EUERDORF

Zustand der Kanäle ist furchterregend

Die Auswertung der Kamerabefahrungen des Kanalsystems in der Breet haben furchterregende Zustände zu Tage gebracht. Dies stellte Bautechniker Matthias Kirchner in seinem Bericht am Donnerstagabend dem Gemeinderat vor.

Nördlich der Bundesstraße 287 hat sein Büro sechs Kilometer Kanalsystem untersucht, in Wirmsthal 1,8 Kilometer. Die gute Nachricht sei die, dass der Kanal von Wirmsthal in das System der Kläranlage mit relativ leichten Mitteln zu sanieren sei. Die Kosten hierfür würden rund 20 000 Euro betragen. Die schlechte Nachricht: Für die Breet müssen rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt werden.

Man habe die Schäden nach drei Kategorien beurteilt, so Kirchner. Geringe Schäden könnten saniert werden, ohne dass der Boden aufgegraben werden müsste. In diese niedrige Kategorie fallen Risse bis zu vier Millimeter, Verkrustungen, verschobene Rohrverbindungen und nicht fachgerecht installierte Stutzen. Diese Schäden fallen fast im gesamten Kanalsystem an, so Kirchner.

Bei den mittleren Schäden seien die Rissbildungen bis zu zehn Millimeter stark. Schwere Schäden seien dann gegeben, wenn die Risse noch größer sind oder bei verschobenen Verbindungen und bei Rohrbrüchen und wenn die Statik geschädigt ist. Dann drohe Einsturzgefahr. Auch von dieser Kategorie gebe es einige Kanäle, sagte Kirchner, vor allem im Gebiet der Alten Kissinger Straße, am Fußpfad und am Steinbruch und im älteren Bereich der Wildfuhr. Im neueren Bereich der Wildfuhr und am Bauholz gebe es vor allem Schäden der mittleren Kategorie.

Sofortiger Handlungsbedarf nötig

Man habe jeden Einzelschaden den Kategorien zugeordnet, von Kanaldeckel zu Kanaldeckel unterteilt und so das ganze Gebiet durchgerechnet, erläuterte Kirchner. Die Kosten seien abhängig davon, ob der Kanal neu gebaut oder saniert wird. Die Inlinersanierung vom Schmutz- und Niederschlagswasserkanal in der Breet liegen laut Kirchner bei 515 000 Euro. Für die „fast einstürzenden Kanäle“ und die stark geschädigten Teilstücke müsse man 660 000 Euro zusätzlich veranschlagen. Diese Summe könne sich aber auch bis hin zu einer Million ausdehnen.

Die mittleren Schäden dürften sich in den nächsten zehn Jahren zu schweren Schäden entwickeln, prognostizierte der Fachmann. Bei den schweren Schäden bestehe sofortiger Handlungsbedarf. Er sei selbst überrascht gewesen, wie massiv die Probleme dort seien.

Da schwieg das Ratsgremium zunächst einmal betroffen. Das Kanalsystem sei in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut worden, hieß es dann. Nach dieser langen Zeit stehe eine Sanierung zwangsläufig an, so Gemeinderat Elmar Hofmann. Die Kamerabefahrung habe ja auch schon im Jahr 2012 stattgefunden, setzte Jochen Huppmann nach.

Anlieger müssen mitbezahlen

Bei der Sanierung müssten die Anlieger mit herangezogen werden, teilweise werde sie eine Erneuerung der Straße mit sich bringen, erklärte Kirchner. „So günstig kriegt man normalerweise keine neue Straße.“ Bei den Erschließungsstraßen liegt der Gemeindeanteil an den Kosten bei 40 Prozent, erläuterte Bürgermeister Reinhard Hallhuber.

Thomas Lippert fragte nach, ob bei großen gemeindlichen Baumaßnahmen nicht die Möglichkeit bestehe, die Belastung für die Bürger zu verringern. Man könne die Kosten auf einen längeren Zeitraum verteilen, indem man schon im Voraus höhere Beiträge erhebe. Geschäftsstellenleiter Michael Unsleber erläuterte, dass dies nur für einen Zeitraum von zwei Jahren möglich wäre, wenn die Gesamtmaßnahme konkret durchgeplant und ausgerechnet worden sei.

Bürgermeister Hallhuber schlug vor, dass zur nächsten Sitzung weitere Vorschläge vom Kämmerer vorgelegt werden sollten, bei denen die Belastungen der Bürger möglichst niedrig gehalten werden könnten.

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