Bischofsheim an der Rhön

Als der Strom in die Rhön kam

Seit 100 Jahren elektrifiziert: Die Stadt Bischofsheim und das Bayernwerk feierten ein Jubiläum.
Vor 100 Jahren kam der Strom nach Oberweißenbrunn, Frankenheim und  Haselbach und damit auch an den Kreuzberg. Zur Erinnerung gab es für  Bürgermeister Georg Seiffert die Kopien der Originalverträge. Die  Übergabe fand vor der künstlerisch gestalteten Trafostation am Kreuzberg  statt (von links): Der neue Geschäftsführer der  Klosterbetriebe GmbH Christian Weghofer, Bürgermeister Georg Seiffert,  Christine Pfaff und Bernd Göttlicher. Foto: Marion Eckert
Vor 100 Jahren kam der Strom nach Oberweißenbrunn, Frankenheim und Haselbach und damit auch an den Kreuzberg. Zur Erinnerung gab es für Bürgermeister Georg Seiffert die Kopien der Originalverträge. Die Übergabe fand vor der künstlerisch gestalteten Trafostation am Kreuzberg statt (von links): Der neue Geschäftsführer der Klosterbetriebe GmbH Christian Weghofer, Bürgermeister Georg Seiffert, Christine Pfaff und Bernd Göttlicher. Foto: Marion Eckert

Im Herbst 1919 wurden in den damals selbstständigen Gemeinden und heutigen Stadtteilen von Bischofsheim, Oberweißenbrunn , Frankenheim und Haselbach und damit auch am Kreuzberg, die Weichen für die Zukunft gestellt. Am 20. September schloss Oberweißenbrunn den ersten Konzessionsvertrag mit dem Kraftwerk Rhön, einem Vorgängerunternehmens des Bayernwerks ab. Am 24. September folgte Frankenheim und am 2. Oktober Haselbach. Dieses Jubiläum wurde jetzt gefeiert.

Bürgermeister Georg Seiffert bekam von Bernd Göttlicher (Leiter Kommunen und Kooperation Region Unterfranken des Bayernwerks) und der Bayernwerk-Kommunalbetreuerin Christine Pfaff drei Dokumente überreicht. Es handelt sich um gerahmte Kopien der genau 100 Jahre alten Konzessionsverträge der heutigen Stadtteile. Vertragspartner waren das Kraftwerk Rhön und die damals noch eigenständigen Gemeinden.

"Damals war die elektrische Energie eine Sensation, heute ist sie eine Selbstverständlichkeit", sagte Christine Pfaff. Vor 100 Jahren sei die flächendeckende Versorgung mit Strom durch Leitungen noch eine visionäre Vorstellung gewesen. Die heutigen Stromnetze und die damit zusammen hängende Infrastruktur sei aber durch die Fragen um die Energiewende in den vergangenen Jahren wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt.

In den Mittelpunkt rückte anlässlich des Jubiläums auch die Trafostation am Kloster Kreuzberg , wo die Übergabe der Dokumente stattfand. Im Auftrag des Bayernwerks und in Abstimmung mit der Stadt Bischofsheim haben die Profi-Sprayer der Firma Art-EFX die Station künstlerisch umgestaltet. Wie Bürgermeister Georg Seiffert berichtet, habe er mit dem Künstler Markus Ronge über diverse Gestaltungsmöglichkeiten gesprochen. "Ich habe ihm vom Kreuzberg, dem Brauchtum und Traditionen berichtet. Am Anfang waren die Ideen völlig frei, doch durch die unmittelbare Nähe zur Kirche sollte es keinesfalls etwas kitschiges sein."

Verschiedene Entwürfe wurden erstellt, schließlich fand die Idee des Bierkellers den größten Anklang. Die Trafostation reiht sich nun als kleiner Lagerkeller getarnt in die historische Umgebung am Kreuzberg ein. " Der Künstler hat sich Inspiration von den umliegenden Gebäuden geholt und die Anordnung der Steine  angepasst", sagte Seiffert.

Wanderer mussten zweimal hinschauen. "Man meint, da steht die Türe offen", erklärte lachend ein Wanderer zum "Bierkeller".

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