Fuchsstadt

Auf die Felder soll eine große Photovoltaik-Anlage

Für die geplante Freiflächen-Photovoltaik-Anlage müssen noch einige Hürden genommen werden.
So könnte die Photovoltaik-Freiflächenanlage aussehen, die auf 74,5 Hektar erweitert wurde. Rund die Hälfte der Fläche ist Grünland.       -  So könnte die Photovoltaik-Freiflächenanlage aussehen, die auf 74,5 Hektar erweitert wurde. Rund die Hälfte der Fläche ist Grünland.
Foto: Repro/Plan: Marlene Theiner/OPLA | So könnte die Photovoltaik-Freiflächenanlage aussehen, die auf 74,5 Hektar erweitert wurde. Rund die Hälfte der Fläche ist Grünland.

Um das ehrgeizige Vorhaben "Freiflächen-Photovoltaik" umsetzen zu können, muss die Gemeinde noch einige Klippen umschiffen. Denn auch nicht alle Gemeinderäte ziehen mit - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - wie der Beschluss zur 15. Änderung des Flächennutzungsplans zeigte. Die Reaktion der Bürger auf die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen in ein Sondergebiet, bleibt abzuwarten.

50 Prozent Grünflächen

Gemeinderat Martin Keller beklagte die wachsende Fläche für das Projekt. Waren es zunächst etwa 40 Hektar, so sind aktuell 74,5 Hektar aus mehr als 50 Flächennummern für das Vorhaben markiert. Doch gilt zu bedenken, dass rund 50 Prozent des Areals als Grünfläche geplant sind. "Wir drücken das Vorhaben durch, ohne die Bürger mitzunehmen, denn die haben in der jetzigen Misere keinen Kopf für solche Dinge", vermutete Keller, der zu einem Zeitpunkt im Herbst riet, wenn eine Bürgerversammlung möglich wäre. "Wir legen jetzt nur den Rahmen fest", konterte Willibald Kippes, der keinen Zeitdruck sah. Schützenhilfe kam von Thomas Ruser. "Bis die Änderung von den Trägern öffentlicher Belange bearbeitet ist und zurückkommt, sind ohnehin fünf bis sechs Monate vergangen", wusste der Architekt aus Erfahrung. Eva-Maria Conrad ist überzeugt, dass genügend Informationsmaterial bereit liegt, unter anderem durch den "Eulenboten", der diese Woche erscheint. Bei seiner Linie blieb Oliver Lukaschewitsch: " Photovoltaik gehört besser auf die Dächer." Der Beschluss zum Handeln fiel gegen drei Stimmen. Mit ihm verknüpft sich der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans für das Sondergebiet. Da dieses im Flächennutzungsplan als "Flächen für die Landwirtschaft " dargestellt ist, ergibt sich die Möglichkeit zu einem Parallelverfahren. Die Änderung und die Aufstellung des Bebauungsplans können zeitgleich erfolgen. Erneut stimmten drei Räte dagegen. Zu gefassten Beschlüssen aus nichtöffentlicher Sitzung informierte der Bürgermeister, dass zur Realisierung der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage mit der Projektgemeinschaft "Prowind Solar & Solar konzept" Gespräche aufgenommen und über Konditionen verhandelt wird.

Photovoltaik auf den Dächern gemeindlicher Anwesen bleibt dennoch ein Thema. Auch wenn es Bürgermeister René Gerner wegen der Vergütung nicht mehr sonderlich einträglich erschien, will Fuchsstadt dazu einen Fachberater einladen. In Frage kommende Flächen wären das Bauhofgebäude und die Mehrzweckhalle. Zu prüfen ist das Rathausdach.

Weitere Projekte zur Gewinnung regenerativer Energie sind die Windkraftanlagen, bei denen die Arbeiten vorangehen. Die drei Basis-Fundamente sind fertiggestellt. In nächster Zeit kann der Aufbau der Masten beginnen. Für die geplante Hackschnitzelanlage ist ein Flyer als Bürgerinformation in Vorbereitung. Ziel ist es, mit der Info-Broschüre Interessenten für eine Genossenschaft als Betreiber zu gewinnen. Mit dem Hersteller "Enerpipe" wurden bereits Gespräche geführt. Ebenso fand ein Besuch mit Interessierten und Anwärtern in der Anlage in Gössenheim statt.

Der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands Thulba-Saale (AZV) legte auch in Fuchsstadt seine Präsentation zur Klärschlammverwertung auf und begründete die Notwendigkeit der Maßnahme, die nicht nur die Entsorgung, sondern auch die Gewinnung von raren Ressourcen im Auge hat. Der Dialog in der Mitgliedsgemeinde wird in absehbarer Zeit weitergeführt.

Rechnungsprüfung

Den Bericht über die örtliche Jahresrechnungsprüfung 2020 erstattete Vorsitzende Stefanie Schneider. Die Prüfung nahmen sie, Eva-Maria Conrad, Dritter Bürgermeister Marion Hugo, Martin Keller und Kämmerer Andreas Mützel vor. Die überplanmäßigen Ausgaben im Verwaltungshaushalt betrugen 298 000 Euro, im Vermögens-haushalt wurde der Ansatz um knapp 257 000 Euro unterschritten. Das Ratsgremium genehmigte die überplanmäßigen Ausgaben, stellte die Jahresrechnung fest und billigte sie. Die Entlastung fiel einstimmig. Außerplanmäßige Auslagen lagen nicht vor.

Keine Einwände gab es gegen die Errichtung eines Geräteschuppens im "Hirtenweg", gegen den Balkonanbau an einem bestehenden Gebäude sowie gegen den Bau einer Kfz-Unterstellhalle für den Gemeindebauhof. Die Errichtung einer Beton-Stützmauer lehnte der Rat mehrheitlich ab.

Straßenbeleuchtung

Die Kosten zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung belaufen sich auf 53 186 Euro bei einer Förderung von 15 000 Euro. Die Auftragsgabe erfolgte an das Bayernwerk . Der Bauhof erhält ein neues Pritschenfahrzeug, einen Wegehobel gemeinsam mit dem Markt Elfershausen sowie einen gebrauchten Aufsitzrasenmäher.

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