Thundorf

Auch dem Thundorfer Wald geht es nicht gut

Der Gemeinderat Thundorf schaute sich im Gemeindewald um. Die Trockenheit setzt den Bäumen zu.
Der Thundorfer Gemeinderat besichtigte verschiedene Waldabteilungen im Gemeindewald. Philipp Bauernschubert       -  Der Thundorfer Gemeinderat besichtigte verschiedene Waldabteilungen im Gemeindewald. Philipp Bauernschubert
Der Thundorfer Gemeinderat besichtigte verschiedene Waldabteilungen im Gemeindewald. Philipp Bauernschubert

Jedes Jahr im Herbst macht sich der Thundorfer Gemeinderat zusammen mit dem zuständigen Revierleiter Matthias Lunz, Vertretern der Forstbehörde sowie dem gemeindlichen Forstwirt Wolfgang Fuchs ein Bild davon, wie sich der Gemeindewald entwickelt. Auch interessierte Bürger haben dabei die Möglichkeit, sich zu informieren.

Gleich bei der Begrüßung zog Forstoberrat Hubert Türich das Fazit: "Dem Wald geht es nicht gut". Der Ruf nach " Wasser " werde für die Forstwirtschaft immer lauter.

Die erste Station war die Waldabteilung "Morschreißig" im Stegholz.Der Ausgangsbestand sind 90- bis 200-jährige Eichen, meist aus Stockausschlag. Sie seien wenig vital und es sterben einzelne Eichen ab, so die Information. Erfreulich, so die Forstleute, sei aber die Eichenverjüngung auf großer Fläche dank der letztjährigen Eichelmast.

Allerdings, so Förster Lunz, brauche die Fläche mehr Licht und es sei notwendig, dass die Haselsträucher zurückgeschnitten werden. Sicherlich sei dies für die Kommune ein hoher Aufwand, für den es auch keine Einnahmen gibt, aber falls sich die Verjüngung gut entwickelt, könne in den nächsten Jahren nachgelichtet werden und es falle Stammholz an. Gefördert werde somit auch die Naturverjüngung. Der Rückschnitt der Hasel müsse bis zum Laubaustrieb zu erfolgen. Übernehmen sollte dies ein beauftragtes Großunternehmens bzw interessierte Privatpersonen.

Um Eichennaturverjüngung und Eschenkultur ging es auch im Krengel, im Dürreberg von Theinfeld. Dort entwickelt sich die Eichenverjüngung im Zaun sehr gut, sodass der Zaun bald abgebaut werden kann. Notwendig sei hier eine intensive Pflege, um die aggressive Hainbuche zurückzunehmen, erklärte Matthias Lunz. In diesem Gebiet fand auch auf einer relativ kleinen Fläche eine Schwammspinnerbekämpfung mit Hubschrauber statt, so die Information.

Zum Thema Zaun kam Kritik aus den Reihen der Teilnehmer, dass Privatwaldbesitzer ihre Einzäunungen, die teils umgefallen oder marode und morsch sind, einfach liegen lassen, ohne sie zu erneuern bzw. abzubauen. Dies soll zukünftig mehr geahndet werden.

Ein weiteres Thema war das lagern der Schad- bzw. Käferhölzer. Hier ist die Forstbetriebsgemeinschaft der falsche Ansprechpartner, sagt Türich, sondern die Kommune, die sich auch laut Bürgermeister Egon Klöffel Gedanken machen will, wo ein solcher Ablageplatz möglich wäre. In diesem Zusammenhang sagte Oberforstrat Türich, dass die Fichte auf der fränkischen Platte zukünftig keine Chance hat; diese Baumart werde langfristig verschwinden. Über all den Sorgen und Einflüssen, die dem Wald schaden, gibt es auch positives zu berichten. Besonders hob Türich hervor, dass das Forstjahr ohne Unfälle und Schäden abgeschlossen wurde.

Bei der Besichtigung wurde auch über den Gemeindewald diskutiert. Gemeinderat Edwin Braun erklärte: "Der Wald ist immer ein Kostenfaktor, deshalb sollte man ihn nicht betriebswirtschaftlich betreiben, sondern sinnvoll nutzen". Gemeinderat Matthias Geier glaubt, dass der Holznachwuchs aufgrund der Trockenheit langsamer vorangeht, als es der Forstbetriebsplan ausweist. Diese Tatsache sollte bei der Vorstellung des Jahresbetriebsplanes berücksichtigt werden.

Einschlag genehmigt

Zurück im Bauhof ging Lunz nochmals auf die Waldbilder und die daraus erfolgten Maßnahmen ein und stellte die Zahlen des Jahresbetriebsplanes 2020 detailliert vor. Die Holzernte beträgt bei der Verjüngungsnutzung 330 Festmeter (fm), der Altdurchforstung 530 und der Jungdurchforstung 90. Die Jugendpflege ersteckt sich auf 16,2 ha, da viele Flächen aus der Planung 2017/2018 und 2019 geschoben wurden. Geplant sind einige Ergänzungspflanzungen und Nachbesserungen, sowie der Ab- und Neubau von Zäunen.

Für das kommende Forstjahr sind wieder ca. 600 Festmeter Holzeinschlag zuzüglich Schadholz vorgesehen. Im Vorjahr waren es 914 Festmeter Gesamteinschlag inklusive 292 Festmeter Schadholz; damit lag man ca. 200 Festmeter unter der Vorgabe der Forsteinrichtung

Schließlich wurde der Forstbetriebsplan wie vorgelegt einstimmig beschlossen. Der Holzpreis bleibt stabil. Ein Festmeter Polterholz kostet 54 Euro, Hartholz Abraum 15 und Weichholz 10 Euro.Neu ab diesem Jahr ist das Schad- bzw. Käferholz. Hier kostet der fm 5 Euro.

Ins Gespräch wurde erneut der Ausbau der Bauholzlinie und die Instandsetzung des Grune-waldweges in Rothhausen gebracht. In diesem Zusammenhang wird kritisiert, dass dieser Weg oft als Rennstrecke für Fahrzeuge aller Art genutzt wird, was nicht zulässig und strafbar ist.

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