Wartmannsroth

Alles auf Anfang

Erst seit Mai sind in Wartmannsroth Bürgermeister Florian Atzmüller (CSU) und 12 der 14 Räte im Amt.
Bürgermeister Florian Atzmüller ist viel in den Gemeindeteilen unterwegs. Foto: Ralf Ruppert       -  Bürgermeister Florian Atzmüller ist viel in den Gemeindeteilen unterwegs. Foto: Ralf Ruppert
| Bürgermeister Florian Atzmüller ist viel in den Gemeindeteilen unterwegs. Foto: Ralf Ruppert

Der Wegweiser vor dem Rathaus, den der vor Kurzem verstorbene Künstler Kurt Müller gestaltet hat, ist symbolträchtig für die ersten Monate des neuen Bürgermeisters Florian Atzmüller ( CSU ): Trotz Corona-Pandemie ist der 38-Jährige viel unterwegs - in den neun Gemeindeteilen, in den Nachbargemeinden und bei Behörden . "Ich will mit den Menschen vor Ort sprechen", betont er, und: "Mir sind Vernetzung und Austausch sehr wichtig." Auch dem Gemeinderat hat der Bürgermeister bereits mehrere Ortstermine verordnet, schließlich sind 12 der 14 Mitglieder neu im Amt. Für den Herbst habe er sich sogar eine Bus-Tour mit dem Gremium durch die Gemeinde vorgenommen, wenn es Corona zulasse. Dabei könnten gemeindliche Einrichtungen wie die fünf Kläranlagen besichtigt werden.

"Mir macht die neue Arbeit sehr viel Spaß", fasst Atzmüller die ersten drei Monate seiner Amtszeit zusammen. Bis Ende April leitete der 38-Jährige das Sachgebiet "Soziale Angelegenheiten und Senioren" im Landratsamt Main-Spessart. Rund 30 Mitarbeiter waren ihm dort unterstellt. Bei der Gemeinde sind es neun Mitarbeiter in der Verwaltung und vier im Bauhof . Die beiden Kindergärten in der Kommune haben einen Trägerverein, dessen Vorsitzender bislang noch sein Vorgänger Jürgen Karle ist. Verwaltung sei aber nicht gleich Verwaltung: "Die Themen sind ganz andere hier, und der Bürgermeister ist halt auch für alles zuständig", sagt Atzmüller. Dabei gebe es auch ganz besondere Höhepunkte wie die bisher drei Trauungen.

Ein großer Unterschied zum alten Job sei die Arbeitszeit: 60 bis 70 Stunden habe er bisher im Schnitt pro Woche gearbeitet. Dabei gebe es bislang corona-bedingt noch wenige Abendtermine. Allerdings herrsche auch kein Stillstand: Der Gemeinderat treffe sich mindestens alle vier Wochen, auch die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung arbeitet weiter. "Freizeit muss man sich gezielt eintakten", hat der Familien-Vater bereits bemerkt.

"Vollkommen unkompliziert"

Als "vollkommen unkompliziert" bezeichnet Atzmüller die Übergabe der Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger und den Start der Arbeit im Rathaus. "Ich kann Jürgen Karle jederzeit anrufen", berichtet Atzmüller. Zudem habe er bereits mehrere Lehrgänge, etwa beim Bayerischen Gemeindetag, absolviert. Die meisten würden aktuell als Webinar stattfinden, das erspare zwar die Anfahrt, aber der direkte Austausch mit Kollegen fehle etwas. Persönlich vorgestellt hat sich Atzmüller dagegen trotz Corona bereits bei Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt , Amt für ländliche Entwicklung, Regierung von Unterfranken und Staatlichem Bauamt . Dabei ging es oft um konkrete Projekte, von der Dorferneuerung bis zum Ausbau der Staatsstraße durch Wartmannsroth : "Die gemeinsame Zielsetzung ist der Start der Bauarbeiten im zweiten Halbjahr 2021", verweist der Bürgermeister auf das Ergebnis zur Ortsdurchfahrt.

Dem neuen Gemeinderat bescheinigt Atzmüller "großes Interesse und hohe Motivation", und: "Alle wollen die Gemeinde weiterentwickeln." Noch stehe die Einarbeitung im Vordergrund: "Wir müssen noch viel Wissen aufsaugen, um Entscheidungen zu treffen." Das gehe am besten vor Ort. Zum Beispiel habe das Gremium die ehemalige Hähnchen-Schlächterei in Ditlofsroda besucht. Die Gemeinde kaufte die Industriebrache 2019, nun soll dort Bauland entstehen. Atzmüller hofft dafür auf die Unterstützung des Amts für ländliche Entwicklung.

Weitere Dorferneuerungsprojekte seien unter anderem Dorfscheune und Spielplatz in Völkersleier, Rathausplatz in Wartmannsroth , Lindenplatz in Schwärzelbach oder der Abriss des alten Pfarrhauses in Dittlofsroda . Für Windheim setzt der Bürgermeister auf ein Gewässerentwicklungskonzept. In Wartmannsroth stehe als nächstes die Erschließung des Baugebietes "Häg 2" an. Der Bebauungsplan liegt demnächst öffentlich aus. Enthalten ist auch ein neuer Spielplatz in der Nähe des Kindergartens. Der alte Spielplatz entfalle damit, was mit der Fläche dort passieren soll, sei noch offen.

Rathaus soll digitaler werden

Wichtig ist Atzmüller auch die Digitalisierung: Ein Rats-Informationssystem hat die Gemeinde bereits, die Vorbereitung der Sitzungen erfolge papierlos. Er will das Rathaus aber noch digitaler aufstellen, auch die Grundschule in Ditlofsroda soll mit dem Anbau der Pausenhalle mit WLAN und neuer Technik ausgestattet werden. Über das Höfe-Programm soll der Breitband-Ausbau voran getrieben werden, und der geplante Mobilfunk-Mast bei Völkersleier schließe ein weiteres Funkloch .

Bei Besuchen in den Nachbargemeinden habe er konkrete Projekte angesprochen, berichtet Atzmüller. Mit dem ebenfalls neu gewählten Gräfendorfer Bürgermeister habe er etwa über den Tretstein-Wasserfall gesprochen. "Früher war das eher beschaulich und ein Geheimtipp." Der Ansturm im Frühjahr habe alle überrascht. "Aktuell hat sich das wieder entspannt", sagt der Bürgermeister, trotzdem müsse es ein Konzept für den Wasserfall zwischen Dittlofsroda und Gräfendorf geben, aber: "Es muss zu uns passen." Touristisch sieht der Bürgermeister die Gemeinde vor allem durch die Brenner-Wege auf einem guten Weg.

Finanzielle Situation stabil

Keine großen Sorgen macht sich Atzmüller über die Auswirkungen von Corona auf die Gemeinde-Finanzen: Zum einen nehme die Gewerbesteuer keine besonders große Rolle im Haushalt ein, zum anderen gebe es keine großen Einbrüche bei den meisten Handwerks-Betrieben vor Ort. "Der Kassensturz hat mir noch keine schlaflosen Nächte beschert."

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