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Zwölf Gemeindechefs steigen 2014 aus

Zwölf Gemeindechefs steigen 2014 aus

Kaum haben sich Landtag und Bundestag konstituiert, muss man sich auf kommunaler Ebene Gedanken machen, wer 2014 in den neuen Ratsgremien und im Kreistag sitzen könnte. Denn am 16. März ist Kommunalwahl. Zügig müssen sich Parteien und Wählergruppen in Städten und Gemeinden entscheiden, ob sie eine Kandidatin/einen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt und den Landratssessel stellen. Feststeht bereits jetzt: Zwölf Gemeindechefs treten nicht mehr an. Das ist die Hälfte der 2014 neu zu wählenden Bürgermeister.

Denn eigentlich besteht der Kreis aus 26 Kommunen. In Bad Brückenau wurde jedoch erst 2010 gewählt. Brigitte Meyerdierks ist daher noch bis 2016 im Amt. Die 59-Jährige ist im Kreis die einzige Frau auf dem Bürgermeisterstuhl. In Oberthulba wurde Gotthard Schlereth 2012 im Amt bestätigt. Festgelegt wurde bei der Wahl auch, dass der 58-Jährige acht Jahre im Amt bleibt, damit die Kommune sich 2020 wieder im regulären Wahl-Turnus befindet.

Nach 24 Jahren Dienstzeit scheiden 2014 Siegfried Erhard (Oerlenbach) und Franz Büttner (Ramsthal) aus. Büttner wird jetzt bald 65 und ist vom Alter her nicht mehr für ein Kommunalgremium wählbar. Erhard dagegen wird jetzt erst 62. Dennoch gab er unlängst schweren Herzens und für viele sehr überraschend bekannt, dass er – unter anderem aus gesundheitlichen Gründen – 2014 nicht mehr zur Verfügung steht.

Altersgrenze als Barriere

Die Altersgrenze von 65 Jahren ist auch für Ernst Stross (Hammelburg) und Ludwig Neeb (Elfershausen) sowie für Alfred Schrenk (Wildflecken) und Anton Bauernschubert (Thundorf) der Grund fürs Aufhören. Alle vier lenken die Geschicke ihrer Stadt oder ihres Ortes seit 2002 mit Leib und Seele. Stross war früher auch schon sechs Jahre stellvertretender Bürgermeister gewesen.

Schrenk war vor 2002 gar zwölf Jahre Stellvertreter und hat so manch anderen Rekord aufzuweisen: 30 Jahre war er Lehrer, ist seit 40 Jahren im Gemeinderat und seit 30 Jahren im Kreistag. Bei Bauernschubert war schon länger klar, dass er 2014 nicht mehr antritt, denn schließlich ist er mit 67 Jahren der älteste im Kreis der amtierenden Bürgermeister.

Wie Siegfried Erhard geben auch Walter Müller (Oberleichtersbach) und Günter Kiesel (Nüdlingen), Johannes Wegner (Maßbach) und Reinhard Hallhuber (Euerdorf) gesundheitliche Gründe dafür an, dass sie sich 2014 zurückziehen. Müller ist seit 1996 im Amt und wurde 2002 und 2008 mit 95 und 96 Prozent wiedergewählt – Ergebnisse, von denen manch anderer Bürgermeister nur träumt, und die für die Beliebtheit des 60-Jährigen sprechen, der auch Vorsitzender der Bad Brückenauer Verwaltungsgemeinschaft ist.

Die Entscheidung, nicht mehr anzutreten, fiel auch Kiesel schwer, der die Geschicke seiner Kommune seit 2002 mit Herzblut lenkt. Schließlich war er als Geschäftsleiter schon zuvor 21 Jahre lang in der Gemeindearbeit verwurzelt und könnte mit 60 Jahren durchaus noch eine Wahlperiode bestreiten. Wegner trat sein Amt 1996 als erster grüner Bürgermeister im Landkreis an und erwarb sich in 18 Jahren die Anerkennung der Bürger. Sein Entschluss, nicht mehr zu kandidieren, kam für viele überraschend. Zwölf Jahre ist Hallhuber jetzt in Amt und Würden und insgesamt 18 Jahre im Ratsgremium aktiv. Der 57-jährige Wahl-Euerdorfer ging mit Einfühlungsvermögen ans Werk und ist bei den Bürgern recht beliebt – sogar bei den Wirmsthalern.

Sehr frühzeitig entschloss sich Konrad Weingart nach eigenem Bekunden, den Bürgermeistersessel in Sulzthal zu räumen. Seit 1972 ist er im Gemeinderat, hat viel bewirkt und glaubt, dass auch Jüngere gute Ideen haben, wie er sagt. Quasi taufrisch ist die Nachricht, dass auch Robert Römmelt (Riedenberg) nach 18 Jahren Amtszeit nicht mehr kandidieren will. Seine Entscheidung sei vor einiger Zeit gefallen, sagt der 57-Jährige. Dass der Entschluss schon öffentlich ist, gefällt ihm nicht recht, denn er habe es seinen Ratskollegen eigentlich persönlich mitteilen wollen.

Mit Erfahrung erneut starten

Von den zwölf Bürgermeistern, die 2014 erneut kandidieren, sind Wilhelm Friedrich (Zeitlofs) und Manfred Emmert (Geroda) in der neuen Wahlperiode mit 18 Jahren dann die „Dienstältesten“. Beide sind der Ansicht, dass ihr Amt jetzt, wo sie politische Erfahrung sammelten, erst interessant wird. Das gilt sicher auch für Wolfgang Back (Bad Bocklet), Fridolin Zehner (Rannungen), Peter Hart (Fuchsstadt), Thomas Hack (Aura) und Jochen Vogel (Motten), die alle seit zwei Amtsperioden die Politik in ihren Kommunen maßgeblich mitbestimmen.

Zum zweiten Mal zur Wahl stellen wollen sich im kommenden Jahr der Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg, der Münnerstädter Rathauschef Helmut Blank sowie Waldemar Bug (Burkardroth), Jürgen Karle (Wartmannsroth) und der altersmäßig nach Jochen Vogel (Jahrgang 1972) „zweitjüngste“ Bürgermeister Bernold Martin (Schondra, Jahrgang 1969).

Kommunalwahl 2014

Im Februar 2012 beschloss der Bayerische Landtag einige Änderungen im Gemeindewahlgesetz.

Die Altersgrenze für Bewerber als Bürgermeister und Landrat wurde auf 18 Jahre gesenkt. Hauptamtliche Bewerber dürfen zu Beginn der Amtszeit noch nicht 65 sein. Ab 2020 gilt die Altersgrenze von 67 Jahren.

Ablehnen kann eine gewählte Person das Amt ohne Angabe von Gründen, die Übernahmepflicht entfällt.

Die Sitzverteilung für Gemeinderat und Kreistag erfolgt nun nach dem Proporzverfahren Hare-Niemeyer, das kleinere Parteien besser berücksichtigt.

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