BAD KISSINGEN

Wo der Wald nach Lebkuchen riecht

Wenn Dornröschen in Bad Kissingen wohnen würde, dann stünde sein Schloss bestimmt im Duftwald am Seehof. Vor sechs Jahren angelegt, wurde er von den Kissingern bis jetzt eher wenig beachtet. Doch nun rückt ihn der Staatsforst wieder ins Bewusstsein. Das kommt genau zur rechten Zeit. Im Frühjahr duftet der Wald ganz besonders.
Wolfram Zeller findet den Duftwald am Seehof in Garitz dufte. Unser Bild zeigt den Leiter des auch für Bad Kissingen zuständigen Forstbetriebs Bad Brückenau mit Blüten einer Blumenesche.
Wolfram Zeller findet den Duftwald am Seehof in Garitz dufte. Unser Bild zeigt den Leiter des auch für Bad Kissingen zus... Foto: FOTO Siegfried Farkas

Allerdings duftet nicht der Mai allein. Das knapp einen Hektar große Areal am Seehof soll zu allen Jahreszeiten Anlass zum Schnuppern bieten. Jetzt riecht der geneigte Gast vor allem Blüten. Die Erfinder hatten beim Duftwald am Seehof aber auch die Gerüche von Blättern und Nadeln, von Rinde und Harz im Sinn.

Die Idee geht zurück auf Karl-Heinrich Knörr. Der wiederum ließ sich von einem Fliederwald inspirieren, den es seit der Goethezeit in Weimar gibt. Knörr war, bis das im Zuge einer Verwaltungsreform den Weg allen Irdischen ging, Leiter des Staatlichen Forstamts Bad Kissingen. Er übergab das Projekt 2001 als eine Art Geschenk des Staatsforsts zu Bad Kissingens 1200-Jahr-Feier.

Im Moment, berichtet Wolfram Zeller, drängen sich im Duftwald gerade die Gerüche des Flieders, der Ölweide, von Berberitze, Blumenesche, Duftschneeball und Besenginster vor. Bald komme der Gewürzstrauch hinzu.

Zeller, der Leiter des Forstbetriebs Bad Brückenau, der auch für den Kissinger Wald zuständig ist, führt Knörrs Initiative mit Freude weiter: „Die Idee war einfach pfiffig. Ich wüsste nicht, dass in Bayern noch so etwas existiert.“

„Die Idee war einfach pfiffig.“

Wolfram Zeller über die Initiative von Karl-Heinrich Knörr

Für den Leiter eines Forstbetriebs mit der Zuständigkeit für insgesamt 16 000 Hektar Wald im Bereich Bad Brückenau, Bad Kissingen und Bad Neustadt ist dieser nicht mal eine Hektar eine willkommene Abwechslung. Dazu verleihe der Duftwald dem einstigen Weltbad Kissingen eine extravagante Note.

Beim Stichwort Extravaganz denkt Zeller zum Beispiel an den so genannten Lebkuchenbaum. Der stammt aus Japan und heißt dort Katsura. Seinen Duft nach Lebkuchen entfaltet der Baum beim Blattfall im Herbst. Besonders beeindrucke ihn außerdem die Ölweide, sagt Zeller. Insgesamt finden sich auf dem mit Wegen erschlossenen Gelände etwa 50 verschiedene Arten von duftenden Pflanzen.

Am Eingang zum Duftwald steht für interessierte Besucher eine Tafel mit Hinweisen, wo im Duftwald welche Pflanze wächst. Entlang der Wege weisen kleine Stecktafeln auf die Pflanze hin, die da gerade vor einem duftet.

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