Bad Brückenau

Bad Brückenau: Heilwasser für die Verdauung

Dem Bad Brückenauer Werner Brust hilft der Georgi-Sprudel nach einer Operation am Darm. Kurarzt Wolfgang Wildenauer empfiehlt, das Heilwasser warm zu trinken.
Seit einer Operation am Darm  trinkt Walter Brust den Georgi-Sprudel täglich. Mit dem Holzkrug transportierten die Menschen früher das Wasser nach Hause. Julia Raab       -  Seit einer Operation am Darm  trinkt Walter Brust den Georgi-Sprudel täglich. Mit dem Holzkrug transportierten die Menschen früher das Wasser nach Hause. Julia Raab
Seit einer Operation am Darm trinkt Walter Brust den Georgi-Sprudel täglich. Mit dem Holzkrug transportierten die Menschen früher das Wasser nach Hause. Julia Raab

Werner Brust aus Bad Brückenau zeigt auf seine Löbbe, die neben urigen Töpfen, alten Vasen und historischen Fotos im Flur steht. Die Löbbe ist ein Krug aus Holz, mit dem die Menschen früher Heilwasser aus den örtlichen Quellen geholt haben. Innen ist das Gefäß mit Harz beschichtet, damit kein Wasser durchdringt. Brusts Löbbe ist eine Nachbildung. Er hat sie vor einigen Jahren von einem Freund geschenkt bekommen.

"Damit gehe ich nicht mein Wasser aus der Georgi-Quelle holen", erklärt der 82-Jährige. Dafür nutze er eine ganz normale Wasserflasche. Alle zwei bis drei Tage fährt er in den Georgi-Park, um sich literweise damit einzudecken. Denn seit ihm vor acht Jahren ein Stück seines Darms entfernt wurde, trinkt er regelmäßig das Heilwasser. "Mein Arzt hatte mir zuerst ein Pulver verschrieben, damit ich nach der Operation wieder besser auf die Toilette gehen kann", erzählt er. Doch das half nichts.

Tradition in der Familie

Ein Bekannter brachte ihn auf die Idee, das Heilwasser aus dem Georgi auszuprobieren. "Ich hatte leider völlig vergessen, welche positive Wirkung das Wasser bei Magen-und Darmproblemen hat", fügt er hinzu. Und das, obwohl seine Familie selbst früher eng verbunden mit dem Heilwasser aus dem Georgi-Sprudel gewesen war: Seine Mutter Rosa Brust und seine Tante Anna waren sogenannte Brunnenfrauen. "Mit dem Holz-Behälter holten die Menschen das Wasser aus der Quelle - warm getrunken entfaltet es noch besser die Wirkung", erinnerte sich Brust dann wieder an seine Kindheit.

Sofort besorgte er sich nach dem Hinweis ein paar frische Liter Quellwasser. "Anschließend war das Problem mit dem ausbleibenden Toilettengang erledigt", sagt der Senior. Seitdem nutze er den Schatz aus der Tiefe regelmäßig. "Das Wissen über die Quellen ist in den vergangenen Jahrzehnten leider untergegangen", fügt er hinzu. Selbst er habe sich mehr auf die allgemeine Medizin verlassen, obwohl es gerade durch die Familie so naheliegend war, auf diesen "Schatz aus der Natur" zu bauen. Und: "Wir sind hier in Bad Brückenau wahrlich gesegnet mit Heilwasser - dazu zählen auch die wertvollen Quellen im Siebener Park und dem Staatsbad", sagt Brust.

Langsam trinken

"Vielen meiner Patienten hilft das Wasser aus der Georgi-Quelle tatsächlich als alleinige Medikation gegen ihre Beschwerden", bestätigt Badearzt Wolfgang Wildenauer auf Nachfrage. Dazu gehören chronische und entzündliche Magen-Darm-Beschwerden. Besonders helfe das Heilwasser sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall, erklärt Wildenauer. Daneben können auch

Nieren-, Blasen-, Gallen- und Leberleiden verbessert werden. Zudem wirkt das Georgi-Heilwasser unterstützend bei Gicht und Diabetes , heißt es im balneologischen Gutachten von Prof. Gutenbrunner, das im Jahr 2015 erstellt wurde. Unterstützend kann es demnach auch zur Anregung des Stoffwechsels während einer Diät genutzt werden.

Allerdings, fügt Wildenauer hinzu, sei es sehr wichtig, eine bestimmte Art der Anwendung einzuhalten. "Ich rate meinen Patienten, ein bis zwei Becher des Wassers schluckweise über eine viertel Stunde im Gehen zu trinken, damit die Nährstoffe vom Körper besser aufgenommen werden können", weiß der Badearzt. Warm getrunken entfalte es eine noch bessere Wirkung, bestätigt er die Erinnerung von Werner Brust. Allerdings halten das nur wenige Menschen durch - "wegen des strengen Geruchs", fügt er hinzu. Ein Versuch lohne sich bei den angezeigten Krankheiten immer, denn Schaden könne das Wasser nicht anrichten.

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