Aura an der Saale

Auch Ärztemangel ist ein Thema

Allianzmanager Holger Becker stellte sich dem Gemeinderat vor. Auch die Hausärzteversorgung im Saaletal ist für ihn ein großes Projekt.
Als weiteres Allianz-Projekt schilderte der Manager das gemeinsame Bemühen um die Zukunft hausärztlicher Versorgung im fränkischen Saaletal.  Foto: Symboldbild: Bernd Weissbrod/dpa       -  Als weiteres Allianz-Projekt schilderte der Manager das gemeinsame Bemühen um die Zukunft hausärztlicher Versorgung im fränkischen Saaletal.  Foto: Symboldbild: Bernd Weissbrod/dpa
Als weiteres Allianz-Projekt schilderte der Manager das gemeinsame Bemühen um die Zukunft hausärztlicher Versorgung im fränkischen Saaletal. Foto: Symboldbild: Bernd Weissbrod/dpa
Schon seit Juli ist Diplom-Geograph Holger Becker (43) neuer Manager der Kommunalen Allianz Fränkisches Saaletal. Doch erst jetzt stellte sich der gebürtige Fürther als Nachfolger von Matthias Bickert, der im Mai 2017 nach Bonn wechselte, den Gemeinderäten in Aura vor. Becker, der in Obbach (Landkreis Schweinfurt) lebt, war vorher Regionalmanager im Landkreis Schweinfurt und leitete zuletzt die interkommunale Allianz Maindreieck mit Sitz in Ochsenfurt.
Als seine Hauptaufgaben im Management der von der Stadt Hammelburg, den Märkten Elfershausen, Euerdorf, Oberthulba und Sulzthal sowie den Gemeinden Aura an der Saale, Fuchsstadt, Ramsthal und Wartmannsroth im April 2015 als eingetragener Verein gegründeten Allianz sieht Becker neben der Führung des Vereins vor allem die Durchführung interkommunaler Projekte, die Innenentwicklungsberatung sowie die dazugehörige Öffentlichkeitsarbeit.
Bei 28 000 Einwohnern auf 340 Quadratkilometern Fläche, durchschnittlich also 82 Einwohner pro Quadratkilometer, liegt die Allianz weit unter dem Landesdurchschnitt von 182 Einwohnern. Becker: "Ohne Kooperation kommen wir im ländlichen Raum nicht weiter."
Da alle Aufgaben zur Tourismusförderung der parallel bestehenden Allianz Frankens Saalestück übertragen sind, "mache ich alles, was nicht Tourismus ist". Allerdings tausche man sich gegenseitig aus - dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit anderen Kooperationen und Organisationen -, "damit wir nicht doppelt arbeiten". Dies gilt konkret für das laufende Projekt "Wildlebensraum", bei dem mit der Unteren Naturschutzbehörde auf einer Gesamtfläche von 500 Hektar ein Großprojekt gegen das "dramatische Bienen- und Insektensterben" aufgebaut werden soll. "Vier Allianzen haben wir schon im Boot, an der fünften basteln wir noch." Das Projekt mit einem Eigenanteil von einer Million Euro bei 75-prozentiger Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds ist auf eine Laufzeit von vorerst fünf Jahren ausgelegt.
Im kommenden Sommer soll damit begonnen werden. Als Beispiel nannte Becker "eine Wiese nur für Bienen und Insekten" neben einer landwirtschaftlich genutzten Ackerfläche. Nach ähnlichen Kriterien richtet sich bereits die Gemeinde Aura bei ihren Grünflächen und -streifen, ergänzte Bürgermeister Thomas Hack und verwehrte sich gegen vereinzelte Kritik aus der Bevölkerung. "Unsere Grünstreifen sind nicht ungepflegt, sondern extensiv bewirtschaftet im Sinne des Naturschutzes."
Als weiteres Allianz-Projekt schilderte der Manager das gemeinsame Bemühen um die Zukunft hausärztlicher Versorgung im fränkischen Saaletal. Bisher seien Gesprächsrunden mit den an einer Zusammenarbeit interessierten Ärzten geführt worden, weitere sollen 2018 folgen. Die demographische Entwicklung zwingt zu einer Kooperation, erklärte der Allianzmanager, denn nicht nur die Patienten, auch die Ärzte werden älter.


Netzwerkausbau

Zur Erarbeitung eines notwendigen Handlungskonzepts und Netzwerkausbaus stellte Becker eine Förderung von 100 000 Euro durch die Robert-Bosch-Stiftung in Aussicht. Damit soll auch die Anstellung eines Projektmanagers für 20 Wochenstunden finanziert werden.
Zu seinen sonstigen Aufgaben zählt Becker den Aufbau einer interkommunalen Bauhofkooperation mit gegenseitiger Nutzung des Maschinenparks und gemeinsamer Materialbeschaffung sowie die Innenentwicklung zur Wiederbelebung des Ortskerns vor Erschließung von Neubaugebieten am Ortsrand nach dem Motto "Innen vor Außen". Welche Projekte die Allianz Fränkisches Saaletal in den nächsten vier Jahren angehen will, wird die Lenkungsgruppe bei ihrem nächsten Treffen am 20. März entscheiden. Möglich wäre zum Beispiel die Umsetzung des 2017 für 27 000 Euro erstellten Kernwegekonzepts.
"Wenn dies gewollt ist, müssen wir den Förderantrag schnell stellen, denn die Eler-Mittel werden langsam knapp", empfahl Holger Becker dem Bürgermeister.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Aura an der Saale
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!