Hammelburg

Arbeiten in Tansania trotz Corona

Unter erschwerten Umständen laufen die Projekte in Tansania weiter. Jetzt sollen noch zwei weitere Klassenzimmer in Angriff genommen werden. Sorge bereitet dem Verein das rückläufige Spendenaufkommen.
Den Kindergarten Kiparang'anda verlassen demnächst zahlreiche Kinder.  Fotos: Uwe Tobaben       -  Den Kindergarten Kiparang'anda verlassen demnächst zahlreiche Kinder.  Fotos: Uwe Tobaben
| Den Kindergarten Kiparang'anda verlassen demnächst zahlreiche Kinder. Fotos: Uwe Tobaben

Über den Fortgang der zahlreichen Hilfsprojekte berichtet die Afrika Hilfe Franken in einer Pressemitteilung. Nachdem der Bau eines neuen Klassenzimmers in Kise abgeschlossen war (wir berichteten), wurde nun das nächste Projekt begonnen. Da alles reibungslos verlief, entschloss sich der Vorstand, das Ganze noch einmal in Kiparang'anda zu versuchen. Die Gemeinde hatte ja inzwischen 1500 Backsteine in Eigeninitiative hergestellt. Der Vertrag wurde aufgesetzt, in dem sich die Gemeinde für die Beschaffung von Wasser und Sand während der Bauphase, sowie das Ausgraben des Fundamentes und die Säuberung der Baustelle nach der Fertigstellung verpflichtete.

In bewährter Manier wurde dem Schuldirektor für die einzelnen Bauabschnitte Geld für das benötigte Material und Abschläge für die Arbeiter überwiesen, der dann Bilder von den Bauabschnitten und Quittungen übermittelte. Am 15. November konnte es in Betrieb genommen werden.

Schulbänke geliefert

In der Grundschule Kise konnte das neue Klassenzimmer dank einer großzügigen Spende mit Schulbänken beliefert werden. Jetzt hofft man, auch das Klassenzimmer in Kiparang'anda ausstatten zu können. Eine Schulbank kostet ca. 30 Euro und 27 Stück werden benötigt.

In der Tumaini Grundschule wird gerade begonnen, zwei dringend benötigte Klassenzimmer zu bauen. Ein Vereinsmitglied war Ende Oktober dort und hat Zement für die benötigten Backsteine gekauft. Diese sind inzwischen fertiggestellt und sollen jetzt noch 14 Tage trocknen, bevor mit dem Fundament begonnen werden kann. Inzwischen liegt auch der von allen zuständigen Stellen unterschriebene Vertrag vor, der die Eigenleistung der Gemeinde festlegt. Die Vereinbarung mit den Maurern ist getroffen, die vier Millionen TSH (1500 Euro) bekommen. Diese beinhaltet alle Arbeiten vom Fundament bis zur Fertigstellung des Daches.

In der ersten Dezemberwoche sollte mit dem Fundament begonnen werden. Dann muss es etwa vier Wochen gut durchtrocknen, bevor es im neuen Jahr weitergeht. So es die Situation zulässt, soll dann ein Vereinsmitglied vor Ort sein, da in der Grundschule Kiparang'anda noch vier behindertengerechte Toiletten geplant sind.

Außerdem sind im vereinseigenen Kindergarten Kiparang'anda einige Dinge zu regeln, die die Anwesenheit erfordern. 55 Kinder verlassen am 16. Dezember den Kindergarten und am 20. Januar sollen genauso viele neu eingeschrieben werden. Es gilt, den Vorrat für den täglichen Maisbrei aufzustocken und einige behördliche Dinge zu regeln. Der Besuch von Ingo Koßakowski zeigte einige Mängel auf, die teilweise sofort beseitigt werden konnten, und einige, die dringend anstehen.

Besonders dringend ist der Anbau eines kleinen Vordaches an den Klassenzimmern, da bei den immer häufigeren und stärkeren Regenfällen Wasser durch die offenen Lüftungen eindringt und die Decken aufweicht. Danach müssen die Decken neu gestrichen werden, da sich große unansehnliche Flecken gebildet haben. Die Solaranlage macht immer häufiger Probleme und muss gewartet beziehungsweise neu verkabelt werden.

Etwas traurig sind die Kinder, dass dieses Jahr die "Graduation" (Abschlussfeier), bei der es das heiß begehrte Zeugnis gibt, sehr klein ausfällt. Wenigstens das Festessen mit "pilau" soll stattfinden. Allerdings können die "zawadi" (Federmäppchen), die die Abgänger sonst immer bekommen, nicht übergeben werden. Die Situation 2020 hatte es nicht zugelassen, dass sie nach Tansania geschafft werden konnten. Dies soll im Januar nachgeholt werden. Dann müssten die Kinder an einem Nachmittag nach der Schule vorbeikommen und sie entgegennehmen.

Paten gesucht

Auch für das kommende Jahr werden wieder Paten gesucht. Eine Patenschaft kostet derzeit 60 Euro pro Jahr und dauert zwei bis drei Jahre, bis das Kind in die Schule wechselt, informiert der Verein. Mit dem Beitrag wird gewährleistet, dass ein Kind ein Jahr lang ein tägliches Essen, die Schuluniform und das benötigte Schulmaterial bekommt.

Um die Hilfsprojekte zu finanzieren, nimmt der Verein regelmäßig Kleiderspenden an. Monatlich gibt es die Kleiderannahme in Hammelburg , Ofenthaler Weg, Krankenhauseinfahrt (links bei den Garagen). Der nächste Termin ist am Samstag, 12. Dezember, von 10 bis 12 Uhr. Neben gut erhaltenen Altkleidern und -schuhen werden auch Verbandskästen, Kinderrucksäcke, Federmäppchen, Buntstifte und Spiele wie Memory, Domino, Puzzle bis 100 Teile und Lego-Duplo angenommen. Kinderkleidung für Vier- bis Sechsjährige sollten gekennzeichnet werden, da diese direkt mit nach Tansania genommen werden.

Der Verein bittet darum, auf keinen Fall Stoffreste, zerrissene und schmutzige Kleidung , Daunendecken, Kopfkissen, Teppiche , Hausmüll, Elektrogeräte oder anderes in den Kleidercontainern zu entsorgen. Dadurch entstehen dem Verein hohe unnötige Kosten.

Wer will mithelfen?

Der Verein sucht dringend neue Mitglieder, oder auch temporäre Helfer, die bei den jährlichen Aktivitäten wie den Märkten, Kleiderannahmen und -verladungen tatkräftig mithelfen. Die nächste Kleiderverladung findet am 8. Dezember um 14 Uhr am Krankenhaus statt und wird mit einem Zeitaufwand von ca. 60 bis 90 Minuten veranschlagt.

In diesem Jahr sei auch das bisherige Spendenaufkommen nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren, bedauert der Verein.

Wer Interesse daran hat, den Verein finanziell oder auch tatkräftig zu unterstützen, der findet weitere Informationen - auch zu den Patenschaften- unter www.afrika-hilfe-franken.de .

Spenden sind möglich unter:

Spendenkonto Afrika Hilfe Franken e.V., FLESSABANK,

Code-BIC: FLESDEMM

IBAN: DE41 7933 0111 0000 3100 58.

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