Bad Brückenau

Bad Brückenau: Stadt beteiligt sich an Mahnmal

Der "Denkort Deportationen" erinnert an den Transport unterfränkischer Juden in Vernichtungslager. Nachbildungen ihrer Gepäckstücke stehen am Würzburger Bahnhof - und in den Orten, in denen die Menschen damals lebten.
So sieht der Denkort am Würzburger Hauptbahnhof aus: Koffer aus Stein, Holz oder Metall sollen die vielen zurück gelassenen Gepäckstücke der deportierten Juden in der Nazizeit symbolisieren.  Die Idee entstand auf Grundlage einer historischen Aufnahme. Foto: Archiv/Thomas Obermeier       -  So sieht der Denkort am Würzburger Hauptbahnhof aus: Koffer aus Stein, Holz oder Metall sollen die vielen zurück gelassenen Gepäckstücke der deportierten Juden in der Nazizeit symbolisieren.  Die Idee entstand auf Grundlage einer historischen Aufnahme. Foto: Archiv/Thomas Obermeier
| So sieht der Denkort am Würzburger Hauptbahnhof aus: Koffer aus Stein, Holz oder Metall sollen die vielen zurück gelassenen Gepäckstücke der deportierten Juden in der Nazizeit symbolisieren.

Es war der Besuch von Josef Schuster , der den Ausschlag für Bürgermeister Jochen Vogel ( CSU ) gab. Im Juli kam der Präsident des Zentralrats der Juden zur Verlegung weiterer Stolpersteine. Dabei bedauerte er, dass sich die Heimatstadt seiner Vorfahren nicht am Mahnmal "Denkort Deportationen 1941-1944" beteiligt.

"Auch Bad Brückenau steht es gut zu Gesicht, wenn wir beim Denkort Aumühle mitmachen", sagt Vogel während der Sitzung der Stadträte am Dienstag. Aumühle, so hieß einer der beiden Bahnhöfe, von denen während der Zeit des Nationalsozialismus Juden aus ganz Unterfranken in Konzentrationslager gebracht wurden. Der zweite war der Würzburger Hauptbahnhof.

Dort stehen seit Juni Nachbildungen von Koffern, Rucksäcken oder zusammengerollte Matten, die die Juden einst zurücklassen mussten. Von jedem der Gepäckstücke gibt es zwei Exemplare: Eines steht am Würzburger Hauptbahnhof, das andere in den Gemeinden, in denen Juden zuhause waren.

Jugend einbinden

Das Anliegen findet große Zustimmung bei den Räten. Als "absolut unterstützenswürdig" bezeichnet Florian Wildenauer ( SPD ) das Projekt. Er schlägt vor, das Gepäckstück an einen exponierten Platz zu stellen. Die Gedenktafel am Alten Rathaus für die aus der Stadt stammenden, ermordeten Juden nannte er "suboptimal".

Jonathan Kirchner (PWG) findet das auch. Er möchte eine bessere Sichtbarkeit der Erinnerung an die einstigen jüdischen Bürger der Stadt etablieren. "Man muss die Tafel schon suchen", sagt er. 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) betont, dass die Jugend unbedingt an der Umsetzung beteiligt werden solle. Auch Dirk Hönerlage, Konrektor des Gymnasiums, und Heimatpflegerin Cornelia Mence, die die Geschichte der Juden in Unterfranken erforscht hat, nennt er als mögliche Projektpartner.

Die Vorstellung der Detailplanung für das Feuerwehrhaus Volkers stellte der Bürgermeister übrigens zurück. Er habe die Unterlagen der Planungsbüros erst kurzfristig erhalten und möchte sie zunächst mit der Feuerwehr und der Verwaltung besprechen. Das Thema werde im Oktober behandelt.

Punkt für Punkt aus dem Stadtrat:

Förderprogramm Seit Jahren nimmt die Stadt Fördermittel für den Stadtumbau in Anspruch. Für die nächsten vier Jahre reicht die Verwaltung nun einen Bedarf von 820.000 Euro bei der Regierung von Unterfranken ein. Finanzielle Unterstützung ist unter anderem für die Neugestaltung des Bahnhofareals, den Bau eines Mehrgenerationen-Spielplatzes und sanierungsbegleitende Beratungen für Bürger vorgesehen. Der Stadtrat gab grünes Licht.

Sport Nachdem die Stadt in den Jahren 2014 und 2015 die Dreifach-Turnhalle in Römershag generalsanierte, fehlt noch die Erneuerung des Anbaus. Das Breitensportgebäude wird von Vereinen genutzt und ist mittlerweile 40 Jahre alt. Der Stadtrat beschloss einstimmig, einen Förderantrag beim bundesweiten Förderprogramm " Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" zu stellen. 400 Millionen Euro stehen bereit, eine Förderquote von bis zu 90 Prozent sei möglich, sagte Kämmerer Leo Romeis. Die Verwaltung schätzt, dass die nötigen Investitionen 467.500 Euro kosten werden.

Volkshochschule Seit Juli 2019 gehört Bad Brückenau als Außenstelle zum Volkshochschulverbund Bad Kissingen-Hammelburg. Allerdings legte der Stadtrat fest, die Zusammenarbeit zunächst bis Dezember 2020 zu erproben. Nachdem das Wintersemester 2019/20 mit nur vier Kursen erst langsam anlief und im Sommersemester wegen Corona die meisten Kurse ausfielen, sprach sich der Stadtrat dafür aus, die Erprobungsphase um ein Jahr zu verlängern. Der Beschluss erfolgte ebenfalls einstimmig.

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