Rannungen

Auch der Rannunger Wald leidet erheblich unter der Trockenheit

Zur Lehrstunde über den schlechten Zustand des Waldes wurden die Waldbegehung des Gemeinderates in Rannungen und die anschließende Sitzung des Gremiums in der alten Schule.
Der Rannunger Gemeinderat machte sich bei einem Rundgang ein Bild vom  Zustand des Gemeindewaldes (von links):   Zweite Bürgermeisterin Sybille  Büttner, Revierförster Matthias Lunz, Forstdirektor Hubert Türich,  Gemeinderat Oliver Leischner, Bürgermeister Fridolin Zehner und  Gemeinderätin Yvonne Seufert.  Foto: Dieter Britz       -  Der Rannunger Gemeinderat machte sich bei einem Rundgang ein Bild vom  Zustand des Gemeindewaldes (von links):   Zweite Bürgermeisterin Sybille  Büttner, Revierförster Matthias Lunz, Forstdirektor Hubert Türich,  Gemeinderat Oliver Leischner, Bürgermeister Fridolin Zehner und  Gemeinderätin Yvonne Seufert.  Foto: Dieter Britz
| Der Rannunger Gemeinderat machte sich bei einem Rundgang ein Bild vom Zustand des Gemeindewaldes (von links): Zweite Bürgermeisterin Sybille Büttner, Revierförster Matthias Lunz, Forstdirektor Hubert Türich, ...

Forstdirektor Hubert Türich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt klagte, "man spricht nicht mehr von einem Klimawandel , sondern von einer Klimakrise ".

Trockenheit und Hitze und in der Folge der Käferbefall hätten viele Bäume stark geschädigt oder ganz zerstört. Die für die Bäume im Sommer schädliche Temperaturerhöhung von zwei Grad Celsius sei schon längst erreicht.

Auch 2020 sei es fast durchweg wärmer als im langjährigen Durchschnitt gewesen. Die Bäume seien deshalb unter Stress geraten. Die Blätter seien zu heiß geworden und hätten irreparable Hitzeschäden erlitten. Gerade Buchen würden im oberen Bereich die Erwärmung nicht aushalten, die Eiche schon eher.

"Der Wald hat nun das dritte Stress-Jahr hintereinander ertragen müssen" betonte der Forstmann. Der Niederschlag im Sommer sei deutlich unter dem ausgefallen, was Bäume gewöhnlich brauchen. Der Wasservorrat im Boden fällt ab Mai drastisch ab, klagte Türich, "da hilft auch kein Regenschauer im Juni oder Juli. Die Bäume sind im Wasserstress, das wird immer schlimmer".

Durch Hitze und Wassermangel geschädigte oder gar abgestorbene Bäume tragen zur starken Vermehrung von Schädlingen wie Schwammspinnern oder Borkenkäfern bei, die die geschädigten Bäume befallen, zunehmend auch Kiefern und Buchen. Ergebnis: Es gebe "viele frustrierte Waldbesitzer und Förster-Kollegen".

Der Holzmarkt sei zusammengebrochen. Ein Festmeter Kiefer, der früher für 80 bis 100 Euro verkauft werden konnte, bringe heute nur noch etwa 20 Euro ein. "Das Holz ist nichts mehr wert, Waldbesitzer müssen zum Teil noch drauflegen, denn sie müssen Flächen neu anpflanzen" sagte Türich und "es wird trocken und warm, das können wir nicht mehr umstoßen".

Was tun? Türich setzt auf Vielfalt und Naturverjüngung. Er schlug vor, Pflanzen , die es bei uns gibt, aus wärmeren Regionen zu holen, da diese sich eventuell daran gewöhnt hätten. Man könne es auch mit Exoten versuchen. Er mahnte aber zur Vorsicht bei fremdländischen und exotischen Pflanzen . Im Wald seien Versuchsanpflanzungen schwierig, denn die Bäume müssten unter Umständen 200 Jahre beobachtet werden, ob sie hier auf Dauer mit Trockenheit, Frost, wenig Niederschlag zurechtkommen. "Es gibt nicht die eine eierlegende Wollmilchsau" schränkte Zürich ein. "Trockenheit liebende Laubhölzer werden das Rennen machen."

"Vor 50 Jahren wurden Kiefern und Douglasien empfohlen", ergänzte Bürgermeister Fridolin Zehner ( CSU ). Matthias Lunz, Leiter des Forstreviers Oerlenbach (aber mit Sitz mit Rannunger Rathaus), stellte die Pläne für 2021 vor. In der Endnutzung sind auf dem Hesselberg 80 Festmeter geplant. In der Unteren Reutspitze müssen 80 Festmeter Fichte geräumt werden, da sie zum großen Teil von Käfern befallen sind. Der Gemeinderat stimmte dem Plan für das kommende Jahr einstimmig zu.

Der Rannunger Gemeindewald

Gesamtfläche 42 Hektar, stark zersplittert über die Gemeindefläche. Größte gemeindeeigene Waldfläche ist der Bernhardsrain.

Baumarten 66 Prozent Laub- und 34 Prozent Nadelholz . Größter Anteil Eiche mit 30 Prozent, gefolgt von Kiefer mit 26 und Buche mit 21 Prozent.

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