Bad Brückenau

Bad Brückenau: Hoffnung und staatliche Hilfe

Viele gastronomische Betriebe in der Region bieten einen Abholservice an, um über die Runden zu kommen. Manche aber nehmen davon im zweiten Lockdown Abstand. Die staatlichen Hilfen nützten vor allem den größeren Häusern, sagt ein Gastronom.
Cornelia Schönstein-Hahn betreibt seit 21 Jahren das Rhönstübchen im Staatsbad. Julia Raab       -  Cornelia Schönstein-Hahn betreibt seit 21 Jahren das Rhönstübchen im Staatsbad. Julia Raab
| Cornelia Schönstein-Hahn betreibt seit 21 Jahren das Rhönstübchen im Staatsbad. Julia Raab

So sehr sich die Gastronomen in den vergangenen Monaten bemüht haben, alle Hygienevorschriften zu erfüllen - der zweite Lockdown zerschmettert für sie die Hoffnung auf den wirtschaftlichen Aufschwung und Normalität.

In diesem Jahr beispielsweise feiert die Klappe, ein beliebtes Bistro in der Altstadt, das zehnjährige Bestehen. Über die sozialen Medien wünscht Betreiber Thomas Dittmayer in einem Beitrag von Anfang November allen Kunden eine gute Zeit. "Wir freuen uns schon riesig darauf, euch nach dem Lockdown light wieder bei uns begrüßen zu dürfen", heißt es auf seiner Facebookseite.

Kein Abholservice

Zahlreiche Gratulanten sprechen dort dem Bad Brückenauer Gastronomen ihren Glückwunsch aus, auch die eine oder andere Durchhalteparole ist dabei. Einen Abholservice wie im ersten Lockdown im Frühjahr bietet Dittmayer diesmal nicht an. "Das lohnt sich wirtschaftlich für uns nicht", erklärt der Betreiber auf Nachfrage. Aus seiner Erfahrung heraus "sind die Leute auch satt davon".

Ganz anders hält es Thomas Ankenbrand mit seinem Partyservice Rhöncooking in Oberbach. "Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viel Arbeit und Aufwand in die Umsetzung der Hygienevorschriften gesteckt", sagt der gelernte Koch. Für ihn, der weder Pacht zahle noch Angestellte habe, gelte die Ausgleichshilfe vom Staat nicht.

"Wir halten uns mit den täglichen Bestellungen über Wasser", sagt er. Die Einnahmeeinbußen seien enorm, denn auch kleine Feiern - und sogar schon Weihnachtsfeiern - seien bereits abgesagt worden. "Die Leute halten sich wirklich an die Beschränkungen", ist seine Erfahrung. Hier glaube keiner, dass im Dezember wieder alles normal laufen werde.

Wenig Laufkundschaft

Für die geschlossenen Betriebe bietet der Staat einen Umsatzausgleich an. Dieser beläuft sich auf 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019, heißt es auf der Seite des Bundesfinanzministeriums . Ein Gastronom eines etablierten Hauses aus der Region, der namentlich nicht genannt werden möchte, hält diese Regelung für sehr hilfreich in der Situation.

Und er geht noch weiter: "Etwas besseres kann der Branche in dieser Lage nicht passieren." Berechne man die wegfallenden Personalkosten und die eingesparten Betriebskosten in der Zeit des Lockdowns, so sei das doch ein "schöner Gewinn". Er selbst biete aber nicht nur deshalb keinen Abholservice an. "Die normale Laufkundschaft bestellt nicht bei uns, dafür sind Döner und Pizza besser geeignet", sagt er.

Für kleinere Gastronomiebetriebe hingegen wie das Rhönstübchen im Staatsbad ist die Finanzspritze zwar hilfreich, aber lange nicht ausreichend. "Der November ist bei uns jedes Jahr ein schlechter Monat", sagt Betreiberin Cornelia Schönstein-Hahn. Teilweise habe ihr Lokal nur abends geöffnet. Dementsprechend fallen die Einnahmen viel geringer aus als in anderen Monaten.

Sie bietet derzeit Essen zum Mitnehmen an, das Gemüse baut sie teilweise selbst in ihrem Garten neben dem Lokal an. "Ich bin auf die Einnahmen angewiesen", sagt sie nachdrücklich. Für ihre langjährigen Mitarbeiter , die in dieser Zeit kaum arbeiten, zahlt sie eine Entschädigung aus eigener Tasche. "Die Treue ist mir sehr wichtig und das unterstütze ich gerne", sagt Schönstein-Hahn.

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