Bad Brückenau

Bad Brückenau: Leo Romeis als Kämmerer verabschiedet

47 Jahre lang arbeitete Leo Romeis für die Stadtverwaltung. 28 Jahre davon hatte er als Kämmerer die Finanzen fest im Griff. Am 26. November betritt er zum letzten Mal in dieser Funktion das Rathaus.
Außergewöhnlich herzlich wurde Kämmerer Leo Romeis vom Stadtrat verabschiedet. 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (von links) überreichte ihm einen Präsentkorb. Zuvor hatte Bürgermeister Jochen Vogel würdigende Worte gesprochen. Foto: Ulrike Müller       -  Außergewöhnlich herzlich wurde Kämmerer Leo Romeis vom Stadtrat verabschiedet. 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (von links) überreichte ihm einen Präsentkorb. Zuvor hatte Bürgermeister Jochen Vogel würdigende Worte gesprochen. Foto: Ulrike Müller
| Außergewöhnlich herzlich wurde Kämmerer Leo Romeis vom Stadtrat verabschiedet. 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (von links) überreichte ihm einen Präsentkorb.

Auf fast ein halbes Jahrhundert im Rathaus bringt es Leo Romeis. Der aus Unterleichtersbach stammende Kämmerer begleitete das Stadtgeschehen vor allem, was die Finanzen angeht. Über die Jahre wuchs die Verantwortung des 64-Jährigen darüber hinaus auf eine Fülle von Aufgaben an. " Kommunalverwaltung ist ein Gemischtwarenhandel. Wir sind überall unterwegs", sagt Romeis selbst über sein Aufgabengebiet.

1973 trat er seinen Dienst bei der Stadt an. Die Ausbildung zum Beamten im mittleren Verwaltungsdienst sowie später zum Diplom-Verwaltungswirt meisterte er parallel zu seiner Arbeit. Im März 1993 übernahm er die Kämmerei und behielt sie bis heute. Bis auf ein gutes Jahr, wo er der Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau (VG) zugeordnet war - damals gehörten sowohl die Stadt als auch Motten noch zur VG - arbeitete er stets im Rathaus .

Sechs Bürgermeister erlebt

Dabei bekam er sechs Bürgermeister zu Gesicht. Georg Robert Ratsch (1970 bis 1976) sei aus Norddeutschland gekommen und habe vor allem für die Kur gestanden. Ludwig Müller (1976 bis 1986) sei durch und durch ein "Verwaltungsmensch" gewesen, der sich mit den gesetzlichen Grundlagen der Amtsführung sehr gut ausgekannt habe. Der Bau des Schulzentrums Römershag fällt in Müllers Amtszeit. Im Zuge dessen schlossen die Mittelschulen in Motten und Zeitlofs. Auch die Kreisgebietsreform wurde in dieser Zeit bewältigt.

Hans Rohrmüller (1986 bis 1998) "war sehr aktiv" und Veränderungen gegenüber aufgeschlossen, erinnert sich der Kämmerer . Umgehungsstraße und Fußgängerzone, Bau der Sinnflut und der Umzug ins heutige Rathaus waren damals Themen. Dessen Nachfolger Thomas Ullmann (1998 bis 2010) habe "einen Blick für die Verschönerung der Stadt " gehabt. Blumenampeln, selbst entworfene Straßenlampen, die Gestaltung einer Saunalandschaft in der Sinnflut sowie der Erhalt der Liebesmühle im Siebenerpark waren seine Verdienste.

"Aus Zeiten Ullmann habe ich für mich mitgenommen, beim Geldeinsatz auch zu überlegen, was ich damit schöner machen kann." Brigitte Meyerdierks (2010 bis 2020) sei hingegen unheimlich präsent gewesen, wenn es darum gegangen sei, die Vorzüge der Stadt herauszustellen. Die Rollenaufteilung sei klar gewesen: "Sie macht die Politik, wir machen die Sacharbeit", blickt Romeis zurück.

Stehender Applaus im Stadtrat

So begleitete er konstant und kompetent das Geschehen. Immer wieder suchten Stadträte seine Einschätzung. Wie viel Politik macht ein Kämmerer ? Der Angesprochene überlegt. Dann sagt er: "Für Politik ist der Bürgermeister zuständig." In den vergangenen Jahren hat sich Romeis zumindest bei einem Thema wiederholt eindeutig positioniert. "Der Druck, der auf jedem Beschäftigten lastet, ist immens. Die Schnelllebigkeit erhöht sich", sagt er. Nach wie vor sehe er das größte Potenzial der Stadt darin, die Hinwendung zu Gesundheit und Erholung voranzutreiben.

Der Stadtrat verabschiedete Romeis am Donnerstag mit stehendem Applaus. Der Kämmerer hatte in gewohnter Weise die Jahresrechnung 2019 präsentiert. Das Ergebnis fiel sehr gut für die Stadtkasse aus . Bürgermeister Jochen Vogel ( CSU ) wählte das Bild von hoher See. Das Stadtoberhaupt sei sicherlich der Kapitän, sagte er. "Doch der Steuermann ist zweifelsohne der Kämmerer ."

Vogel nannte Eckdaten der Dienstzeit und zählte die Aufgaben auf, die Romeis zuletzt inne hatte: Kämmerei, Stadtkasse, Steueramt , Liegenschafts- u. Grundstücksverwaltung, Wirtschaftsförderung, Beteiligungsmanagement beispielsweise für die Stadtwerke, Personal- und Organisationsaufgaben, Bauhof und Tourist-Information.

Der Bürgermeister bedauerte, dass aufgrund der Corona-Pandemie keine übliche Verabschiedung möglich ist, und würdigte die Leistung des Kämmerers , besonders was die Stabilisierungshilfe angeht. "Du hast die Stadt Bad Brückenau geprägt", sagte Vogel. 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) schloss sich den Dankesworten an. Romeis habe ein "riesiges Aufgabengebiet" abgedeckt. Der Umgang sei stets "fair und loyal" gewesen.

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