Aschach bei Bad Kissingen

Aschach: Museen rüsten sich für Saisonstart

Bis Ende März sollen laufenden Arbeiten wie die Umgestaltung des Innenhofes und die Neuanlage des kleinen Parkplatzes abgeschlossen sein.
Der Innenhof von Schloss Aschach wird gärtnerisch neu gestaltet. Foto: Sigismund von Dobschütz       -  Der Innenhof von Schloss Aschach wird gärtnerisch neu gestaltet. Foto: Sigismund von Dobschütz
| Der Innenhof von Schloss Aschach wird gärtnerisch neu gestaltet. Foto: Sigismund von Dobschütz

Trotz des seit Anfang November für Museen verordneten Lockdowns, dessen Ende noch nicht absehbar ist, bereitet das Museums-Team von Schloss Aschach den Saisonbeginn vor. Bis Ende März sollen alle seit Monaten laufenden Arbeiten wie die Neugestaltung des Innenhofes abgeschlossen sein, versichert Museumsleiterin Josefine Glöckner. Auch Pächter Klaus Brückner wartet auf die ersehnte Erlaubnis zur Wiederöffnung der Aschacher Schloßstuben.

Normaler Winterbetrieb

"Wir können uns im Vergleich zu anderen Museen noch glücklich schätzen", ist Josefine Glöckner froh und dankbar, dass der zweite Corona-Lockdown bisher passgenau mit der üblichen Wintersaison übereinstimmte, in der die Aschacher Museen ohnehin alljährlich ab November geschlossen sind. "Bei uns läuft der normale Winterbetrieb, Mitarbeiter mussten nicht in Kurzarbeit ." Jetzt hofft sie allerdings auf eine schnelle Wiederöffnung, wenn auch unter den bereits vor der Schließung angewandten oder kommenden Vorschriften angepassten Hygiene-Maßnahmen. Als noch unverbindlicher Starttermin steht bei ihr der 27. März im Kalender. Unabhängig davon, ob die Museen dann wirklich geöffnet werden können oder nicht, sollen bis dahin zumindest alle laufenden Arbeiten wie die Umgestaltung des Innenhofes und die Neuanlage des kleinen Parkplatzes abgeschlossen sein.

Bereits 2017 hatte der Bezirk Unterfranken als Eigentümer von Schloss Aschach ein Parkpflegewerk in Auftrag gegeben, um nach Abschluss der langwierigen Generalsanierung des Schlosses auch die Außenanlagen gärtnerisch neu zu gestalten. Aufgabenstellung war die Schaffung einer sinnvollen Symbiose aus historischem Vorbild der Anlage aus dem Jahr 1955, als der Bezirk das Schloss von Karl Graf von Luxburg übernahm, und heutigen Erfordernissen. "Wir stellen also nicht das historische Original wieder her, sondern nutzen es nur punktuell." Denn zu Luxburgs Zeiten umstanden noch hohe Bäume das Schloss. Heute will man aber den Gästen des Restaurants den freien Blick auf das Schloss ermöglichen. Glöckner: "Wir müssen touristische und heute allgemein gültige Ansprüche berücksichtigen." Dazu gehören auch die neu angelegten Wege, die für Rollator-Nutzer geeignet sein werden oder die Befestigung des Parkplatzes vor dem Schloss, der ausschließlich Behinderten sowie Fahrzeugen des Bezirks und des Schlossstuben-Pächters vorbehalten bleiben wird.

Im Rahmen der seit September laufenden Gartenarbeiten, die der Firma Garten- und Landschaftsbau Vogt in Gemünden übertragen wurden, werden das zentrale Rondeel, in dem der historische Brunnen wieder freigelegt wurde, und die begleitenden Rabatten neu angelegt. "In der Bepflanzung wird es keine Besonderheiten geben", erklärt Glöckner. Lediglich die im Rahmen der üblichen Baumpflege zu fällenden kranken Bäume im Parkgelände werden, wie im vergangenen Jahr in sechs Fällen schon geschehen, angesichts des Klimawandels durch hitzebeständigere Arten ersetzt.

Archäologische Funde

Anfangs musste die gärtnerische Neuanlage wegen archäologischer Funde, deren Ursprungsalter bis ins Mittelalter reicht, kurzzeitig unterbrochen werden. Wie bei solchen Grabungen üblich, wurden Scherbenfunde von Fachleuten gesammelt und katalogisiert, andere Funde wie ein Brennofen aus der Zeit der Porzellanmanufaktur Sattler nur dokumentiert und danach wieder zugeschüttet.

Den Winterbetrieb nutzte das Museums-Team zur Aufbereitung digitaler Präsentationen. Zur Zeit sind Podcasts für interessierte Hörer und Videofilme zur Verbreitung auf den üblichen Kanälen im Internet und den sozialen Netzwerken in Arbeit. Gleichzeitig wird die Luxburg-Sammlung ostasiatischer Kunst fotografiert und digitalisiert, um sie ab Jahresende auf dem Internet-Portal Bavarikon, einem Portal des Freistaats Bayern zur Präsentation von Kunst-, Kultur- und Wissensschätzen aus bayerischen Einrichtungen, der Öffentlichkeit zu zeigen und "Appetit" auf einen Museumsbesuch in Aschach zu machen.

Appetit sollen Museumsbesucher bald auch beim Blick auf die Speisekarte der Aschacher Schloßstuben wieder bekommen. Doch Pächter Klaus Brückner muss wie alle anderen Gastronomen noch warten. Seit November hat er weder Gäste noch Einnahmen, doch hat der Bezirk seine Pachtforderung nicht nur wegen des verordneten Lockdowns, sondern auch wegen der laufenden Sanierungsarbeiten gesenkt. "Ich komme mit dem Bezirk gut aus", ist Brückner dankbar. Die staatliche Überbrückungshilfe für November wurde ihm überwiesen, die für Dezember kürzlich zugesagt: "Ich rechne bis Ende März damit." Wie dies für die Monate ab Januar aussieht, weiß er selbst noch nicht. "Vorläufig muss ich auf die Rücklagen zurückgreifen." Trotzdem schätzt er seine Lage immer noch besser ein als die mancher Kollegen. "Wir werden überleben", versichert Brückner mit Nachdruck und Zuversicht. "Die Schloßstuben werden hoffentlich bald und weiterhin für ihre Gäste wieder da sein."

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Bad Kissingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Besuch von Museen und Galerien
Bezirk
Gastronominnen und Gastronomen
Gaststätten und Restaurants
Karl Graf
Kurzarbeit
Mitarbeiter und Personal
Museumsbesucher
Museumsleiter
Soziale Netzwerke
Unterfranken
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!