Euerdorf

Anbindung zum Neubaugebiet sorgt für Wirbel

Die Anbindung des geplanten Neubaugebietes "Neuländer Weg" in Euerdorf sorgt für Aufregung. Ein betroffener Gemeinderat will nun selbst beim Staatlichen Bauamt vorsprechen.
Die Anbindung des Neuländer Wegs (im Bild) an die Bundesstraße 287 sorgte für Diskussionen im Gemeinderat Euerdorf.          Winfried Ehling       -  Die Anbindung des Neuländer Wegs (im Bild) an die Bundesstraße 287 sorgte für Diskussionen im Gemeinderat Euerdorf.          Winfried Ehling
Die Anbindung des Neuländer Wegs (im Bild) an die Bundesstraße 287 sorgte für Diskussionen im Gemeinderat Euerdorf. Winfried Ehling

Zum zweistündigen Redegefecht entwickelte sich in der Euerdorfer Ratssitzung der Tagesordnungspunkt "geplantes Neubaugebiet Neuländer Weg". Erste Planungsüberlegungen von Architekt Matthias Kirchner waren dem Gremium bereits zugegangen. Die erforderlichen Grundstücke sind in Gemeindehand. Mit der Verwirklichung des Projekts bekäme auch das außen gelegene "Karwinkel" einen Entwässerung-Anschluss, informierte Bürgermeisterin Patrizia Schießer.

Als strittigster Punkt im Vorhaben erwies sich eine Anbindung der Ortsabrundung der "Breet" an die Bundesstraße 287. Kirchner, der mehrere Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt führte, erhielt für die angenommene Weiterführung des Wegs "Zum Karwinkel" und die daran gekoppelte Einmündung in die B 287 eine glatte Absage. "Dies ist rechtlich nicht möglich", lautete das Argument.

Teure Alternativen

Anbindungsmöglichkeiten stehen dagegen an mehreren Stellen durch bestehende Wohnstraßen in der Breet zur Verfügung. Dies wären zum Beispiel der Lerchen- oder/und der Fasanenweg - für Gemeinderat Elmar Hofmann, der dort wohnt, ein rotes Tuch. Kirchner präsentierte mehrere Modelle zur Realisierung einer Ausfahrt, die jedoch ordentlich Geld kosten.

Dies sind beispielsweise Kreisverkehre an der Einfahrt zur Gärtnerei Zink und zum Karwinkel. Die Kosten für zwei verschiedene Varianten betragen zwischen 900 000 und 1,2 Millionen Euro - die Herstellung der Verbindungsstraße in Kostenhöhe von rund 750 000 Euro ist dabei nicht eingerechnet. In einer dritten Variante mit Linksabbiegespur aus Richtung Bad Kissingen und einer Einbiege-Spur von Hammelburg kommend würde sogar das Sportheim und die Brücke zum Opfer fallen. Dafür wären Ersatzbauten in Millionenhöhe zu errichten.

Planer Kirchner ließ sich eine Variante einfallen, die eventuell Chancen auf eine Realisierung hat - eine Einmündung, in die man nur von Bad Kissingen kommend einfahren kann und die man nur in Richtung Hammelburg verlassen kann. Was sich in allen Varianten jedoch niederschlägt ist die Erschließungsbeitragspflicht, das bedeutet, dass die anfallenden Kosten für den Anschluss an die B 287 auf die Bauplätze umzulegen sind, was diese in "astronomische Höhen" treiben könnte.

Die Konzeptvariante 2 soll nach Willen des Gemeinderats weiterverfolgt werden mit der Option, den Lerchen- und/oder Fasanenweg als Anbindung zu erwägen. Dem Antrag Hofmanns alle Breet-Anwohner über den Sachverhalt zu informieren und zu hören, lehnte das Gremium ab. Kirchner müsste sich dazu mit jedem Einwand von 400 bis 500 Bürgern beschäftigen.

Für den Beschluss, dass Kirchner die Bauleitplanung weiterführen soll, entschied sich das Gremium gegen drei Stimmen. Ein ungewöhnlicher Antrag Hofmanns - er will die Straßenbaubehörde in Schweinfurt selbst aufsuchen und das Projekt erörtern - erhielt mit sieben Stimmen die knappe Mehrheit.

Neue Gebühren: Niedriger Verbrauch wird belohnt

Im weiteren Verlauf änderte der Rat die Beitrags- und Gebührensatzung für die Wasserversorgung und die Entwässerung. Beim Wasser wurde die Grundgebühr von 48 Euro auf 24 Euro heruntergesetzt , der Preis pro Kubikmeter beträgt künftig 1,47 Euro statt wie bisher 1,22 Euro und ist damit mehr auf den Verbrauch eingestellt. Ähnlich verfuhr der Rat mit den Entwässerungskosten. Bei 24 Euro Grundgebühr ist in Zukunft 3,02 Euro statt 2,90 Euro pro Kubikmeter zu entrichten. Wie Schießer informierte, ist die Quellschüttung gegenüber dem Vorjahr von 15 auf 10 Liter pro Sekunde gesunken. Sparsamer Verbrauch ist deshalb Gebot der Stunde.

Den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage im Finkenweg genehmigte der Marktgemeinderat nebst Befreiungen. Die Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts wurde aufgrund des Ergebnisses des Bürgerentscheids entsprechend geändert. Ein Nachtrag zum Rathausbau für Brandschutzmaßnahmen in Höhe von ca. 2660 Euro passierte ohne Einwände.

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