Oberleichtersbach

Oberleichtersbach: Fertighäuser auf dem Vormarsch

Der Zuwachs beim Fertighaushersteller reißt nicht ab. Ein Jahr nach dem Verkauf von Hanse Haus an einen Eigenkapitalinvestor geht der Aufschwung weiter.
Um Nachwuchskräfte zu erreichen, lässt sich  Hanse Haus einiges einfallen. Die Handwerker-Olympiade soll das Interesse am Handwerk wecken: Hier eine Paintball-Station der Maler.  Foto: Julia Raab       -  Um Nachwuchskräfte zu erreichen, lässt sich  Hanse Haus einiges einfallen. Die Handwerker-Olympiade soll das Interesse am Handwerk wecken: Hier eine Paintball-Station der Maler.  Foto: Julia Raab
| Um Nachwuchskräfte zu erreichen, lässt sich Hanse Haus einiges einfallen. Die Handwerker-Olympiade soll das Interesse am Handwerk wecken: Hier eine Paintball-Station der Maler. Foto: Julia Raab

Der Betrieb in den Fertigungshallen steht an diesen Vormittag still. Dafür tummeln sich dort über 40 Auszubildende von Hanse Haus mit rund 600 Schülern aus regionalen Mittel- und Realschulen. Sie treffen sich zur jährlich ausgetragenen Handwerker-Olympiade des Unternehmens. "Unser Ziel ist es, das Interesse der Schüler aus der Region für die handwerklichen Berufe zu wecken", sagt Marco Hammer, Geschäftsführer von Hanse Haus. "Heute müssen wir aktiver auf die jungen Menschen zugehen, denn der Markt hat sich geändert", ergänzt er. Nachwuchskräfte im Handwerk seien nicht mehr so leicht zu bekommen. Trotzdem ist es dem Unternehmen gelungen, mehr als 40 Ausbildungsplätze im neuen Ausbildungsjahr zu besetzen. "Natürlich merken wir auch, dass das Interesse am Handwerk momentan nicht so groß ist", sagt Sebastian Gensichen, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb. Deshalb sei der enge Kontakt zu den Schulen ebenso wichtig wie die Erreichbarkeit über die soziale Medien.

Alles wie immer?

Zu den spürbaren Veränderungen im Bereich des Nachwuchses kommt der erneute Verkauf des Unternehmens im vergangenen Jahr hinzu. Der neue Eigentümer ist der Eigenkapitalinvestor Equistone Partners Europe. Wie steht das Unternehmen heute da, etwa ein Jahr nach dem Verkauf?

"Wir wachsen weiter, im Jahr 2017 hatten wir einen Umsatz von 150 Millionen Euro und in den nächsten drei Jahre wird unsere Produktion mit einem Kapital von rund 15 Millionen Euro erweitert", erläutert Hammer die aktuellen Zahlen. Doch solch große Verkäufe gehen oft nicht spurlos an den Mitarbeitern vorbei. Auch hier löste der Verkauf zunächst Unsicherheit aus, vor allem, weil das Unternehmen erst im Jahr 2014 an die private Industriegruppe Adcuram verkauft wurde . Der Geschäftsführer beschwichtigt. Der Verkauf im vergangenen Jahr habe keine Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Der Einfluss von Equistone auf das Unternehmen sei sehr gering. Als Argument dafür verweist er auf die beständig steigenden Mitarbeiterzahlen: 650 Mitarbeiter zuzüglich den Auszubildenden habe Hanse Haus derzeit.

Und wie sehen die Mitarbeitern den erneuten Verkauf des Fertighausherstellers? Betriebsratsvorsitzender Christian Limpert zeigt sich erleichtert: "Der Investor hält sich komplett raus", sagt er. An den Arbeitsverträgen habe sich nichts geändert und aus der Belegschaft kamen keine Beschwerden diesbezüglich. "Klar, unsere Bücher sind voll und wir haben mehr als genug zu tun", fügt er hinzu. Der Wachstum des Unternehmens wirke sich natürlich auf die Arbeiter aus. "Dieses Jahr kommen wir gut über die Runden und für die nächsten drei Jahre ist eine Produktionserweiterung vorgesehen", sagt Limpert über das wirtschaftliche Wachstum von Hanse Haus.

Synergien und Regionalbezug

Und wie sieht es mit dem regionalen Bezug aus? Auch der habe sich hinsichtlich der Mitarbeitergewinnung und Geschäftspartnern durch den Verkauf nicht geändert. "Wir sind hier in der Region sehr verwurzelt und arbeiten seit Jahren mit vielen umliegenden Firmen zusammen. Und das soll auch so bleiben", sagt Hammer. Da gebe es - wie in den anderen Bereichen - keinen Einfluss vom neuen Eigentümer. Als positiv bezeichnet er die Synergieeffekte zwischen dem Unternehmen und der Schwestergesellschaft Bien Zenker. Im Einkauf arbeiten beide zusammen, das wirke sich positiv auf die Preise aus. Ansonsten agieren beide Unternehmen unabhängig voneinander.

Die Zukunft sieht für die Fertighausbauer Erfolg versprechend aus, das belegen mehrere Studien. Und das Wachstum wird voraussichtlich nicht abbrechen, dessen ist sich Hammer sicher: "Die Quote der Fertighäuser ist von 12 auf 20 Prozent gestiegen, und das ist noch lange nicht das Ende", sagt Hammer.

In Zahlen

150 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2017.

20 Prozent ist die Anteil der Fertighaushersteller

6,6 Prozent ist das vermutete Umsatzwachstum jährlich in der Branche bis 2020.

605 Häuser baut Hanse Haus im Jahr 2018.

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