klasse suchte sich hierfür die Max-Armbrecht-Leukämiehilfe aus, deren an Leukämie verstorbener Namensgeber einst selbst Schüler des Jack-Steinberger-Gymnasiums gewesen ist. Am Ende des Projekts hatte die Klasse 850 Euro gesammelt, wobei sie zusätzliche Unterstützung erhielt von Hans Joachim Heilmann, dem bekannten Bad Kissinger Buchautor, der das wohltätige Klassenprojekt spontan unterstützte.

Spendenscheck überreicht

Jetzt überreichten die Schülerinnen und Schüler den einschlägigen Scheck an Dr. Ulrich Armbrecht, der sich sichtlich über das Engagement der Jungen und Mädchen freute. Auch Schulleiter Frank Kubitza zeigte sich angetan und betonte die Bedeutung solcher Aktionen für die Gesellschaft, „die dort ein kleines Stückchen besser wird, wo wir an Menschen denken, denen es nicht so gut geht wie uns.“ Und er dankte allen, die dieses Projekt unterstützt haben.

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