Rannungen

Alternative Stromtrassenplanung ein Fall für den Anwalt

Die Zeit drängt, aber Rannungens Gemeinderäte wollen für ihre Stellungnahme zur geplanten Änderung der Südlink-Stromtrasse noch einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.
Noch sieht der nördliche Teil des Mühlwegs kahl aus. Hier soll auf der  rechten Seite ab dem Busch eine Baumallee mit 'Bäumen des Jahres'  entstehen. Foto: Dieter Britz       -  Noch sieht der nördliche Teil des Mühlwegs kahl aus. Hier soll auf der  rechten Seite ab dem Busch eine Baumallee mit 'Bäumen des Jahres'  entstehen. Foto: Dieter Britz
| Noch sieht der nördliche Teil des Mühlwegs kahl aus. Hier soll auf der rechten Seite ab dem Busch eine Baumallee mit "Bäumen des Jahres" entstehen. Foto: Dieter Britz

Die zuständigen Behörden müssen auf die Stellungnahme des Rannunger Gemeinderates zur geplanten Änderung der Südlink-Stromtrasse noch weiter warten. Das Gremium beschloss in der jüngsten Sitzung, erst einmal keine Entscheidung zu treffen, sondern kurzfristig einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

Vortrag mit vielen Paragrafen und Vorschriften

Der Rannunger Gemeinderat hatte in der vorletzten Sitzung einstimmig entschieden, gegen die vorgelegte alternative Trassenplanung Einspruch zu erheben, da die Planung einen dritten Brunnen für die Wasserversorgung in diesem Gebiet verhindern könne. In diesem Beschluss sollte ausdrücklich aufgenommen werden, dass dieser dritte Brunnen für Rannungen eine existenzielle Bedeutung haben werde. "Eine mögliche Trassenführung könnte in der Engstelle zwischen der Photovoltaikanlage und dem Sportgelände mit der geplanten Führung der für den Brunnen geplanten notwendigen Wasserversorgungsleitungen in Konflikt kommen", hatte es geheißen. In der jüngsten Sitzung erläuterte Christopher Göpfert, Referent für Bürgerbeteiligung bei der Transnet BW in Würzburg, die Pläne und das Verfahren ausführlich anhand vieler Paragrafen und Vorschriften.

Baugrunduntersuchungen

Innerhalb des Ein-Kilometer-Korridors auf beiden Seiten der Autobahn gebe es einen 100 Meter breiten Streifen als Diskussionsgrundlage für die eigentliche Stromtrasse. Göpfert teilte mit, dass ab Mai mit Baugrunduntersuchungen begonnen werde. Alle Eigentümer würden vorher rechtzeitig angeschrieben. Flora und Fauna würden kartiert. Rannungens Bürgermeister Fridolin Zehner ( CSU ) wog die Vor- und Nachteile der Trassenführung gegeneinander ab: Auf der Westseite der Autobahn müsste deutlich mehr Wald gerodet werden als auf der Ostseite. Dort aber gebe es Probleme mit der Wasserversorgung der Gemeinde. "Die Kabeltrasse gefährdet die Wasserversorgung kaum", entgegnete Göpfert. Zehner schlug vor, die Alternativtrasse nicht direkt abzulehnen. Nachteile, die der Gemeinde entstehen, müssten jedoch ausgeglichen und Schutzmaßnahmen für die Wasserversorgung getroffen werden, sollte in dem Beschluss aufgenommen werden.

Zeit bis 11. März

Marco Nöller (Bürgerliste) meinte dazu: "Es macht jetzt keinen Sinn, einen Beschluss zu fassen, bevor wir nicht genau wissen, wie die Alternativtrasse laufen soll." Dieser Ansicht war auch Josef Holzheimer ( CSU /FW). Angesichts der Vielfalt der von Christopher Göpfert zitierten Paragrafen betonte er: "Ich bin kein Jurist . Ich möchte rechtssicher die Interessen der Bürger vertreten", und forderte, zuerst einmal einen Fachanwalt hinzuzuziehen. Die Abstimmung über seinen Antrag ergab neun Ja- und vier Nein-Stimmen. Auch Bürgermeister Zehner und seine Stellvertreterin Sybille Büttner (Bürgerliste) waren dagegen. Die Frist für Stellungnahmen der Gemeinden läuft bereits am 11. März ab, sodass nun eine gewisse Eile für das weitere Verfahren notwendig ist.

Kommt die Baumallee?

Der Mühlweg soll in seinem nördlichen Teil zur Baumallee mit " Bäumen des Jahres" werden, beschloss der Gemeinderat auf Antrag des früheren 2. Bürgermeisters Werner Keller. Der Gemeinderat hatte sich bereits bei einem Ortstermin fachkundig gemacht. Die Bäume sollen auf der rechten Seite des Mühlwegs (vom Friedhof her gesehen) in einem Abstand von etwa 25 Metern auf einem Geländestreifen, der der Gemeinde gehört, gepflanzt werden. "Die Bäume würden bezahlt, wir müssten sie setzen und pflegen", so der Bürgermeister. In der Diskussion wurde die Frage angeschnitten, inwieweit eine solche Baumallee die Landwirte mit großen Fahrzeugen behindert. "Landwirte könnten Schwierigkeiten haben, für die Bevölkerung wäre es schon von Vorteil", sagte schließlich Ortsoberhaupt Fridolin Zehner . Neun Gemeinderäte stimmten für die Allee, einer dagegen. Zwei Mitglieder des Gremiums durften als Grundstückseigentümer bzw. Pächter nicht mitstimmen.

Tiefbehälter kostet mehr

Der Neubau des Tiefbehälters für die Wasserversorgung wird um 11.100 Euro teurer, als ursprünglich geplant. Der Gemeinderat genehmigte die Mehrausgabe. Das Rathaus soll einen schnellen Glasfaseranschluss bekommen. Ein Würzburger Unternehmen war mit dem Verfahren zur Anbindung beauftragt worden. Zwei von vier Firmen, die zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert worden waren, hatten fristgerecht Angebote abgegeben. Das wirtschaftlichste Angebot kam von der Telekom über 40.000 Euro. Die Gemeinde kann allerdings bis zu 90 Prozent Förderung bekommen, sodass nur rund 4000 Euro aus der Gemeindekasse selbst zu tragen sind. Sobald die Förderzusage vorliegt, kann der Auftrag endgültig an die Telekom gegeben werden.

Praktikantin für den Kindergarten

Der Kindergarten "Gückernest" will ab dem 1. September für ein Jahr eine SPS-Praktikantin (sozialpädagogisches Seminar) einstellen. Die Kosten dafür betragen 540 Euro monatlich, die der Trägerverein aufbringen müsste. Er bekommt nun auf freiwilliger Basis einen entsprechenden Zuschuss. Die Gemeinde hat im letzten Jahr Geldspenden in Höhe von 3690 Euro von Personen und Betrieben erhalten. Der Gemeinderat beschloss, ihre Annahme zu genehmigen.

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