Bad Kissingen

Ausbildung erfolgreich gemeistert

In rund 4500 Ausbildungsstunden lernten 132 junge Leute die Grundlagen der Polizeiarbeit kennen. Jetzt sind sie Polizeimeister und Polizeimeisterinnen.
Die drei besten Lehrgangsabsolventen Tim Eberhardt, Luisa Köhler und Robin Braun wurden von Polizeidirektor Ralf Weigand (rechts) ausgezeichnet und zu Polizeimeistern ernannt.  Fotos: Dieter Britz
Die drei besten Lehrgangsabsolventen Tim Eberhardt, Luisa Köhler und Robin Braun wurden von Polizeidirektor Ralf Weigand (rechts) ausgezeichnet und zu Polizeimeistern ernannt. Fotos: Dieter Britz

Als Polizeischüler mit schmalen blauen Strichen auf den Schulterklappen ihrer Uniform betraten 132 Frauen und Männer den Max-Littmann-Saal. Als sie ihn vier Stunden später wieder verließen, zierten zwei blaue Sterne ihre neuen Schulterklappen und sie sind nun Polizeimeisterinnen und Polizeimeister und Beamte auf Probe.

In sehr feierlichem Rahmen in Anwesenheit vieler Gäste wurden die erfolgreichen Absolventen des Laufbahnlehrgangs OEB 16 für den mittleren Polizeivollzugsdienst beim Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum in Oerlenbach verabschiedet. Zweieinhalb Jahre lang hatten die jungen Damen und Herren ihre Ausbildung zum größeren Teil in Oerlenbach absolviert. Nun werden sie bei Dienststellen der Bundespolizei in ganz Deutschland, einschließlich der Flughäfen, eingesetzt.

Polizeihauptkommissar Harald Müller , Leiter des Zentralbereichs im Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum, begrüßte die vielen Gäste in einem der "besten Konzertsäle der Welt", wie er wörtlich feststellte. Unter ihnen waren neben Vertretung des öffentlichen Lebens und von Behörden auch zahlreiche Eltern und Freunde der Absolventen.

Nun weiche nach der bestandenen Prüfung die Anspannung langsam aus den Gesichtern der jungen Leute und mache der Vorfreude auf die neuen Schulterstücke Platz, stellte er fest. Damit seien sie dann vollgültige Kolleginnen und Kollegen. Der Leiter des Ausbildungs- und Fortbildungszentrums der Bundespolizei in Oerlenbach, Polizeidirektor Ralf Wiegand, ging ausführlich auf den Ausbildungsweg, den die jungen Bundespolizisten absolviert haben, ein.

Theorie und Praxiseinheiten

Er begann am 1. September 2016, nachdem sie einen Eignungstest bestanden hatten. Vereidigt wurden sie wenig später in der Wandelhalle. Mit den jetzt bestandenen Abschlussprüfungen für den mittleren Polizeivollzugsdienst hätten sie ein bedeutendes persönliches Ziel erreicht, und das zum Teil mit hervorragenden Ergebnissen.

"Die Vertreter der Einsatzbehörden freuen sich auf bestens ausgebildeten Polizeinachwuchs. Bürgernähe, freundliches Auftreten und konsequentes Einschreiten, das sind die Markenzeichen der Bundespolizei ", hob er hervor. Die Ausbildung sei anspruchsvoll gewesen. In rund 4500 Ausbildungsstunden lernten die jungen Leute die theoretischen Grundlagen der Polizeiarbeit von Grund auf kennen und setzten sie in verschiedensten realitätsnahen Situationstrainings um. Sie lernten Personenkontrollen oder Festnahmen, aber auch den Umgang mit hilflosen, betrunkenen oder gewalttätigen Menschen.

Gleich zu Beginn der Ausbildung wurden die Polizeischüler im Rahmen eines Outdoor-Teamtrainings stark gefordert. Sie mussten 50 Kilometer zu Fuß zurücklegen, durften keine privaten Handys mitführen und nur wenig Bargeld dabeihaben, die Verpflegung war eigenverantwortlich zu organisieren. Die Übernachtungsquartiere mussten unter freiem Himmel sein. Dazu waren an verschiedenen Stationen spezielle Aufgaben zu erfüllen. Das zweite Dienstjahr wurde in Deggendorf absolviert, in dieser Zeit machten die Polizeischüler auch Praktika im grenz- und bahnpolizeilichen Bereich, bei der Bereitschaftspolizei oder auf einem Flughafen. Im dritten Ausbildungsjahr stand die intensive Vorbereitung auf die kürzlich abgelegte Laufbahnprüfung im Mittelpunkt.

Hohe Anforderungen

Der Polizeidirektor belegte die hohen Anforderungen, die an die Polizeischüler gestellt werden, mit einigen Zahlen: am 14. Oktober 2016 waren bei der Vereidigung in der Wandelhalle 173 Anwärterinnen und Anwärter dabei, 132 von ihnen beendeten jetzt erfolgreich ihre Ausbildung. 41 haben es aus verschiedenen Gründen nicht bis hierher geschafft, elf von ihnen können allerdings noch einen zweiten Anlauf unternehmen. Ralf Wiegand ermunterte die neuen Polizeimeisterinnen und Polizeimeister, auch jenseits der Bundesgrenzen Aufgaben zu übernehmen und Erfahrungen zu sammeln. In den letzten Jahren habe man in Europa leidvoll erfahren müssen, dass eine abstrakte Terrorgefahr plötzlich zur bitteren Realität werde. "Die Sicherheitslage kann sich schlagartig ändern. Der Terrorismus ist und bleibt eine weltweite Gefahr." Er teilte mit, dass die erfolgreichen Lehrgangsteilnehmer zu großen Teilen den Bundespolizeidirektionen München und Frankfurt Flughafen zugeteilt werden. Aber auch die Direktionen Sankt Augustin, Stuttgart, Pirna, Koblenz, Berlin, Hannover und die Bereitschaftspolizei seien "freudige Empfänger." Das habe den Vorteil, dass viele auch heimatnah eingesetzt werden könnten.

Landrat Thomas Bold , der mit abgeschnittener Krawatte kam, stellte fest "als Polizeibeamter merke ich, manches hat sich geändert, manches nicht." Er gratulierte den Absolventen und betonte, der Landkreis könne stolz sein, dieses Ausbildungszentrum in Oerlenbach zu haben.

Die Polizeischüler hatten einen Blutspendetag organisiert. Den Reingewinn in Höhe von 861 Euro überreichten die beiden Lehrgangsprecher Kerem Can Yildirim und Jessica Winkler an Kilian Hartmann, den Vorsitzenden des Caritasverbandes Schweinfurt. Das Geld soll dem Jugendhilfezentrum Maria Schutz zufließen.

Die Lehrgangsbesten Tim Eberhardt, Robin Braun und Luisa Köhler wurden zusammen mit den beiden Lehrgangssprechern vor allen Gästen zu Polizeimeistern ernannt und vereidigt. Für diesen Festakt war extra das Bundespolizeiorchester unter Leitung seines Chefdirigenten Jos Zegers aus München gekommen. Es erwies sich des Max-Littmann-Saals, der ja als einer der besten Konzertsäle der Welt gilt, würdig.

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