Münnerstadt

Auf den Spuren der Ahnen in Münnerstadt

Roland Gopp hat sich auf Spurensuche begeben und nach seinen Vorfahren geforscht. Richtig fündig wurde seine Frau Elisabeth. Einer seiner Ahnen hat den Fränkischen Hof umbenannt.
Elisabeth und Roland Gopp blättern n den Unterlagen, die Elisabeth zusammengetragen hat. Sie hat herausgefunden, dass Roland Gopps Vorfahren mütterlicherseits aus Münnerstadt stammten. Foto: Thomas Malz       -  Elisabeth und Roland Gopp blättern n den Unterlagen, die Elisabeth zusammengetragen hat. Sie hat herausgefunden, dass Roland Gopps Vorfahren mütterlicherseits aus Münnerstadt stammten. Foto: Thomas Malz
| Elisabeth und Roland Gopp blättern n den Unterlagen, die Elisabeth zusammengetragen hat. Sie hat herausgefunden, dass Roland Gopps Vorfahren mütterlicherseits aus Münnerstadt stammten. Foto: Thomas Malz

Elisabeth Gopp war gleich am ersten Tag in der Ausstellung "Da geht die Post ab - 235 Jahre Münnerstädter Postgeschichte". Das hat mehrere Gründe. Einerseits sind sie und ihr Mann Roland ohnehin an Geschichte interessiert, besonders an der Münnerstädter. Andererseits hat die Familie einen besonderen Bezug zum Fränkischen Hof, der schließlich auch einmal die Post beherbergte, weshalb noch heute neben dem Schriftzug "Fränkischer Hof", den Name "Zur Post" am Haus zu lesen ist. Derjenige, der das frühere Gasthaus "Goldener Hirschen" in "Fränkischen Hof" umbenannt hatte, war Adam Reuß, der Ur-Ur-Opa von Roland Gopp. Sein Ur-Ur-Ur-Opa Stephan hat den Sommerkeller (Weigandskeller) errichtet.

Die Geschichte geht manchmal seltsame Wege. Roland Gopp hat sich schon vor vielen Jahren auf die Spuren seiner Vorfahren begeben und ist bis zu seinem Ur-Ur-Ur-Großvater gekommen, der in Wiesenfeld bei Karlstadt lebte. Sein Urgroßvater zog nach Ramsthal, weil er Arbeit in einer Ziegelei in Euerdorf gefunden hatte. Sein Großvater schließlich kam nach Münnerstadt und kaufte das Haus in der Oberen Torgasse, in dem die Gopps noch heute leben.

Aber das ist nicht die ganze Geschichte, denn die hat Roland Gopp nur väterlicherseits betrachtet. Als sich vor einigen Jahren sein 60. Geburtstag näherte, hat sich Elisabeth Gopp auf die Suche der Vorfahren mütterlicherseits gemacht. Bekannt war, dass die Familie aus Steinach stammt und seine Mutter , Isolde Gopp, geborene Reuß, 1949 nach Münnerstadt kam.

Es sollte eine Überraschung zum Geburtstag werden. "Ich habe gedacht, ich platze", erinnert sich Elisabeth Gopp daran, wie es ihr ging, als sie weiter in der Zeit zurück forschte. "Bis zum Geburtstag musste ich still halten." Was sie entdeckt hatte: Mutter Isolde war keineswegs die erste von Roland Gopps Vorfahren mütterlicherseits, die im Lauerstädtchen lebte.

Darauf gestoßen ist Elisabeth Gopp in alten Unterlagen. Sie hat den alten Ariernachweis gefunden, den der in Steinach lebende Theodor Reuß, der Großvater von Roland Gopp mütterlicherseits, während der Nazizeit erbringen musste. Mehrfach war da " Münnerstadt " zu lesen. Also begab sie sich auf Spurensuche.

"Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling hat mich dabei sehr unterstützt", hebt sie hervor. Zum 60. Geburtstag von Roland Gopp präsentierte Elisabeth Gopp das Ergebnis ihrer Ahnenforschung : "Gehen wir zurück in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Paul und Eva haben geheiratet . Am 27. Februar 1789 erblickte Stephan Reuß, Dein Ur-Ur-Ur-Opa das Licht der Welt", sagte sie. Im zarten Mannesalter hat er sich in die Tochter das Adlerwirtes, Anna Maria Müller , in Münnerstadt verliebt. 1809 wurde geheiratet . 1826/27 durfte Stephan Reuß nach langem Streit mit dem Stadtmagistraten seinen Bierkeller bauen. Heute steht dort das evangelisch Gemeindezentrum.

Das fünfte Kind von Stephan Reuß, Adam Reuß, war Roland Gopps Ur-Ur-Opa. Er kam 1820 zur Welt und war gerade einmal 13 Jahre alt, als sein Vater starb. 1844 hat er von der Witwe Büchs den "Goldenen Hirschen" gekauft und in "Fränkischen Hof" umbenannt. Belegt ist unter anderem, dass er im Januar 1845 den Antrag gestellt hat, an den drei Fastnachtstagen Tanzmusik abzuhalten. Der "Goldene Hirsch" war damals bis zum Eigentümerwechsel das einzige Gasthaus, in dem Tanzbelustigungen stattgefunden haben. Er bekam die Erlaubnis dafür. 1846 heiratete Adam Reuß Maria Krapf aus Wülfershausen.

Vermutlich im Jahr 1847 ging Adam Reuß mit seiner Familie nach Steinach und hat dort die Wirtschaft übernommen oder eröffnet. Belegt ist, dass im Juni 1847 Georg Schrepfer den Fränkischen Hof übernommen hat.

Elisabeth Gopp deutet auf das Buch "Das 19. Jahrhundert in der Stadtgeschichte von Münnerstadt " von Josef Willmann. "Da steht alles drin", sagt sie. Nur hatte sie es nicht zuordnen können. Weitere Belege hat sie in " Münnerstadt in Vergangenheit und Gegenwart - Beiträge zur Stadtgeschichte " von Leonhard Rugel gefunden. Unter anderem ist belegt, dass der Bruder Roland Gopps Ur-Ur-Opas Adam Reuß, Georg Reuß, den "Adler" übernommen hat und in den Jahren 1841 und 1845 vorübergehend den Poststall inne hatte.

Lückenlos hat Elisabeth Gopp die Vorfahren ihres Mannes aufgelistet. Roland Gopps Uropa, Josef Reuß, kam 1859 in Steinach zur Welt und wurde Bäckermeister. Er heiratete 1883, zehn Jahre später kam Opa Theodor zur Welt. Dessen Tochter Isolde kam 1949 nach Münnerstadt . Der Kreis hat sich geschlossen.

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