LKR. BAD KISSINGEN

Acht Millionen Euro für 30 Projekte

222 000 Euro Fördermittel wurden aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung des Ebenhäuser Kindergartens zugesagt.
Foto: FOTO S. Geiger | 222 000 Euro Fördermittel wurden aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung des Ebenhäuser Kindergartens zugesagt.

(ikr/far) Gestern gab Regierungspräsident Paul Beinhofer bekannt, für welche unterfränkischen Projekte Mittel aus dem Konjunkturpaket II fließen. Von den für den Regierungsbezirk anvisierten 130 Millionen Euro fließen acht in den Landkreis Bad Kissingen. Gefördert werden 30 Projekte in 18 der 26 Kreiskommunen. Die Freude war groß, aber es gab auch Kritik.

Landrat Thomas Bold kann mit den acht Millionen Euro für den Landkreis leben. „Es ist das, was wir erwartet haben.“ Der Förderrahmen für die Kreise sei zuvor abgesteckt gewesen. Dass beispielsweise der Landkreis Rhön-Grabfeld sechs Millionen mehr zugebilligt bekam, liegt laut Bold daran, dass die Gelder von Bund und Land in verschiedenen Bereichen zum Tragen kommen. So wurden im Nachbarlandkreis auch Krankenhäuser gefördert. Im Landkreis Bad Kissingen seien die drei Kliniken auf dem neuesten Stand.

„Ich bin froh, dass wir drin sind“, frohlockt Bad Bocklets Bürgermeister Wolfgang Back. Bund und Land wollen 272 000 Euro für die „energetische Modernisierung des Rathauses durch einen Ersatz-Neubau“ bereitstellen. Die Förderzusage stellt vermutlich die absolute Ausnahme in dem Verteilungsverfahren dar, weil es sich nicht um die Sanierung eines bestehenden Gebäudes handelt, sondern um die eines Neubaus. Wie berichtet, will die Kommune im Kleinfeldlein ein neues Rathaus errichten. „Wir mussten nachweisen, dass das alte Haus nicht mehr zu sanieren ist und welche energetischen Maßnahmen dort nötig gewesen wären.“ Mit dem Zuschuss könne man das Projekt jetzt früher starten.

Bevormundung stieß sauer auf

Oerlenbachs Gemeindeoberhaupt Siegfried Erhard hatte sich zwar Zuschüsse für die energetische Sanierung der Hegler-Halle in Oerlenbach erhofft. Leider wurde eine Absage erteilt. Das sei der „größte Brocken“ auf der Wunschliste gewesen, sagt Erhard. Trotzdem sei er zufrieden, schließlich kamen drei Projekte der Großgemeinde in die Förderung.

Für den Ebenhäuser Kindergarten wurden 222 000 Euro in Aussicht gestellt. „Damit kann man etwas bewirken.“ Mit 295 000 Euro werden voraussichtlich Energiemaßnahmen an der Oerlenbacher Volksschule unterstützt und 101 000 Euro gibt's fürs Rathaus. „Das ist teilweise schon saniert“, sagt Erhard und weist auf die neue Holzhackschnitzel-Heizung hin. Jetzt seien noch Fenster und der Eingangsbereich dran.

Dass für die Sanierung des Premicher Kindergartens 283 000 Euro fließen sollen, „begrüßt“ Burkardroths Bürgermeister Waldemar Bug ausdrücklich. Was Maßnahmen an der Burkardrother Hauptschule angeht (Fördersumme 674 000 Euro), hält sich seine Freude in Grenzen. „Es wäre schön gewesen, wenn die Kommune hätte entscheiden können, wo die Prioritäten liegen“, hält der Marktgemeindechef entgegen. Seiner Ansicht nach wären Maßnahmen am Rathaus „sinnvoller“ gewesen. Auch die Kindergärten in Lauter und Stangenroth bedürften „dringender“ einer Sanierung.

Bug wäre es lieber gewesen, wenn man dem Markt eine Fördersumme zugewiesen hätte. „Dann hätte die Gemeinde darüber entscheiden können.“ Offensichtlich war dies auch im Gespräch gewesen. Der Bürgermeister ärgert sich daher, „dass man das den Kommunen nicht zutraute“.

Auch Nüdlingens Gemeindeoberhaupt Günter Kiesel ist „enttäuscht über München“. Es freut ihn, dass die Schweinfurter Lebenshilfe 223 000 Euro für eine neue Zweigwerkstatt zugebilligt bekam. Für die Gemeinde selbst sei jedoch gar nichts herausgesprungen, obwohl er drei Projekte beantragte. Dem Bürgermeister missfällt dabei vor allem der Verwaltungsaufwand rund um die Fördermittel. „Das Verfahren war der helle Wahnsinn“, sagt er und findet es „deprimierend“, wie die Kommunen „bevormundet“ wurden.

Die Stadt Bad Kissingen zeigte sich in einer ersten Reaktion durchaus zufrieden. Kämmerer Gerhard Schneider nannte den Umstand, dass die Stadt mit energetischen Sanierungen der Kliegl-Hauptschule und des Schulhauses Reiterswiesen der Henneberg-Schule sowie mit Dorferneuerungsprojekten in Albertshausen, Arnshausen, Hausen und Kleinbrach vertreten ist, ein „tolles Ergebnis“. Ein abschließendes Urteil wollte er nicht treffen. Dazu kenne man zu wenig Details.

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